Ökumenisches Heiligenlexikon

Märtyrerkinder von Jastrebarsko und Sisak

Gedenktag orthodox: 13. Juli

Märtyrer
in Sisak und in Jastrebarsko in Kroatien


Kinderhäftlinge, Vinzentinerinnen und Ustaša-Kämpfer
Kinderhäftlinge, Vinzentinerinnen und Ustaša-Kämpfer

Am 12. Juli 1942 eröffnete der damalige Unabhängige Staat Kroatien - ein Vasallenstaat der faschistischen Achsenmächte Deutschland und Italien - das Konzentrationslager in Sisak, das ein ausschließlich für Kinder bestimmtes Lager war, und das ebenfalls nur für Kinder bestimmte Konzentrationslager Jastrebarsko als Außenstelle des Lagerkomplexes Jasenovac. Neben einem dritten Lager in Kroatien waren dies die einzigen reinen Kinderkonzentrationslager in Europa. Ziel der Inhaftierung war offiziell die Umerziehung der gefangenen Kinder, tatsächlich diente es weithin dem Völkermord an Serben, Juden, Sinti und Roma. Die Sterberate in den Lagern war extrem hoch, oft erhielten die Kinder tagelang keine Nahrung, einige Kinder wurden ermordet. Von etwa 10.000 Kindern in den drei Kinderlagern starben bis zur Befreiung durch jugoslawischen Partisanen rund 4000.

Für einen Teil der Kinder wurde versucht, sie im Ustaša-Geist der kroatischen Faschisten umzuerziehen. Sie wurden von Vinzentinerinnen betreut, die die serbischen - also in der Regel orthodoxen - Kinder auf eine katholische Umtaufe vorbereiten sollten gemäß der Anordnung von Bischof Alois Stepinac. Manche der Schwestern - so Marija Milavec Gaudiencija, die Ökonomin des Lagers und allgemein Viper genannt, waren gefühllos und grausam, verweigerten den Kindern Nahrung und Kleidung, haben auch manche getötet, denn das sind Partisanen-Kinder, die uns später töten würden, sollen sie also gleich sterben.

Zur Erinnerung an das Leid im Konzentrationslager in Sisak wurde dort 1958 ein Springbrunnen mit Statuen von sieben spielenden Kindern errichtet. Die ebenfalls angebrachte Gedenktafel wurde Anfang 1990 von kroatischen Nationalisten zerstört. Aus dem früheren Hauptgebäude des Lagers wurde eine Diskothek. Der Kinderfriedhof mit rund 2000 Kindergräbern wurde nach der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 vernachlässigt und war nicht mehr gekennzeichnet; 2013 wurde auf Initiative des Serbischen Nationalrates die Gedenktafel wieder errichtet, der erste Gedenktag seit der Unabhängigkeit Kroatiens konnte 2012 stattfinden.

Kanonisation: Im Mai 2022 wurden durch die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. der Serbisch-Orthodoxen Kirche sieben Märtyrerkinder der Lager Jastrebarsko und Sisak heiliggesprochen. Die Feier der Heiligsprechung der sieben Märtyrerkinder fand unter Vorsitz von Bischof Gerasim am 13. Juli 2022 in der orthodoxen Nikolaus-Kathedrale in Karlovac in Kroatien statt.
Sieben katholische kroatische Bischöfe haben daraufhin ein langes Protestschreiben an den serbisch-orthodoxen Patriarchen gerichtet: Wir sind fassungslos und traurig, weil wir den Eindruck haben, dass die Heilige Synode der Bischöfe der Serbischen Orthodoxen Kirche in dieser Angelegenheit offensichtlich Rhetorik und kommunistische Propaganda voller Unwahrheiten und Manipulationen akzeptiert hat, kritisierten sie und warnten vor den sehr negativen Auswirkungen, die die Fortsetzung solcher Heiligsprechungen auf die Beziehungen zwischen kroatischen Katholiken und serbisch-orthodoxen haben könnte.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.11.2022

Quellen:
• https://www.novosti.rs/drustvo/vesti/1119555/deca-logora-ndh-novi-sveci-mucenici-jastrebarskog-kalendaru-spc - abgerufen am 10.11.2022
• https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2022-08/serbien-heiligsprechung-loest-oekumenischen-konflikt-aus.html - abgerufen am 10.11.2022
• https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Jastrebarsko - abgerufen am 10.11.2022
• https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sisak - abgerufen am 10.11.2022
• https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Jastrebarsko - abgerufen am 10.11.2022
• https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/kinder-kzs-der-kroatischen-ustasa-terroristen-im-zweiten-weltkrieg - abgerufen am 10.11.2022
• https://www.kath.net/news/79136 - abgerufen am 10.11.2022
• https://www.novosti.rs/drustvo/vesti/1139371/prihvatiliste-logor-smrti-skandalozne-tvrdnje-grupe-hrvatskih-biskupa-jastrebarskom-sisku-otvorenom-pismu-patrijarhu-porfiriju - abgerufen am 10.11.2022

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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