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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hipparchus, Philotheus und Gefährten

auch: die 7 Märtyrer von Samosata

Gedenktag katholisch: 9. Dezember

Gedenktag orthodox: 29. Januar

Gedenktag armenisch: 26. Oktober, 27. Oktober
liturgische Feier am 7. Dienstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag

Name bedeutet: H: der Pferdebändiger (griech.)
P: der Gott Liebende (griech.)

Märtyrer
† 297 in Samosata, heute im Atatürk-Stausee in der Türkei versunken


Hipparchus und sein Freund Philotheus waren der Überlieferung zufolge von vornehmer Geburt und höhere Beamte am Hof von Kaiser Maximian. Als in Samosata die Feier zur fünfjährigen Amtsübernahme des Kaisers abgehalten wurde, mussten die Einwohner sich im Tempel der Glücksgöttin Fortuna zur Opferfeier versammeln; Hipparchus und Philotheus schlossen sich aber in ihrer Wohnung ein zur Anbetung eines Bildes des Gekreuzigten zum Dank für ihre Bekehrung zum Christentum. Dort bekamen sie Besuch von fünf jüngern Fremden namens Jakobus, Paragrus, Habidus, Romanus und Lollianus. Auf deren Frage, warum sie sich zu Hause eingeschlossen hielten und nicht auch zum Tempel der Fortuna geeilt seien, erwiderten sie, dass sie den Schöpfer der Welten anbeteten. Jakobus fragte, ob sie das Kreuz für den Schöpfer des Weltalls hielten und Hipparchus anwortete, dass sie nicht das Kreuz, sondern den anbeteten, der am Kreuze gehangen habe zur Erösung der Welt und weiter, wie er und Philotheus vor drei Jahren durch den christlichen Priester Jakobus getauft und im Christenglauben unterrichtet worden war und dass sie deshalb den Geruch der Opfer dieser Feier nicht ertragen können.

Davon beeindruckt wollten nach einiger Zeit auch die jungen Freunde geauft werden. Hipparchus und Philotheus baten den Priester Jakobus in einem Brief, er solle deshalb kommen, was er - als Bettler verkleidet - tat. Er fragte sie, ob sie bereit seien, für Jesus auch Trübsal und Verfolgung zu leiden, ließ sie das Glaubensbekenntnis ablegen, taufte sie und feierte die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. mit ihnen. Nachdem aufgefallen war, das Hipparchus und Philotheus schon lange nicht mehr den Göttern geopfert hatten, wurden sie zusammen mit den fünf Neubekehrten verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Ungeachtet aller Versprechungen und Drohungen blieben sie standhaft und wurden deshalb gefoltert und geschlagen und bekamen vom 15. April bis zum 21. Juni nur wenig zu essen. Beim zweiten Verhör erschienen sie völlig abgemagert und entkräftet, blieben gleichwohl standhaft. Nun befahl der Kaiser, sie mit Stricken zu knebeln, zu fesseln und zu kreuzigen. Als sie am Hinrichtungsplatz vor der Stadt angekommen waren, gingen einige Mitglieder der obersten Stadtbehörde zum Kaiser und trugen diesem vor, dass fast alle Einwohner den Gefangenen gefolgt waren und durch Tränen ihren Schmerz gezeigt hatten darüber, dass sieben der Vornehmsten des Landes einen so grausamen und schmachvollen Tod erleiden sollten. Daraufhin erlaubte der Kaiser, dass sie im Vorhof des Circus mit ihren Verwandten und Freunden sprechen konnten, welche die Verurteilten um ihre Fürbitte bei Gott baten, er möge über die Stadt und über sie alle seine Gnade ausgießen.

Die Verurteilten benutzen die Gelegenheit zu einer Rede vor dem ganzen Volk, was den Kaiser erzürnte. Er ließ gegenüber dem Stadttor von Samosata sieben Kreuze aufrichten und wandte sich an den schon alten Hipparchus, um ihn zum Götzendienst zu ermahnen; der aber legte seine Hand auf seinen haarlosen Kopf und sagte: So, wie es nach dem gewöhnlichen Lauf der Natur nicht möglich ist, dass mein Haupt aufs Neue mit Haaren bedeckt werde, so ist es gleichfalls unmöglich, dass ich meine Gesinnung ändere. Da ließ ihm der Kaiser ein Ziegenfell auf den Kopf nageln und sagte spottend: Nun ist ja der Kahlkopf mit Haaren bedeckt; so opfere nun, da du es unter dieser Bedingung versprochen hast. Nachdem die sieben Männer dann gekreuzigt waren, kamen Frauen aus der Stadt und erhielten durch Bestechung der Wachen die Erlaubnis, den Sterbenden das Gesicht abzutrocknen und mit Schwämmen und Tüchern ihr Blut aufzusammeln. Als erster starb Hipparchus schon nach kurzer Zeit. Jakobus, Romanus und Lollianus lebten bis zum folgenden Tag und wurden dann mit Speeren erstoch. Philotheus, Habidus und Paragrus wurden noch lebend vom Kreuz abgelöst und bekamen auf Befehl des Kaisers Nägel in den Kopf geschlagen, so dass ihr Gehirn über ihr Gesicht rann.

Die Leichname von Hipparchus, Philotheus und den Gefährten sollten in den Euphrat geworfen werden, aber der reiche Christ Bassus bestach die Wachen, sie überließen ihm diese und er bestattete sie auf seinem Landgut bei Samosata.

Die Akten des Märtyrerprozesses sind erhalten.

In den Acta Sanctorum finden sich mit Datum 29. Januar sieben in den griechischen MenäenDie Menäen sind das liturgisches Monatsbuch der Orthodoxen Kirchen, sie enthalten neben den Gebeten auch die Texte über Feste und Heilige. verzeichnete Märtyrer aus Samosata, die gekreuzigt wurden; sie sind wohl mit den Genannten identisch: hier führt Philotheus die Gruppe an, Hipparchus wird Hyperechius genannt. Auch Jakobus und Romanus finden sich unter ihnen, Paragrus wird Panegorius genannt, Habidus Abibas und Lollianus Julianus. In der armenischen tradition wird Philotheus als Theophilus bezeichnet.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.08.2017

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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