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Ökumenisches Heiligenlexikon

Felix

Gedenktag katholisch: 11. September
Hochfest in der Stadt Zürich, nicht gebotener Gedenktag im übrigen Bistum Chur
gebotener Gedenktag im Bistum Tarragona

Name bedeutet: der Glückliche (latein.)

Märtyrer
* in Ägypten
† nach 302 in Turicum, heute Zürich in der Schweiz


Buchmalerei, aus: Die Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula, Fotorotar-Verlag, Zürich 1998
Buchmalerei, aus: Die Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula, Fotorotar-Verlag, Zürich 1998

Die Geschwister Felix und Regula gehörten nach der Legende der Thebäischen Legion des Mauritius an. Nach deren Vernichtung in Agaunum - dem heutigen St-Maurice - flohen sie der Überlieferung gemäß nach Zürich und wirkten dort als die ersten Verbreiter des Christentums, bis sie und ihr Diener Exuperantius in den Verfolgungen unter Kaiser Maximianus ergriffen und an der Stelle der heutigen Wasserkirche enthauptet wurden. Wie Dionysius und andere Märtyrer sollen sie ihr Haupt bis zu dem Ort getragen haben, an dem sie bestattet werden wollten; dort steht heute das Großmünster.

Die älteste überlieferte Fassung der Legende stammt aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts. Im 13. Jahrhundert wurde der Legende Exuperantius hinzugefügt.

Über der Stätte der Bestattung von Felix und Regula wurde im 9. Jahrhundert - der Legende nach durch Kaiser Karl der Grosse, den ein Hirsch zu den Gräbern geführt hatte -, das Zürcher Großmünster erbaut. Der Steinblock ihrer Hinrichtung stand auf einer kleinen Insel im Fluss Limmat, deshalb errichtete man an dieser Stelle wohl um 1000 die Wasserkirche. Lange Zeit wusste man auch von einer Quelle zu berichten, deren Wasser heilkräftig gewesen sein soll: es handelte sich vermutlich um Wasser, das bei hohem Wasserstand der Limmat durch die Mauern eindrang und dort eine Vertiefung im Boden füllte, da das Fundament der Kirche unter dem normalen Wasserspiegel lag. Der Stein ihrer Hinrichtung ist in der Krypta erhalten.

Relief an einer Säule: Karl der Grosse findet die Reliquien von Felix und Regula, um 1150, im Großmünster in Zürich
Relief an einer Säule: Karl der Grosse findet die Reliquien von Felix und Regula, um 1150, im Großmünster in Zürich

Gegen Ende des Mittelalters gab es eine weit verbreitete Verehrung mit Wallfahrten. Neben dem Zürcher Großmünster erhob auch das dortige Fraumünster den Anspruch, Reliquien zu besitzen. Während der Reformation wurden die Reliquien in die Dorfkirche nach Andermatt gebracht, ihre beiden Köpfe werden dort bis heute aufbewahrt. Diese wurden wissenschaftlich untersucht; dabei wurde festgestellt, dass ein Schädel tatsächlich aus der Römerzeit, der andere aus dem 11. Jahrhundert stammt. 1950, nach dem Bau der katholischen Kirche St. Felix und Regula in Zürich, fanden die übrigen Reliquien den Weg zurück an ihren Wirkungsort.

Früher wurde an ihrem Gedenktag das Kirchweihfest Züri-Chilbi gefeiert, daraus entstand im 17. Jahrhundert das Zürcher Knabenschießen, ein Schützenfest, heute am Wochenende vor oder nach dem Gedenktag. Das Siegel der Stadt Zürich stellt noch heute die drei mit den abgeschlagenen Häuptern in der Hand dar.

Patron von Zürich
Bauernregel: Steigt Felix die Sonne feurig auf / folgt bald Regenwettter drauf!

Das Großmünster in Zürich ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Die Wasserkirche in Zürich ist dienstags von 9 Uhr bis 12 Uhr, mittwochs von 17 Uhr bis 17 Uhr, sonntags von 12 Uhr bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet. (2015)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.09.2015

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.beepworld.de/members67/onyx007/zurich-switzerland.htm
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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