Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm I. der Eroberer

französischer Name: Guillaume le Conquérant

1 Gedenktag katholisch: 14. Oktober

Name bedeutet: der willensstarke Schützer (althochdt.)

König
* 1027/1028 in Falaise in der Normandie in Frankreich
9. September 1087 in Rouen in Frankreich


Gebäude in der weitläufigen Burg in Caen
Gebäude in der weitläufigen Burg in Caen

Wilhelm war ein Neffe zweiten Grades von Eduard „dem Bekenner” und wurde Herzog der Normandie, genannt Wilhelm der Bastard. Er baute die Burg in Caen, weil er die Stadt zu seiner wichtigsten Residenz erkoren hatte, und dort 1063 auch das Kloster aux Hommes mit der 1077 geweihten Kirche Saint Étienne; damit drückte er seine Dankbarkeit aus, dass der Papst seine Exkommunikation zurücknahm, die dieser ausgesprochen hatte, weil um 1050 Wilhelm seine Cousine Mathilde von Flandern geheiratet hatte.

Wilhelm beanspruchte die Nachfolge des englischen Königs Eduard und legte 1066 in Saint-Valéry-sur-Somme ab, um den Ärmelkanal zu überqueren zur erfolgreichen Eroberung der britischen Insel; dabei siegte er in der Schlacht bei Hastings über seinen Rivalen Harald II. Dann konnte er das angelsächsische Königreich unterwerfen und das anglo-normannische Reich begründen. An Weihnachten 1066 wurde er in der Westminsterabtei in London zum König der Engländer gekrönt. Er ließ das Buch über Grundbesitz, das Domesday Book, erstellen und in London den Tower errichten. Obwohl er Bayeux als Residenz aufgegeben hatte und Caen bevorzugte, förderte er den Neubau der Kathedrale in Bayeux und nahm an deren Weihe 1077 teil. Durch die erfolgreichen Eoberungen in England und auch in Süditalien war sein Herzogtum zur reichsten Region Europas geworden, so konnte er auch den Bau der Kathedrale in Coutances fördern und 1056 an deren Weihe teilnehmen.

Chorseite der Kathedrale in Bayeux
Chorseite der Kathedrale in Bayeux

Wilhelm starb im damaligen Schloss in Rouen, von dem heute noch der Turm Jeanne d'Arc übrig ist. Er wurde in der Kirche Saint-Étienne seines Klosters in Caen bestattet; sein Grab am Altar wurde mehrfach geschändet.

Das Kloster aux Hommes in Caen musste 1790 in der Französischen Revolution von den Mönchen verlassen werden. 1791 wurde die Gebäude von der Kommune übernommen, die Kirche Saint-Étienne wurde Pfarrkirche. 1804 wurde ein Gymnasium eröffnet, im 2. Weltkrieg wurde es Lazarett, seit 1965 ist es das Rathaus der Stadt.

Die Kirche Saint-Étienne des ehemaligen Klosters aux Hommes in Caen ist täglich von 9 Uhr bis 19.30 Uhr, montags und samstags nur bis 18 Uhr geöffnet. (2026)
Die Kathedrale in Bayeux ist täglich von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 30.06.2026

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.