
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Theodosia, V. M. (29. Mai al. 18. Juli). Die Lebensbeschreibung dieser
heil. Jungfrau von Constantin Acropolita stammt aus dem 14. Jahrhundert. Nach
derselben wurde sie zu Constantinopel von frommen Eltern geboren, welche
frühzeitig starben. Ihre Tochter widmete sich dem klösterlichen Leben. Zu jener
Zeit erregte der rohe und unwissende Kaiser Leo der Isaurier, der jeden
Widerspruch gewaltsam niederzuschlagen gewohnt war, einen heftigen Sturm gegen
die Verehrung der heil. Bilder. Weil die Heiden und Muselmänner nicht zwischen
Bild und Urbild zu unterscheiden vermochten, meinte er, daß auch die Christen es
nicht könnten, und nannte die Bilderverehrer geradezu Götzendiener. Auf
kaiserlichen Befehl wurden daher die Bilder Christi und der Heiligen gewaltsam
zerschlagen und verbrannt. Den Anfang machte die Zerstörung eines, der
Ueberlieferung zufolge von Constantin dem
Großen über dem Eingange des kaiserlichen Palastes hängenden
Christusbildes. Bei dieser Gelegenheit wurde
der Thäter von aufgeregten Frauen von der Leiter herabgeworfen; es entstand ein
Straßenauflauf, und dem eingedrungenen kaiserlichen Patriarchen Anastasius
wurden die Fenster eingeworfen. Dieß war das Signal zu blutigen Maßregeln. Unter
den davon Betroffenen war auch die heilige Theodosia, welcher die gleiche That,
jedoch innerhalb des Klosters, zugeschrieben wird. Sie wurde mit allen ihren
Mitschwestern nach öfteren und grausamen Schlägen enthauptet. Ihre Reliquien
wurden längere Zeit in einer Dexiocrates
genannten Kirche zu Constantinopel
verehrt. (VII. 66-87.)
