Ökumenisches Heiligenlexikon

Ortarius von Cotentin

auch: Hortarius
französischer Name: Ortaire

1 Gedenktag katholisch: 15. April
Erhebung der Gebeine 21. Mai in Coutances: 21. Mai

Name bedeutet: der Aufsteigende (latein.)

Abt in Landelles
* um 482 nahe Le Dézert bei Saint-Lô in der Normandie in Frankreich
15. April 580 (?) in Landelles, heute Landelles-et-Coupigny bei Saint-Lô in der Normandie in Frankreich


Statue im Landgut bei Le Dézert
Statue im Landgut bei Le Dézert Foto: Jgallois

Ortarius entstammte, so die Überlieferung, gallo-römischem Adel. Schon in jungen Jahren widmete er sich der Buße, fastete lange, kleidete sich ärmlich, trug ein Büßerhemd, aß nur Gerstenbrot und trank Wasser aus der noch heute existierenden Quelle an seinem Elternhaus, der wundersame Kräfte zugeschrieben wurden. Im Alter von zwölf Jahren verlies er seine Familie und wurde Mönch im damaligen Kloster in Beaumesnil bei Bayeux. Nach einiger Zeit zog er sich als Einsiedler zurück an die Stelle des dann entstandenen und nach ihm benannten Priorats in Saint-Michel-des-Andaines bei Alençon. Als der Abt des damaligen Klosters in Landelles starb, ging er zu dessen Beerdigung und wurde dann zu dessen Nachfolger als Abt gewählt. Unter seiner Führung erblühte das Kloster und wurde zu einem Zentrum der Spiritualität und Kultur in der Region Cotentin. Weil er die Bräuche der der keltischen Religion kannte, konnte er viele keltische Druiden bekehren und wurde so zu einem großen Missionar. Im Alter von 98 Jahren spürte er seine nachlassende Gesundheit und zog sich von seinem Amt zurück.

An der Stelle von Ortarius' - angeblichem - Geburtsort bei Le Dézert steht heute ein Landgut mit einer ihm geweihten Kapelle. Die Ortarius geweihte Kapelle auf dem Friedhof in Landelles beherbergt einen merowingischen Sarkophag, der als Altar dient und angeblich den Leichnam von Ortaire enthielt.

Manche Ausleger meinen, dass Ortarius tatsächlich im 11. Jahrhundert Abt des damaligen Klosters in Landelles war.

Patron gegen Podagra - einem Gichtanfall an der Großzehe des Fußes





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.08.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Ortaire_de_Landelles - abgerufen am 09.08.2026
• https://recensement.patrimoine-religieux.fr/eglises_edifices/14-Calvados/14352-Landelles-et-Coupigny/181806-ChapelleSaint-Ortaire - abgerufen am 09.08.2026
• https://www.santiebeati.it/dettaglio/49540 - abgerufen am 09.08.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.