Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm Langschwert

französischer Name: Guillaume Longue Épée

1 Gedenktag katholisch: 17. Dezember

Name bedeutet: der willensstarke Schützer (althochdt.)

Herzog, Märtyrer
* um 910 in der Normandie in Frankreich
17. Dezember 942 bei Picquigny nahe Amiens in Frankreich


Wilhelm Langschwert, Sohn des in die Normandie gekommenen heidnischen Wikingers Rollo, der sich dann taufen ließ, und der Christin Poppa, wurde um 924 Nachfolger seines Vaters als Herzog der Normandie 933 konnte er das Herrschaftsgebiet im Norden bis nach Cherbourg und im Westen bis nach St-Malo ausweiten. Er trug der Überlieferung zufolge unter seiner Rüstung das Habit der Benediktiner, denn er wollte nach Aufgabe seines Amtes dem Orden beitreten im damaligen Kloster in Jumièges bei Rouen, das er restauriert hatte. In dem 939 ausgebrochenen Krieg gegen Graf Arnulf von Flandern setzten von diesem gedungene Mörder Wilhelms Leben auf einer Insel der Somme bei Picquigny ein vorzeitiges Ende.

Liegefigur, 14. Jahrhundert, in der Kathedrale in Rouen
Liegefigur, 14. Jahrhundert, in der Kathedrale in Rouen

Wilhelm wurde in der Kathedrale in Rouen bestattet.

Das 654 durch Philibert gegründete Kloster Notre-Dame in Jumièges wurde 841 von den Wikingern geplündert und niedergebrannt. Ab 930 wurde es von Benediktinern wieder aufgebaut und zu einem der reichsten und mächtigsten Klöster in der Normandie. 1562 überfielen Hugenotten das Kloster, aus dem die Mönche aber schon geflohen waren, die im Jahr darauf zurückkehrten und den Wiederaufbau unternahmen. 1789 zählte das Kloster nur noch 18 Mönche, in der Französischen Revolution musste es sich Ende 1790 auflösen, die Gebäude wurden verkauft. 1852 begann die damalige Besitzerfamile - nicht zuletzt unter dem Einfluss des Schriftstellers und Politikers Victor Hugo, der das Anwesen als schönste Ruine Frankreichs bezeichnet hstte - mit deren Restaurierung. Seit 1947 ist das Gelände in Staatsbesitz und heute Museum.

Die Ruinen des Klosters in Jumièges sind täglich von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr - von Mitte Septmber bis Mitte April mit Mittagspause von 13 Uhr bis 14.30 Uhr - geöffnet, der Eintritt beträgt 7,50 €. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 30.06.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Ier_de_Normandie - abgerufen am 18.07.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Jumi%C3%A8ges - abgerufen am 28.06.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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