Ökumenisches Heiligenlexikon

Esso von Beinwil

Gedenktag katholisch: 27. Dezember

Klostergründer und erster Abt in Beinwil
um 1133 in Beinwil bei Solothurn in der Schweiz


Wandmalerei in der Klosterkirche Mariastein
Wandmalerei in der Klosterkirche Mariastein

Esso war Verwalter im Kloster Hirsau im Schwarzwald. Um 1100 1 gründete er auf Anregung des lokalen Adels das Benediktinerkloster in Beinwil, war dessen erster Abt und führte dort wohl die Reformen von HirsauDie Reformen von Hirsau gingen im 11./12. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald. Sie nahmen die Reformen von Cluny auf, ohne aber deren Orientierung auf das zentrale Mutterkloster zu übernehmen. Das Ziel der von Abt Wilhelm verfassten „Consuetudines Hirsaugienses” war die strenge Lebensweise der Mönche wie in Cluny im Hinlick auf Tagesablauf und Liturgie sowie die Organisation der Klostergemeinschaft. Die Rechte der Bischöfe und Vögte wurden - entgegen den ursprünglichen Zielen - nicht eingeschränkt. ein. Nach einer Blüte unter Esso erfuhr das Kloster schon bald einen Niedergang in Auseinandersetzungen zwischen den Fürsten und Bischöfen von Basel und Solothurn.

Mitte des 16. Jahrhunderts war auch der letzte Mönch gestorben, 1586 wurde das Kloster mit Mönchen aus Einsiedeln wieder belebt. 1648 wurde das Kloster von Beinwil nach Mariastein verlegt. Dort gab es spätestens seit 1438 eine Maria geweihte Kapelle - eine bis heute viel besuchte Felsengrotte an der Stelle, wo Marias Hilfe einem vom Felsen gestürzten kleinen Mädchen zum Überleben geholfen habe, die deshalb zum Wallfahrtsort geworden war. Dieses Kloster wurde in der Französischen Revolution verwüstet und nach sechs Jahren wieder besiedelt; im Kulturkampf 1874 wurde das Kloster aufgehoben, erst 1941 konnten von der GeStaPo aus Bregenz vertriebene Mönche zurückkehren; 1971 wurde das Kloster wieder staatlich anerkannt.

Archäologische Untersuchungen ergaben, dass urspünglich sowohl die Klosterkirche als auch die Klosteranlage in Beinwil sehr viel größer war als heute.

Im ehemaligen Kloster in Beinwil lebt seit 1982 eine ökumenische Gemeinschaft, deren Stiftung von den reformierten Landeskirchen, dem katholischen Bistum Basel und dem Kloster Mariastein getragen wird; 2003 gehörten zu der Gemeinschaft 15 Brüder und Schwestern, von denen jeweils einige im Kloster leben; die Kirche ist Pfarrkirche.

1 Die örtliche Tradition nennt als Gründungsjahr des Klosters Klosters Beinwil 1085, tatsächlich erfolgte die Gründung einige Zeit später.

Das Kloster ist täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Es gibt ein kleines Museum zur Geschichte des Klosters Beinwil und bäuerlichen Traditionen, der Eintritt ist frei. (2014)



Web 3.0 - Leserkommentar:

Das Kloster lebt trotz widriger geschichtlicher Umstände in Mariastein (www.kloster-mariastein.ch) im Kanton Solothurn weiter. In den Klostergebäuden von Beinwil ist heute eine ökumenische Begegnungsstätte untergebracht (www.klosterbeinwil.ch).
Die in der bisherigen Literatur häufig zitierten Amtsdaten (1085 bzw. 1124 - 33) sind historisch nicht belegt. Sein Todestag ist wohl der 27. Dezember. Seit dem 17. Jahrhundert wird Esso in Beinwil und Mariastein als Seliger verehrt.
Artikel Esso im Historischen Lexikon der Schweiz: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D12599.php
Artikel Beinwil-Mariastein ebenda: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11487.php

Pater Kilian Karrer vom Benediktinerkloster Mariastein über E-Mail, 27. Dezember 2012





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.12.2016

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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