
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
Uriel (Suriel), Archang. Nach den Worten des Erzengels Raphael
stehen sieben Engel vor dem Throne Gottes (Tob. 12, 15); ebenso berichtet die
Apokalypse wiederholt von sieben Engeln, sowie schon Zacharias 3, 7 und 4, 2.
Die Namen von dreien dieser Siebenzahl steht biblisch fest; die Namen der
übrigen vier werden in den Apokryphen und der Tradition verschieden angegeben.
Bei uns sind die sieben Erzengel nur sporadisch bekannt, in Italien jedoch
stehen dieselben vielfach in Verehrung. Namentlich war in Sicilien ihr Cult sehr
verbreitet. Zu Palermo befindet sich eine den sieben Engeln geweihte Kirche in
welcher (wie auch Cornelius a Lapide zu Off. 1, 4 erwähnt) im J. 1516 die alten
Abbildungen der sieben Engel aufgefunden und erneut wurden. Damals bemühte sich
der Rector dieser Kirche, die sieben Engel auch in Rom zur Verehrung zu bringen
und Michael Angelo mußte die Thermen Diocletians in die Kirche S. Mariae
angelorum sive a septem angelis stipatae et circumdatae
umwandeln; welche Pius
IV. am 5. Aug. 1561 weihte. Zu Palermo wurde unter dem Protectorate Karls V.
auch eine Bruderschaft zu den sieben Engeln errichtet. Die Namen derselben
werden außer den drei Bekannten nach der angeblichen Offenbarung des sel.
Amadäus um 1460, welcher Beichtvater Sixtus IV. war,
angegeben: Uriel, Sealtiel, Jehudiêl und Barechiel. Uriel soll sein der Engel
des Lichtes (ignis aut lux Dei) und findet sich im 4. Buche Esdras 4, 1 genannt:
Und es antwortete mir der Engel, welcher zu mir gesandt, mit Namen Uriel
;
ebenso 4, 36 und 5, 20: Und ich habe gefastet, sieben Tage heulend und weinend,
wie es mir befahl der Engel Uriel.
In dem apokryphen Buche Gebet Josephs
hält
Jacob eine Unterredung mit Raphael und Uriel.
Der heil. Ambrosius kennt ebenfalls
Uriel als guten Engel: Nicht stirbt
>Gabriel,
nicht stirbt Raphael, nicht stirbt Uriel
(III. 3. de fide). Die morgenländische
Kirche verehrt Uriel ebenfalls als heil. Engel, wie aus ihren Liturgien und
Gebetbüchern erhellt. Das koptische Eulogium sagt: Wir verehren Uriel, als
vierten unter den Engeln.
Uriel findet sich in vielen alten Litaneien (vgl.
Mabillon Tom. II. Analect. p. 682). Im J. 1544 fand man im Vatikan bei der
Eröffnung des Grabes der Gemahlin des Kaisers Honorius eine goldene Platte mit
den Namen: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel. (Surius
in com. rerum in orbe gestarum). Im Domschatze zu Hildesheim (Hannover) ist ein
altes sog. jerusalemisches Kreuz, auf dessen vier Enden die vier Erzengel Uriel
und Raphael (oben und unten), Michael und Gabriel (links und rechts) stehen.
Uriel hält in der linken Hand die Weltkugel mit dem Kreuze, in der rechten einen
Schwamm. Der Name Uriel kam im Mittelalter auch vielfach als Vorname vor. So
führte ihn der Bischof zu Mainz, Uriel von Gemmingen († 1514) und der
bekannte Uriel Acosta (W.-W. XII., 10). Der Häretiker Adalbert zur Zeit des heil.
Bonifacius verbreitete ein von ihm
verfaßtes Gebet, in welchem er acht Engel anrief: Uriel, Raguel, Tubuel, Michael,
Inias, Tubuas, Sabaol, Simiel, welche Namen die römische SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
vom J. 745 unter
dem Vorsitze des Papstes Zacharias verwarf. (Hefele,
Conc.-Gesch. B. III.) Die erneuerten Bilder der sieben Engel in der Kirche von
Palermo erhielten die sieben von Amadäus herstammenden Namen, und sind folgender
Weise dargestellt: Der siegreiche Michael
tritt unter seinen Füßen den Satan,
hält in der Linken einen Palmenzweig, in der Rechten eine Lanze. Der Bote
Gabriel
trägt in der Rechten eine Laterne, in der Linken einen Spiegel. Der
Arzt Raphael
hat in der Linken eine Arzneibüchse, an der Rechten führt er den
kleinen Tobias. Barechiel trägt weiße Rosen in
seinem Mantel. Jehudiel hält in der Rechten eine goldene Krone, in der Linken
eine Geißel. Uriel zückt ein Schwert quer über die Brust, zu seiner Linken nahe
bei den Füßen leuchtet eine Flamme. Sealtiel ist als Betender dargestellt mit
gesenkten Augen und gefalteten Händen. Die Namen der sieben Engel sind jedoch,
vielleicht mit Rücksicht auf die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
vom J. 745 in neuester Zeit ausgelöscht.
Die Abbildung Uriels nimmt Bezug auf die Ansicht, daß er jener Engel sei,
welcher nach Vertreibung der Stammeltern im Paradiese den Eingang desselben mit
flammendem Schwerte bewachte. In einer äthiopischen Ausgabe des neuen
Testamentes sieht man sein Bild mit der Ueberschrift: Der hl. Uriel, der bei
Adam und Eva war, als sie aus dem
Paradiese gingen.
Hierauf deutet auch sein Name hin, welcher aus dem
Hebräischen Or oder Ur (das Licht) und El (Gott) zusammengesetzt soviel als
Licht Gottes
bedeutet. Die ältern Exegeten und namentlich Cornelius a Lapide
l. c. nehmen oft auf die sieben Engel Rücksicht; eine eigene Monographie über
dieselben erscheint von Prof. Ferrigno zu Palermo in sieben Bänden (1. Band 1878
zu Palermo). (Grube.)

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