Ökumenisches Heiligenlexikon

Martius

auch: Martinus, Mars

1 Gedenktag katholisch: 13. April

Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Einsiedler, Klostergründer und Abt in Clermont
* um 440
um 530 in / bei Clermont, heute Clermont-Ferrand in Frankreich


Martius lebte alter Überlieferung zufolge ab etwa 460 als Einsiedler auf einem Berg an einer Waifer-Lager 1 genannten Stelle zwischen der Kirche Saint-Léger in Royat bei Clermont-Ferrand und einer Kirche Saint-Victor. Fromme Leute brachten ihm demnach den Lebensunterhalt, er konnte Besessene von Dämonen befreien und heilte Wechselfieber durch geweihtes Öl, das er zu trinken gab; einen gewissen Nivardus heilte er von Wassersucht. Um 470 kamen immer mehr Schüler zu ihm und es entstand das Kloster, dessen erster Abt Martius wurde. Als einst ein Dieb in den Klostergarten eingedrungen war, reiche Beute an Obst und andern Gartenfrüchten machte, aber den Ausgang nicht finden konnte, kam Martius, schenkte ihm das Gestohlene zeigte ihm die Tür ins Freie.

Martius wurde in seinem Kloster bestattet, auch an seinem Grab geschahen Wunder. Sein Kloster bestand bis zur Französischen Revolution als ein von der damaligen Abtei an der Kirche Saint-Alyre in Clermont abhängiges Priorat.

1 Das Waifer-Lager war benannt nach einer Episode aus dem 8. Jahrhundert während des Krieges zwischen Frankenkönig Pippin dem Jüngeren und Waifer (auch Waiofar), dem Herzog von Aquitanien.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.02.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• Acta Sanctorum zum Tage

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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