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Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm Löhe

vollständig: Johann Konrad Wilhelm Löhe

Gedenktag evangelisch: 2. Januar

Name bedeutet: Wille und Schutz (althochdt.)

Pfarrer, Gründer
* 21. Februar 1808 in Fürth in Franken in Bayern
† 2. Januar 1872 in Neuendettelsau in Franken


Johann Konrad Wilhelm Löhe, Sohn eines Kaufmanns, wollte schon als Kind Pfarrer werden. Der Vater war früh gestorben, seine Erziehung oblag weitgehend seiner Mutter, durch die er auch im pietistischen Sinn beeinflusst wurde. Das Studium der Theologie in Erlangen und Berlin beendete er 1830. Auf wechselnden Vikarsstellen gab es dann immer wieder Auseinandersetzungen wegen seiner pietistischen Predigten. 1837 kam er als Pfarrer nach Neuendettelsau und heiratete noch im selben Jahr Helene, geb. Andrä; sie starb schon nach sechs Jahren, Löhe musste dann die Kinder selbst aufziehen. Bis zu seinem Lebensende blieb er in dem kleinen Dorf, das unter seiner Leitung zu einem Zentrum der lutherischen Kirche über Bayern hinaus wurde. Löhe stritt für ein klares lutherisches Bekenntnis und für eine reichhaltige Liturgie. Er verfasste Bücher über das Abendmahl, die Beichte und das Glaubensbekenntnis sowie die Drei Bücher von der Kirche, in denen er die lutherische Kirche als einigende Mitte der Konfessionen sieht. Nicht zuletzt auf sein Wirken geht zurück, dass sich die bayerische evangelische Landeskirche seit 1853 evangelisch-lutherisch nennt.

Nach der Revolution von 1848 wollte Löhe die Gemeinden nach dem Vorbild der frühen apostolischen Kirche neu organisieren. Schon seit 1841 bildete er Missionare aus zur geistlich Betreuung der ausgewanderten Deutschen in Nordamerika. Diese waren dann auch in der Indianermission tätig; aus diesem Arbeitszweig ist später die Neuendettelsauer Mission entstanden. 1853 eröffnete Löhe in Neuendettelsau die Diakonissenanstalt, um Frauen aus schwierigen sozialen Verhältnissen eine Ausbildung zu ermöglichen. 1854 gründete er den Lutherischen Verein für weibliche Diakonie für junge Frauen, die sich nicht als Diakonissen verpflichten wollten, aber zum Dienst an der leidenden Menschheit befähigt werden sollten. Zu Löhes Lebzeiten entstanden neben dem Mutterhaus acht weitere Gebäude, darunter ein Betsaal, die damals so genannte Blödenanstalt, ein Rettungshaus und ein Frauenhospital.

Zeitweise musste Löhe sich des Vorwurfes erwehren, katholisch zu sein, weil er eine Krankensalbung durchgeführt hatte. Als er sich 1860 weigerte, einen Geschiedenen zu trauen, wurde er zeitweilig seines Amtes enthoben. Er schrieb mehrere Bücher, von denen er selbst das Haus-, Schul- und Kirchenbuch für Christen lutherischen Bekenntnisses als Frucht seines Lebens und Wirkens bezeichnete. Der evangelische Geistliche bietet pastoraltheologische Anregungen.

Die Drei Bücher von der Kirche sind von von Dietrich Blaufuß im November 2005 neu herausgegeben worden.

  Die Diakonie Neuendettelsau ist heute ein modernes Unternehmen mit Filialen in ganz Franken und Bayern und mit über 4600 Mitarbeitern, natürlich auch im Internet zu finden.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.02.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Frank Schumann. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. V, Herzberg 1993