Ökumenisches Heiligenlexikon

Agapitus I.
auch: Agapius, Agapet

Gedenktag katholisch: 22. April
Gedenktag orthodox: 17. und 22. April
Gedenktag armenisch: 19. April
Name bedeutet: der Geliebte (griech.)
Papst
* in Rom
† 22. April 536 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei
Kartenskizze

Agapitus war der Sohn des römischen Priesters Gordianus, der in den Unruhen zur Zeit des Papstes Symmachus erschlagen wurde. Agapitus wurde 535 zum Papst gewählt. Seine erste Amtshandlung war, den Bann zu verbrennen, den sein Vorvorgänger Bonfatius II. gegen Dioskur ausgesprochen hatte. Er setzt die Beschlüsse des Konzils von Karthago - dem heutigen Vorort von Tunis in Tunesien - in Kraft, nach denen ehemalige Anhänger des Arianismus keine kirchlichen Ämter übernehmen konnten.

Nachdem die byzantinischen Truppen unter Belisarius schon Sizilien erobert hatten und nun Italien bedrohten, sandte Ostgotenkönig Theodehad den Papst nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - zu Kaiser Justinian I., um Frieden zu erbitten. Damit er die Reisekosten aufzubringen konnte, musste Agapitus die heiligen Gefäße der römischen Kirchen verpfänden. In Begleitung von fünf Bischöfen und einem stattlichen Gefolge kam er im Februar 536 in die Hauptstadt des östlichen Reichsteiles; aber wie Agapitus vorhergesehen hatte, scheiterte seine Mission: Justinian beharrte auf seinen Rechten. Für die Kirche war die Reise dennoch ein Erfolg: eine Unterminierung der Beschlüsse des Konzils von Chalcedon konnte gerade noch rechtzeitig verhindert werden, Justinian setzte den Patriarchen Anthimus - einen insgeheimen Anhänger des Monophysitismus - ab und übergab dem Papst ein schriftliches Glaubensbekenntnis.

Wenig später wurde Agapitus krank und starb nach zehnmonatiger glänzender Regierungszeit. Seine sterblichen Überreste wurden in die Peterskirche nach Rom überführt.

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. Tübingen 1976
• http://www.newadvent.org/cathen/01202c.htm
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990


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