Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.




Menue

Ökumenisches Heiligenlexikon

Klemens Maria Hofbauer

auch: Clemens
Taufname: Johannes Dvorčak

Gedenktag katholisch: 15. März
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Fest im Erzbistum Wien und im Redemptoristenorden
gebotener Gedenktag in den Bistümern Kraków / Krakau, Warszawa / Warschau und Warszawa-Praga
in Deutschland und Österreich: Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.

Name bedeutet: der Sanftmütige (latein.)

Einsiedler, Priester, Ordensvikar
* 26. Dezember 1751 in Taßwitz in Südmähren, heute Tasovice in Tschechien
† 15. März 1820 in Wien in Österreich

Kartenskizze Kartenskizze Kartenskizze

Gemälde in der Wallfahrtskirche in Triberg im Schwarzwald

Gemälde in der Wallfahrtskirche in Triberg im Schwarzwald

Dieses Bild weiterverwenden?

Johannes Dvorčak - sein Vater Paul war Tscheche - wurde Bäcker, weil seine Eltern die Ausbildung zum Priester nicht finanzieren konnten. Mit Hilfe wohlmeinender Leute konnte er doch noch das Gymnasium besuchen und lebte dann als Einsiedler zunächst in Mähren, dann nahe Tivoli in Italien; seitdem nannte er sich Klemens. Durch seine Förderer unterstützt, konnte er 1779 das Theologiestudium in Wien beginnen und 1784 in Rom beenden. Im selben Jahr schloss er sich dort dem kurz zuvor gegründeten Redemptoristenorden an und empfing 1785 die Priesterweihe.

1787 wurde er zur Seelsorge an Deutschen nach Warschau gesandt, wo er im Kloster St. Benno lebte. 1788 erfolgte die Ernennung zum Generalvikar des Ordens für den Norden Europas. Hofbauer richetete die immerwährende Mission ein: eine den ganzen Sonntag andauernde Gottesdienst- und Predigt-Veranstaltung mit barocker Pracht und Orchesteraufführungen, ganz gegen den liturgischen Zeitgeist, der von der Aufklärung geprägt war. Dem Zug der Zeit gemäß war die Gründung einer Armenschule - zusammen mit seinem Freund Pater Hübl - für 350 Jungen, einer höheren Mädchenschule und eines Waisenhauses; außerdem bildete er aktive Laiengruppen.

Von Warschau aus wirkte er bis nach Süddeutschland und in die Schweiz hinein. Auf dem Bauernhof der Familie Kümin im Hirz in Wollerau am Zürichsee * hatte er im Winter 1797 / 98 für kurze Zeit sein Domizil. Ordensniederlassungen entstanden dann in Chur und in Babenhausen im Unterallgäu. 1802 konnte er im Kloster der Prämonstratenser in Jestetten nahe Schaffhausen die erste deutsche Niederlassung gründen, die aber nur bis 1805 bestand. Auf Wunsch der Gemeinde und mit Unterstützung von Erzherzog Ferdinand in Wien kam er 1805 als Wallfahrtsseelsorger nach Triberg und gründete dort für seine Ordensgemeinschaft im Wallfahrtspfarrhaus ein Priesterseminar; aber bereits nach drei Monaten verließ er Triberg wieder, da ihm der zuständige Generalvikar keine Erlaubnis für die Seelsorge in der Bevölkerung erteilte. 1808 zerstörten die Folgen der napoleonische Kriege sein Lebenswerk endgültig.

Hofbauer musste nun auch Warschau verlassen und ging wieder nach Wien. Hier zog Hofbauer mit seiner natürlichen, bäuerlichen, manchmal auch derben Art, die dem aufgeklärt-rationalistischen Zeitgeist des Josephinismus widersprach, die Menschenmassen an; das brachte ihm den Beinamen Apostel von Wien ein aber auch die Aufmerksamkeit der Staatspolizei, die ihn bespitzelte. Während er von einer nicht geringen Schar von Anhängern verehrt wurde, lehnten andere sein Wirken ab. Im Jahr vor seinem Tod stand er sogar kurz vor der Ausweisung, nur dank des persönlichen Eingreifens des Kaisers durfte er in Wien bleiben.

Als Verfechter einer ausgesprochenen Individualseelsorge kümmerte er sich v. a. um Studenten und Professoren, veranstaltete Leseabende, richtete eine Leihbücherei ein und gründete die Zeitschrift Ölzweige. Er wurde auch zum Erfinder der Hausbesuche. Wieder entfaltete er eine umfangreiche caritative Aktivitäten - ab 1813 als Kirchenrektor an St. Ursula. Hofbauer pflegte Kontakt und Freundschaft auch zu Künstlern, v. a. der Deutschen Romantik; im Hofbauer-Kreis traf er sich mit Clemens von Brentano, Joseph von Eichendorff, Friedrich von Schlegel und anderen. Er verkehrte mit Studenten und Gelehrten ebenso wie mit einfachen Leuten und Armen, denen er - unter seinem Mantel verborgen - Essensreste brachte. Gegen Ende seines Lebens erfüllte sich ein Lebenstraum: zur Wiedergutmachung für die Kontrolle durch die staatliche Sicherheitspolizei erlaubte Kaiser Franz 1820 die Zulassung des Redemptoristenordens in Österreich.

Kanonisation: 1888 wurde Hofbauer von Papst Leo XIII. selig- und am20. Mai 1909 von Papst Pius X. heiliggesprochen sowie am 14. Januar 1914 vom selben Papst zum Stadtpatron von Wien erklärt.
Patron der Stadt Wien und der Gesellenvereine

* Als einer der letzten Bauernhöfe von Wollerau wird dieser in neuen Gebäulichkeiten bis heute von der gleichen Familie Kümin betrieben. Es gibt dort einen kleinen Hausaltar im Andenken an Pater Hofbauer. Die gelegentlich verbreitete Nachricht, Hofbauer habe im Schulhaus in Wollerau eine Ordensniederlassung gegründet, ist falsch. In der Verenakirche in Wollerau wird seit um 1985 eine kleine Reliquie im Volksaltar verwahrt und Hofbauer gilt neben den Kirchenpatronen als Lokalheiliger.

Eine sehr informative und schöne Webseite über Klemens Maria Hofbauer und sein Wirken betreiben die Wiener Redemptoristen.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon



Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.triberg-katholiken-gedenken-clemens-maria-hofbauer.a30b774f-f617-4219-9a82-ee1c3099ad18.html
• http://www.redemptoristen.com/uploads/media/Zeittafel1.pdf
• Josef Läufer: Wallfahrtskirche Maria in der Tanne Triberg im Schwarzwald. 7. Aufl. 2004, Schnell & Steiner, Regensburg,
• http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=&ungeteilt=&art=&orden=&orte=&buchstabe=&nr=892&thema=Geschichte
• Marcel Kümin aus Zürich