Ökumenisches Heiligenlexikon

Amos

Gedenktag katholisch: 15. Juni
31. März

Gedenktag orthodox: 15. Juni

Gedenktag armenisch: 2. März
liturgische Feier am dritten Dienstag nach dem Verklärungssonntag

Gedenktag koptisch: 17. Juni, 28. August

Gedenktag syrisch-orthodox: 15. Juni, 28. August

Name bedeutet: der Rüstige (hebr.)

Prophet
* in Tekoa, heute Tuqu' in Palästina
† um 750 v. Chr.


Säulenmalerei im Kloster Gracanica im Kosovo
Säulenmalerei im Kloster Gracanica im Kosovo

Amos, von Beruf Vieh- und Maulbeerfeigenbaum-Züchter 1, wurde durch eine persönliche Berufung Gottes zum Propheten auserwählt. Im Nordreich Israel hatte er zunächst in der Hauptstadt Samaria - dem heutigen Shomron / as-Samarah -, dann bei einem Fest am Kultort Bethel - dem heutigen Baytin -, die Botschaft von der sozialen Ungerechtigkeit und religiösen Scheinheiligkeit v. a. der Beamten und Priester und der deshalb drohenden Vernichtung des Staates Israel auszurichten. Vom Oberpriester daraufhin des Landes verwiesen, kehrte er wieder in seine Heimat zurück.

Amos ist der früheste der sogenannten Schriftpropheten, also einer von jenen, deren Wort in einem eigenen biblischen Buch festgehalten sind. Amos' Worte wurden bis in die Zeit nach der Rückkehr des Volkes Israel aus dem Exil in Babylon - dem heutigen Han-al-Mahawil -, also bis nach 538 v. Chr. fortgeschrieben und ergänzt, da sein Anliegen immer wieder von neuem aktuell wurde.

1 Genauer: Maulbeerfeigenbaum-Ritzer; die Früchte müssen kurz vor ihrer Reife aufgeschnitten werden, da sie sonst wurmstichig werden. Tekoa liegt für diese Bäume zu hoch, Amos muss also Grundbesitz im nahen Tal gehabt haben.

Catholic Encyclopedia

  Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Amos umfassende und fundierte Informationen.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Worte des Heiligen

Einleitung:
Die Worte, die Amos, ein Schafzüchter aus Tekoa, in Visionen über Israel gehört hat, in der Zeit, als Usija König von Juda und Jerobeam, der Sohn des Joasch, König von Israel waren, zwei Jahre vor dem Erdbeben. (Amos 1, 1)

Gerichtsworte:
Hört dieses Wort, das der Herr gesprochen hat / über euch, ihr Söhne Israels, über den ganzen Stamm, / den ich aus Ägypten heraufgeführt habe.
Nur euch habe ich erwählt / aus allen Stämmen der Erde; darum ziehe ich euch zur Rechenschaft / für alle eure Vergehen. Gehen zwei den gleichen Weg, / ohne dass sie sich verabredet haben?
Brüllt der Löwe im Wald / und er hat keine Beute? Gibt der junge Löwe Laut in seinem Versteck, / ohne dass er einen Fang getan hat?
Fällt ein Vogel zur Erde, / wenn niemand nach ihm geworfen hat?
Springt die Klappfalle vom Boden auf, / wenn sie nichts gefangen hat?
Bläst in der Stadt jemand ins Horn, / ohne dass das Volk erschrickt?
(Amos 3, 31 - 37)

Finsternis ist der Tag des Herrn, nicht Licht, / ohne Helligkeit ist er und dunkel.
Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie / und kann eure Feiern nicht riechen.
Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, / ich habe kein Gefallen an euren Gaben / und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen.
Weg mit dem Lärm deiner Lieder! / Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, / die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Gaben dargebracht / während der vierzig Jahre in der Wüste, / ihr vom Haus Israel?
(Amos 5,21 - 25)

Heilsverheißung, die im ersten Teil in der Apostelgeschichte (15, 16f) zitiert wird:
An jenem Tag richte ich die zerfallene Hütte Davids wieder auf / und bessere ihre Risse aus, ich richte ihre Trümmer auf / und stelle alles wieder her / wie in den Tagen der Vorzeit, damit sie den Rest von Edom unterwerfen / und alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist - / Spruch des Herrn, der das alles bewirkt.
Seht, es kommen Tage - Spruch des Herrn -, / da folgt der Pflüger dem Schnitter auf dem Fuß / und der Keltertreter dem Sämann; da triefen die Berge von Wein / und alle Hügel fließen über.
Dann wende ich das Geschick meines Volkes Israel. / Sie bauen die verwüsteten Städte wieder auf und wohnen darin; sie pflanzen Weinberge und trinken den Wein, / sie legen Gärten an und essen die Früchte.
(Amos 9, 11 - 15)

Quelle: Einheitsübersetzung

Zitate von Amos:

Geschieht ein Unglück in einer Stadt, / ohne dass der Herr es bewirkt hat?
Nichts tut Gott, der Herr, / ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, / zuvor seinen Ratschluss offenbart hat.

Quelle: Einheitsübersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.06.2020

Quellen:

• Avraham Negev, Shimon Gibson: Archaeological Encyclopedia of the Holy Land. Continuum International, New York und London 2001, S. 496
• Othmar Keel, Mach Küchler u. a.: Ort und Landschaften der Bibel, Bd. 1. Benziger Zürich und Köln/Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1984

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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