Ökumenisches Heiligenlexikon

Nilus von Sora

russischer Name: Nil - Нил
Taufname: Nikolai Maykov

1 Gedenktag katholisch: 7. April

1 Gedenktag orthodox: 7. April, 7. Mai

Name bedeutet: der Wassergraben (griech.)

Mystiker, Klostergründer und Abt in Pustyn
* um 1433
7. Mai 1508 in Pustyn im Oblast Wologda in Russland


russische Ikone
russische Ikone

Nikolai Maykov, nach eigenem Bekunden Sohn einer Bauernfamilie trat in jungen Jahren unter dem Ältesten Paisius Jaroslawow in das ab 1397 entstandene Kloster Belozersk in Kirillo am Weißen See im Oblast Wologda ein und wurde Mönch mit dem Ordensnamen Nilus. Nach einiger Zeit reiste er zusammen mit seinem Schüler Innozenz ins Heilige Land und nach Konstantinopel - das heutige Ístanbul -, um das Klosterleben zu studieren, und kam dann auf den Heiligen Berg Athos in Griechenland, wo er und Innozenz in die Xylourgou-Skewte aufgenommen wurden. Dort widmete Nilus sich dem Lesen und Übersetzen von Werken der Kirchenväter und machte sich mit der asketischen und mystischen Lehre des Hesychasmus vertraut. Nach seiner Rückkehr nach Russland besuchte er 1473 bis 1479 andere Klöster und kehrte dann in sein Kloster Belozersk zurück. Dort errichtete er sich eine Zelle außerhalb der Klostermauern, um in stiller Kontemplation zu leben; doch seine Andacht wurde durch Menschen gestört, die seinen Rat suchten.

Nilus zog weiter weg vom Kloster und gründete um 1480 ein Kloster nach dem Vorbild einer Skete auf dem Athos - die Nilo-Sorskaya-Einsiedelei in Pustyn am Fluss Sora, wo er sich mit seinen Schülern niederließ und die Gemeinschaft als Starez, Ältester leitete. Dort sollten nie mehr als ein Priestermönch, ein Diakon und zwölf Mönche wohnen. Frauen war der Zutrit verwehrt, Mönche durften die Skete unter keinem Vorwand verlassen, der Besitz von Land oder Gütern war verboten. Daraus entstand die Bewegung der sogenannten Uneigennützigen - Nestjaschateli - Нестяжатели, die zu den asketischen Idealen der Wüstenväter zurückkehren wollte und gegen die Lebensweise der Mönche in den reichen Großklöstern auftrat.

Es kam dann zu Streitigkeiten zwischen den Uneigennützigen und den Iossifljanern, den Mönche in den reichen Großklöstern, die nach den Regeln von Joseph von Volokolamsk lebten. ein Sobor - eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. - entschied 1503 zugunsten der Iossifljaner, die Bewegung der Uneigennützigen wurde zurückgedrängt; aber Nilus und seine Bewegung legten den Grundstein für das im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete Starzentum, wie es Seraphim von Sarow beispielhaft praktizierte.

Nilus wurde in seiner Nilo-Sorskaya-Einsiedelei in Pustyn - heute eine öffentliche Kirche - bestattet. An seinem Grab ereigneten sich zahlreiche Wunder.

Kanonisation: Nilus wurde wurde 1903 von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.02.2026

Quellen:
• https://www.orthodox.net/menaion/may.html - abgerufen am 12.02.2026
• https://de.wikipedia.org/wiki/Nil_Sorski - abgerufen am 12.02.2026
• https://www.oca.org/saints/lives/2026/05/07/101310-repose-of-venerable-nilus-abbot-of-sora - abgerufen am 12.02.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.