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Ökumenisches Heiligenlexikon

Eduard Focherini

italienischer Name: Odoardo

Gedenktag katholisch: 27. Dezember
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Bamberg: 5. Oktober

Name bedeutet: der Hüter des Besitzes (althochdt.)

Märtyrer
* 1907 in Carpi bei Modena in Italien
† 27. Dezember 1944 in Flossenbürg in Bayern


Odoardo Focherini wurde streng katholisch erzogen, als Junge war er katholischer Pfadfinder. Nach dem Studium heiratete er 1933 Maria Marchesi; aus der Ehe gingen zwischen 1931 und 1943 sieben Kinder hervor. Er arbeitete in einer katholischen Versicherung als Agent, später in leitender Position und ehrenamtlich als Vorsitzender der Katholischen Aktion. Außerdem wirkte er als Journalist und berichtete über das soziale und kirchliche Leben. 1939 wurde er Geschäftsführer der Zeitung Avvenire d’Italia in Bologna und begann, sich für die verfolgten Juden einzusetzen: er besorgte gefälschte Ausweise und führte Juden bis an die rettende Grenze zur Schweiz; mehr als hundert Männer, Frauen und Kinder konnte er retten, bis sein Tun aufgedeckt wurde.

Im März 1944 wurde er deshalb im Krankenhaus in Carpi festgenommen und ins Gefängnis nach Bolognagebracht, dann ins Lager Fossoli in Carpi, schließlich ins Lager von Gries bei Bozen und dann im September nach Flossenbürg deportiert. Dort strab er nach einer unbehandelten Blutvergiftung unter großen Schmerzen, nachdem er sich angeblich ein Bein an einem Stacheldraht verletzt hatte.

In einem Brief an seinen Schwager, der Eduard vorwarf, zu leichtsinnig gehandelt und somit sich und seiner Familie geschadet zu haben, schrieb Focherini: Wenn du gesehen hättest, was sie diesen Menschen in den Lagern angetan haben, würdest du nichts bereuen, außer die Tatsache, sich nicht noch mehr für sie eingesetzt zu haben und so eine noch größere Anzahl gerettet zu haben.

Kurz vor seinem Tod hinterließ Focherini sein geistiges Vermächtnis; seine letzten Worte lauten darin: Ich sterbe im reinsten Glauben an die katholische und apostolische Kirche und unterwerfe mich ganz dem Willen Gottes. Ich sterbe für meine Diözese, für die Katholische Aktion, für die Tageszeitung Avvenire und für die Rückkehr des Friedens auf der Welt. Bitte lasst meine Frau wissen, dass ich ihr stets treu geblieben bin und dass ich sie immer unendlich geliebt habe.

Eduard Focherini wurde nach seinem Tod mehrfach ausgezeichnet, darunter 1955 mit der goldene Medaille der israelischen Gemeinschaften in Italien sowie 1969 durch die Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Ehrentitel Gerechter unter den Völkern.

Kanonisation: Eduard Focherini wurde am 15. Juni 2013 in Carpi seliggesprochen





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.01.2019

Quellen:
• http://de.radiovaticana.va/news/2013/12/22/aktenzeichen:_odoardo_focherini_%E2%80%93_gerechter_unter_den_v%C3%B6lkern/ted-757652

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.