Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes von Shanghai und San Francisco

Taufname: Michail Borissowitsch Maximowitsch - Михаил Борисович Максимо́вич

1 Gedenktag orthodox: 2. Juli
Auffindung der Gebeine: 25. Oktober

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Mönch, Erzbischof von Shanghai und San Francisco
* 16. Juni 1896 in Adamiwka, Stadtteil von Swjatohirsk bei Charkow in der Ukraine
2. Juli 1966 in Seattle in den USA


Johannes 1934 in Shanghai
Johannes 1934 in Shanghai

Michail, Sohn eines Adelsmarschalls, besuchte eine Militärschule und studierte dann bis 1918 Jura an der Universität in Charkow. Nach der russischen Oktoberrevolution und dem anschließenden, von den Konservativen verlorenen Bürgerkrieg floh die Familie 1921 nach Belgrad, wo Michail bis 1925 an der Universität Theologie studierte. 1924 wurde er zum Lektor der Russisch-orthodoxen Kirche geweiht. 1926 trat er mit dem Ordensnamen Johannes dem Mönchsstand bei und wurde noch im selben Jahr zum Priester geweiht. Nachdem er als Religionslehrer gedient hatte, war er von 1929 bis 1934 Lehrer am damaligen Priesterseminar der Serbisch-orthodoxen Kirche an der - heute spurlos abgegangenen - Johannes-Kirche in Bitola im heutigen Nordmazedonien. 1934 wurde er zum Bischof der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland geweiht und nach Shanghai ausgesandt, wo er die Kathedrale der Gottesmutter Bürgin der Sünder erst noch fertigstellen musste. Damals befanden sich Hunderttausende russische Flüchtlinge in China, sehr viele von ihnen in Shanghai. Johannes gelang es mit seiner enormen spirituellen Autorität zudem ein Pfarrhaus, ein Pflegeheim, Zentren für die Lebensmittelversorgung der Armen, ein Gymnasium und Waisenhäuser, in denen im Laufe der Zeit 3500 Kinder Zuflucht fanden, fertigzustellen. Nach Übernahme der Herrschaft der Kommunisten in China floh Johannes wie die meisten Russen auf die Philippinen, 1951 wurde er als Bischof der Westeuropäischen Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland nach Meudon bei Paris an die Auferstehungskirche - eine der ältesten russisch-orthodoxen Gemeinden im Großraum Paris - und 1952 an die Kirche Hiob von Potschajew nach Uccle bei Brüssel ausgesandt. Er wandte sich auch der lokalen Bevölkerung vor Ort zu und gliederte westliche Heilige aus der Zeit vor dem Morgenländischen Schisma in den orthodoxen Kalender ein. 1962 wurde Johannes der Titel eines Erzbischofs verliehen und er nach San Francisco gesandt mit Sitz an der Kathedrale der Gottesmutter Freude aller Trauernden. 1966 starb er unerwartet bei einem Besuch in Seattle.

In seinem Geburtsort Adamiwka ist Johannes heute das Kloster geweiht.

Kanonisation: Die Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland sprach Johannes schon am 2. Juli 1994 heilig, die Russisch-Orthodoxe Kirche bestätigte dies am 2. Juli 2008.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.07.2026

Quellen:
• https://sr.wikipedia.org/wiki/Свети_Јован_Шангајски - abgerufen am 11.07.2026
• https://babambitola.mk/bitolskata-bogoslovija - abgerufen am 11.07.2026
• https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/87798-gedenken-an-den-heiligen-johannes-von-shanghai-und-san-francisco-in-meudon - abgerufen am 11.07.2026
• https://www.orthodox.cn/localchurch/shanghai/shanghaicathedral_en.htm - abgerufen am 11.07.2026
• https://egliseorthodoxerussemeudon.wordpress.com - abgerufen am 11.07.2026
• https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_von_Shanghai_und_San_Francisco - abgerufen am 11.07.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.