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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johann Schwingshackl

Gedenktag katholisch: 27. Februar

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Ordensmann, Priester, Märtyrer
* 4. Mai 1887 in Ried bei Welsberg / Monguelfo im Pustertal in Italien
† 27. Februar 1945 in München-Stadelheim in Bayern


Das 1911 erbaute und 2013 wieder an seinen Ursprungsort zurück velegte Studienhaus Canisianum in Innsbruck
Das 1911 erbaute und 2013 wieder an seinen Ursprungsort zurück velegte Studienhaus Canisianum in Innsbruck

Johann Schwingshackl, Sohn einer Bauernfamilie, von deren zwölf Kindern fünf Nonnen, zwei Priester und eines Missionsbruder wurden, war zunächst Knecht auf dem Hof seines Vaters. Erst mit 23 Jahren konnte er sein Studium privat beginnen, dann am Staatsgymnasium in Brixen fortsetzen. Nach seiner Einberufung zu den Kaiserjägern wurde er im 1. Weltkrieg schwer verwundet, dann in russischer Kriegsgefangenschaft in Sibirien gehalten. 1919 konnte er bei den Jesuiten im Noviziatshaus in St. Andrä im Lavanttal eintreten, 1924 wurde er zum Priester geweiht. Nach einer längeren Zeit der Krankheit - er litt an Tuberkulose infolge seiner Kriegsgefangenschaft - wurde er 1928 zuständig für Fragen der Verwaltung im Studienhaus Canisianum in Innsbruck, 1931 Novizenmeister, 1933 nach seinem Wunsch Volksmissionar, 1936 Novizenmeister bei den Missionsschwestern von Regina Apostolorum in Straßhof an der Nordbahn in Niederösterreich.

Schwingshackls Zellengenosse im Gefängnis in München-Stadelheim, Pfarrer Eiersebner, urteilte:

Sein harter Tirolerkopf und sein weiches Herz gaben ihm ein ganz besonderes Gepräge. Er konnte so streng in seinen Ansichten sein, und doch leuchtete aus ihm eine große, echt priesterliche Güte … Ich bin fest überzeugt, wenn die Jesuiten in der letzten Zeit einen Märtyrer hatten, dann ist es Pater Schwingshackl. Mir kam er immer vor wie ein Johannes der Täufer in seiner Strenge und geradezu manchmal herben Wahrhaftigkeit. Sein Beispiel hat uns in der qualvollen Lage viel gegeben.

1938 wurde Johann Schwingshackl Rektor an St. Martin in Wien. Wegen seiner unerschrockenen Predigten wurde er 1941 an einen ungefährlicheren Ort versetzt, nach Bad Schallerbach bei Wels. Dort wurde er im Februar 1944 wegen seiner Predigt- und Seelsorgertätigkeit und speziell wegen eines Briefes an seinen Provinzial verhaftet und unter der Anschuldigung des Defaitismus im Dezember 1944 in Salzburg zum Tod verurteilt. Er starb wenige Tage vor der Vollstreckung des Urteils im Gefängnis in München-Stadelheim.

Johann Schwingshackl wurde zunächst auf dem Perlacher Friedhof in München bestattet, 1946 wurde er auf den Jesuiten-Friedhof in München-Pullach überführt.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.10.2017

Quellen:
• http://dioezesefiles.x4content.com/page-downloads/direktorium_ibk.pdf
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IX, Herzberg 1995
• http://www.jesuiten.at/index.php?id=199&tx_sihistory_pi1%5Buid%5D=101&cHash=1c418ee9dc
• http://www.gaenserndorfundmehr.at/klosterkirche.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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