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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johann Ludwig Schneller

Gedenktag evangelisch: 19. Oktober

Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
L: berühmter Krieger (althochdt.)

Missionar, Pädagoge
* 15. Januar 1820 in Erpfingen auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg
† 18. Oktober 1896 in Jerusalem in Israel


Schnellers Geburtshaus, heute „Ostereimuseum” in Erpfingen
Schnellers Geburtshaus, heute Ostereimuseum in Erpfingen

Johann Ludwig Schneller war Sohn einer pietistischen Bauern- und Weberfamilie, deren Vorfahren als evangelische Salzburger geflohen waren. Er wurde zum Lehrer ausgebildet und war ab 1838 in verschiedenen Orten in Württemberg tätig. Christian Friedrich Spittler erkannte seine missionarische Berufung und berief ihn 1847 zum Leiter der Missionsschule St. Chrischona bei Basel. Nach seiner Verlobung mit Magdalene Böhringer, einer Besucherin seiner Andachtsstunden, konnte er nach den Regeln der Bruderschaft das Amt nicht mehr ausüben, deshalb wurde ihm 1854 die Leitung des Brüderhauses in Jerusalem übertragen; dieses schon 1846 gegründete Haus musste schon 1849 wieder aufgegeben werden und sollte nun erneut Brüder für ihren Dienst in Abessinien - dem heutigen Äthiopien - ausbilden.

1855 machte Schneller sich aber selbständig und wollte Missionare für den Dienst an Muslimen ausbilden, was aber schnell als nicht möglich erkannt wurde. 1860 brach im Libanon Bürgerkrieg zwischen maronitischen Christen und den Drusen - einer aus dem Islam hervor gegangenen Gruppe - aus, viele Kinder verloren ihre Eltern; Schneller reiste ins Kriegsgebiet und holte sechs verwaiste Knaben in sein Haus nach Jerusalem. Schon im ersten Jahr stieg die Zahl der betreuten Waisen auf 41 Kinder. So wurde er zum Pionier diakonischer Tätigkeit im Vorderen Orient.

Johann-Ludwig Schneller (vorn Mitte) mit seiner Familie in Jerusalem
Johann-Ludwig Schneller (vorn Mitte) mit seiner Familie in Jerusalem

Schneller errichtete in diesem Waisenhaus Werkstätten mit Lehrlingsausbildung nach deutschem Muster, eine Druckerei, eine Ziegelei, eine Töpferei und landwirtschaftliche Betriebe zur Ausbildung von Bauern. Grundlage der strengen Erziehung war der Lehrplan der württembergischen Volksschulen; neben Arabisch lernten die Schüler Deutsch, Kernfach war der Religionsunterricht. 1880 wurden schon 130 Mädchen und Jungen betreut. Ab 1888 wurden in einem Seminar arabische Lehrer und Hilfspastoren ausgebildet. Mit dem Beginn der Verfolgung der Armenier in der Türkei ab 1894 bekam das Werk ein großes weiteres Aufgabenfeld mit der Betreuung dieser Flüchtlinge. Um 1900 war das Gebiet des Syrischen Waisenhauses größer als das der damaligen Altstadt von Jerusalem.

Nach Schnellers Tod führte sein Sohn Theodor die Arbeit weiter. In den 20er-Jahren konnte eine Zweigstelle in Nazaret eröffnet werden. Nach der Errichtung des Staates Israel wurde sämtlicher Besitz als Teil der Reparationen Deutschlands für den neuen Staat enteignet, das Werk wurde in Khirbêt Qanafâr bei Zahlé im Libanon durch Hermann Schneller und in Amman in Jordanien durch Ernst Schneller - beide Enkel des Gründers - neu aufgebaut, jeweils rund 200 Kinder werden dort heute betreut und ausgebildet.

Das syrische Waisenhaus in Jerusalem um 1930
Das syrische Waisenhaus in Jerusalem um 1930

Träger dieser Arbeit sind heute protestantische Kirchen vor Ort, unterstützt vom Evangelischen Verein für die Schneller-Schulen mit Sitz in Stuttgart.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Georg Sauer. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IX, Herzberg 1995