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Ökumenisches Heiligenlexikon

Clemens August Graf von Galen

Gedenktag katholisch: 22. März
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Berlin, Essen und Münster

Name bedeutet: C: der Sanftmütige (latein.)
A: der Erhabene (latein.)

Kardinal, Bischof von Münster
* 16. März 1878 auf der Burg Dinklage in Niedersachsen
† 22. März 1946 in Münster in Nordrhein-Westfalen


Clemens August, als elftes von 13 Kindern des Zentrumsabgeordneten Ferdinand Graf von Galen geboren, studierte Philosophie in Fribourg in der Schweiz, dann Theologie in Innsbruck und in Münster, wo er 1904 zum Priester geweiht wurde. 1906 wurde Galen KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. in der Großstadtseelsorge in Berlin. Mehrfach äußerte er Skepsis gegenüber der modernen Gesellschaftsordnung, kritisierte auch die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik und war aktiv im konservativen Flügel der Zentrumspartei. 1919 wurde er Pfarrer in Schöneberg, das 1920 nach Berlin eingemeindet wurde, und 1929 Pfarrer in Münster. 1933 wurde er zum Bischof von Münster ernannt, schon bald trat er entschieden und öffentlich der kirchenfeindlichen Politik und der Rassenlehre der Nationalsozialisten entgegen.

1936 begrüßte von Galen zwar den Einmarsch deutscher Truppen in das seit dem Versailler Vertrag entmilitarisierte Rheinland, aber 1937 sorgte er für die Verbreitung der Enzyklika von Papst Pius XI. Mit brennender Sorge, in der das NS-Regime und seine Kirchen- und Rassenpolitik scharf verurteilt wurden. 1941 hielt Galen drei Predigten, in denen er die Beschlagnahmung von Kirchengütern und die Euthanasiemaßnahmen der Nationalsozialisten anprangerte. Nachschriften wurden in ganz Deutschland verbreitet. Aufgrund seiner mutigen Kritik wurde er als Löwe von Münster bezeichnet und auch im Ausland bekannt. Einer Verhaftung entging Galen, weil das NS-Regime um die Loyalität von Katholiken und Münsterländern fürchtete.

Ab 1945 kritisierte von Galen auch die Willkür der Besatzungsmächte, was ihm die Gegnerschaft der britischen Militärverwaltung einbrachte. 1946 wurde er in Rom zum Kardinal erhoben, kurz nach der Rückkehr starb er.

Kanonisation: Die Seligsprechung erfolgte 2005 in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. in Rom durch den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal José Saraiva Martins.

Von Galens Predigt vom 20. Juli 1941

Von Galens Lebensbeschreibung aus der Homepage des Vatikans

Zur Seligsprechung hat Eva Demmerle eine Internetseite mit ausführlichen Informationen, auch zur Biografie von Galens, eingerichtet.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GalenClemensAugust/