Ökumenisches Heiligenlexikon

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15. Dezember

1. † am 15. Dezember um 457, entschlief auf der Straße vor der Stadt Avensa, Bordj Hamdouna in Tunesien, der heilige Bischof Valerianus, der Bischof von Avensa, fast 80-jährig, der in der Verfolgung durch die arianischen Vandalen, von deren König Genserich aufgefordert wurde, alle kirchlichen Geräte auszuliefern; da dieser sich ausdauernd weigerte, erhielt er den Befehl, außerhalb der Stadt als verbannter Einzelgänger zu weilen; da der Befehl lautete, dass niemand ihn in Haus oder Garten oder Feld aufnehmen dürfe, hielt er sich solange wie möglich nur auf der öffentlichen Straße auf und lag auf der bloßen Erde unter dem freien Himmel, bis er schließlich vor Erschöpfung, als Bekenner der orthodoxen Wahrheit, den Lauf seines seligen Lebens vollendet, in den Himmel aufgenommen wurde.

2. † an einem 15. Dezember um 520, entschlief in seiner Abtei Micy, an der Loire, nahe Orláns, der heilige Priester Maximin, Saint Mesmin de Verdun, der als erster Abt von Micy gilt. Einer seiner Mönche war der heilige Abt Avitus (17. Juni, um 530/7).

3. † am Mittwoch, dem 15. Dezember 1171, entschlief in La Cava, bei Salerno, der selige Abt Marinus, 1146 der siebte Abt von La Cava, Freund und Vermittler zwischen den Päpsten und den Königen von Sizilien, von bewundernswerter Treue zum Papst, besonders 1156. Seine Verehrung wurde 1928 bestätigt.

4. † am Freitag, dem 15. Dezember 1617 entschlief in Genua, die selige Maria Vittoria de Fornari-Strata, die, Witwe geworden, 1604 den Ordine dell’Annunziata, von Maria Verkündigung, gegründet hat, die Suore Turchine wegen ihres türkisen Ordenskleides genannt werden, um sie von den französischen, den roten Annuntiata-Schwestern zu unterscheiden.

5. † am Freitag, dem 15. Dezember 1651, entschlief in ihrem Geburtsort Genua, die heilige Verginia Centurione, verwitwete Bracelli, 64 J., als Tochter des späteren Dogen von Genua und einer ebenfalls adligen Mutter. Gerne wäre sie jung ins Kloster eingetreten, aber ihr bestimmender Vater bestimmte die 15-Jährige zur Ehe mit Gaspare Grimaldi Bracelli; der Mann ließ sich aber nicht bändigen, gab sein ausschweifendes Leben nicht auf, aber musste es, schwer erkrankt, abgeben, nachdem er kaum fünf Jahr Ehemann und Vater war, an seinem Ende im Glauben und in der Liebe gestärkt und geläutert durch den Beistand seiner guten Ehefrau. Die 20-järige Witwe gab dem Drängen ihres Vaters auf eine neue Eheschließung diesmal nicht nach, sondern legte privat das Gelübde der Keuschheit ab. Sie lebte weiter im Haus ihrer Schwiegermutter, sorgte für ihre Kinder und verwaltete den Besitz. 1610 spürte sie ihre Berufung, Gott in den Armen zu dienen. Sie begann sofort damit, verkaufte die Hälfte ihres Vermögens und gab den Erlös den Armen, war aber auch darauf bedacht, den gestrengen Willen ihres Vaters so genau wie möglich zu erfüllen. Als der Kleinkrieg Ligurien gegen Savoyen 1624 viel Elend über Genua brachte, nahm sie 15 verlassene Straßenjungen bei sich auf; als im Jahr darauf ihre Schwiegermutter starb, erweiterte sie ihren Hilfskreis und Helferinnenkreis, ging selber in die ärmsten Viertel der alten Hafenstadt um zu helfen und gründete die Cento Signore della Misericordia Protettrice dei Poveri di Gesú Cristo, Hundert Damen der Beschützenden Barmherzigkeit der Armen Jesu Christi. 1929 brach eine Hungersnot aus und sie kaufte das leerstehende Kloster Monte Calvario, wo sie 1631 ihre Hilfsbedürftigen unterbrachte, stellte es unter den Schutz Unserer Lieben Frau von der Zuflucht, musste drei Jahre später ihr Werk wieder um drei Niederlassungen erweitern, in denen sie 300 Leidende unterbringen konnte. Ihr Werk unterstand der Kontrolle des Senats. Es dauerte bis 1650, bis sie ihre Regeln für ihr Istituto Nostra Signora del Refugio fertig gestellt hatte, in denen genau festgelegt wurde, wer welche Aufgaben und welche Aufsichtspflichten hatte, nach genauer Absprache mit dem Senat der Stadt. So wurde etwa festgelegt, dass die Nichtmitglieder der Ordensgemeinschaft zwar ohne Ordensgewand, aber sonst in der Lebensführung genau den Mitgliedern fast gleich zu leben hatten. Es bildeten sich dann zwei Ordensgemeinschaften, die Suore di Nostra Signora del Rifugio di Monte Calvario, Schwestern und die Figlie di Nostra Signora al Monte Calvario, Töchter. All das war schon 1641 soweit klar, das sie sich, nachdem die Protettori die Leitung übernommen hatten, als allergeringste der Töchter unermüdlich einsetzen konnte in den geringsten so wie in den wichtigeren Aufgaben des Alltags einer so großen Zahl und Unterschiedlichkeit von Bedürftigen. Rückschläge blieben nicht aus, indem die Verantwortlichen lax und die höheren Damen weniger opferfreudig wurden. So musste sie schließlich wieder eins nach dem andern selber in die Hand nehmen. Als sie gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage war, lenkte sie alles über ihre getreuen Schwestern. Ihr beständiges Bemühen erreichte auch ein Nachlassen der schmerzlichen Spannungen zwischen den Adelsfamilien und zwischen dem Erzbischof und dem Senat. Auch ihre öffentlich bekannten mystischen Begabungen halfen ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit etwas dazu, dass sie Frieden vermitteln konnte. Schließlich konnte sie doch auch selber in Frieden entschlafen. Papst Johannes-Paul II. hat sie bei seinem Besuch in Genua am 22. September 1985 seliggesprochen und am 18. Mai 2003 in Rom heiliggesprochen.

6. † am Samstag, dem 15. Dezember 1855, entschlief in Brescia, die heilige Jungfrau Maria Crocifissa Di Rosa, die aus Liebe zu Gott und zum Nächsten, ihr reiches Vermögen und sich selbst verausgabt hat und das Istituto Ancelle della Carità di Brescia, Dienerinnen der Caritas aus Brescia, gegründet hat.

7. † am Montag, dem 15. Dezember 1856, entschlief in Verona, der selige Priester Carlo, Johannes Heinrich Karl Steeb, der geboren wurde am 18. Dezember 1773 in Tübingen, 1793 in Verona konvertierte und 1796 dort zum Priester geweiht wurde; er war Professor und Seelsorger; 1840 war er Gründer der Sorelle della Misericordia, Schwestern von der Barmherzigkeit, zusammen mit Vincenza Luigia Poloni, die bereits vor ihm entschlafen ist, und dem Priester Padre Leonardi. Papst Paul VI. hat ihn am 6. Juli 1975 seliggesprochen.

Eichstätt: Wunibald, Gründerabt von Heidenheim: 18. Dezember 761/5
Aachen: Johannes vom Kreuz: 14. Dezember 1591/1
Rottenburg-Stuttgart: Carlo Steeb: 7


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 21.11.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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