Ökumenisches Heiligenlexikon

Haggai

Gedenktag katholisch: 16. Dezember
4. Juli

Gedenktag orthodox: 16. Oktober, 16. Dezember

Gedenktag armenisch: 16. Dezember
liturgische Feier am 3. Dienstag nach dem Verklärungssonntag

Gedenktag koptisch: 16. Dezember

Gedenktag syrisch-orthodox: 15. Dezember, 16. Dezember

Name bedeutet: der Festliche (hebr.)

Prophet
* in Babylon, heute Han-al-Mahawil im Irak (?)
† um 500 v. Chr. in Jerusalem in Israel


Haggai kehrte wohl mit den in Babylon Exilierten in die Heimat zurück und wirkte dann in hohem Alter als Kultprophet am wieder aufgebauten Tempel in Jerusalem.

Worte von Haggai

Gott will, dass wir uns erst um sein Haus sorgen, dann wird er sich auch um unsere Anliegen kümmern. Jesus steht in der Tradition dieses Propheten, wenn er ganz ähnlich sagt: Sucht zuerst das Reich Gottes und all das [Lebensnotwenige] wird euch hinzugegeben werden!
Im zweiten Jahr des Königs Darius erging am ersten Tag des sechsten Monats das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai an den Statthalter von Juda, Serubbabel, den Sohn Schealtiëls, und an den Hohenpriester Jeschua, den Sohn des Jozadak: So spricht der Herr der Heere: Dieses Volk sagt: Noch ist die Zeit nicht gekommen, das Haus des Herrn aufzubauen. Da erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai: Ist etwa die Zeit gekommen, dass ihr in euren getäfelten Häusern wohnt, während dieses Haus in Trümmern liegt? Nun aber spricht der Herr der Heere: Überlegt doch, wie es euch geht. Ihr sät viel und erntet wenig; ihr esst und werdet nicht satt; ihr trinkt, aber zum Betrinken reicht es euch nicht; ihr zieht Kleider an, aber sie halten nicht warm und wer etwas verdient, verdient es für einen löcherigen Beutel. So spricht der Herr der Heere: Überlegt also, wie es euch geht. Geht ins Gebirge, schafft Holz herbei und baut den Tempel wieder auf! Das würde mir gefallen und mich ehren, spricht der Herr. Ihr habt viel erhofft und doch nur wenig geerntet; und wenn ihr es einbrachtet, blies ich es weg. Warum wohl? - Spruch des Herrn der Heere. Weil mein Haus in Trümmern liegt, während jeder von euch für sein eigenes Haus rennt. Deshalb hält der Himmel über euch den Tau zurück, und die Erde hält ihren Ertrag zurück. Ich rief die Dürre über das Land und über die Berge, über das Getreide, über den Wein und das Öl, über alles, was der Boden hervorbringt, über Mensch und Vieh und über alle Arbeit eurer Hände.

In einer zweiten Rede macht Gott den Bewohnern von Jerusalem Mut, das begonnene Werk, das offensichtlich schon zu Beginn ins Stocken geraten war, zügig fortzusetzen. Die Verheißung, die er daran knüpft, geht weit über die aktuelle Situation hinaus:
Macht euch an die Arbeit! Denn ich bin bei euch - Spruch des Herrn der Heere. Der Bund, den ich bei eurem Auszug aus Ägypten mit euch geschlossen habe, bleibt bestehen und mein Geist bleibt in eurer Mitte. Fürchtet euch nicht! Denn so spricht der Herr der Heere: Nur noch kurze Zeit, dann lasse ich den Himmel und die Erde, das Meer und das Festland erbeben und ich lasse alle Völker erzittern. Dann strömen die Schätze aller Völker herbei und ich erfülle dieses Haus mit Herrlichkeit, spricht der Herr der Heere. Mir gehört das Silber und mir das Gold - Spruch des Herrn der Heere. Die künftige Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere, spricht der Herr der Heere. An diesem Ort schenke ich die Fülle des Friedens - Spruch des Herrn der Heere.

Quelle: Haggai 1,1 - 11
Haggai 2, 4 - 9

Zitat über Haggai von Erich Zenger:

Haggai setzte sich leidenschaftlich und unermüdlich dafür ein, endlich mit dem Wiederaufbau des Tempels zu beginnen. Obwohl dieser von den Persern, die ab 539 v. Chr. die Babylonier als Weltmacht mit Zuständigkeit auch für Jerusalem abgelöst hatten, längst offiziell erlaubt worden war, kam das Projekt nicht in Gang. Wie in der Haggai-Schrift dokumentiert wird, gab es unterschiedlich begründete Widerstände gegen den Tempelbau. …
Die Haggai-Schrift präsentiert uns den Propheten als einen wortgewaltigen und geschickten Taktiker, der seine Zeitgenossen aus ihrer Lethargie und ihren theologischen Zweifeln herausführt und den Blick nach vorne öffnete.

Quelle: Christoph Dohmen (Hrsg.): Stuttgarter Altes Testament. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2017, S. 1812f

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.06.2020

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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