Ökumenisches Heiligenlexikon

Matthias Waibel

Gedenktag evangelisch: 6. September

Name bedeutet: Gottes Geschenk (griech. - hebr.)

Priester, Märtyrer
6. September 1525 bei Reichenhofen im Allgäu in Baden-Württemberg


Zeichnung des ehamligen Unteren Tores in Leutkirch
Zeichnung des ehamligen Unteren Tores in Leutkirch

Matthias Waibel war Priester in Kempten. In seinen Predigten vertrat er immer deutlicher die Lehren von Martin Luther und wandte sich gegen den Ablass. Nachdem aufrührerische Bauern das Kloster geplündert, dessen Bibliothek vernichtet, dazu die Altäre der Kirche zerstört hatten, sollte er seines Amtes enthoben werden, aber die Gemeinde stützte ihn. Schließlich wurde er unter einem Vorwand aus der Stadt gelockt und gewaltsam ins Gefängnis im Unteren Tor nach Leutkirch verschleppt. Aus dem Fenster hielt er die ersten evangelischen Predigten in der Stadt, die sich erst 1546 der Reformation anschloss und schon 1548 nach dem Augsburger Interim wieder rekatholisiert wurde. Der Rat der Stadt wollte Waibel aber schon 1525 nicht verurteilen, deshalb wurde er vom Hauptmann des Schwäbischen Bundes aus der Stadt gebracht und an der St.-Wolfgang-Kapelle bei Reichenhofen ohne Gerichtsverfahren erhängt.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.12.2019

Quellen:

• Stadtpfarrkirche St. Martin Leutkirch im Allgäu. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2007
• Tafel am ehemaligen Oberen Tor in Leutkirch

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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