Ökumenisches Heiligenlexikon

Klemens Maria Hofbauer
auch: Clemens
Taufname: Johannes Dvorčak

Gedenktag katholisch: 15. März
     nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
     Fest im Bistum Wien
Name bedeutet: der Sanftmütige (latein.)
Einsiedler, Priester, Ordensvikar
* 26. Dezember 1751 in Taßwitz in Südmähren, heute Tasovice in Tschechien
† 15. März 1820 in Wien in Österreich


Kartenskizze

Kartenskizze


Kartenskizze

Johannes Dvorčak - sein Vater Paul war Tscheche - wurde Bäcker, weil seine Eltern die Ausbildung zum Priester nicht finanzieren konnten. Mit Hilfe wohlmeinender Leute konnte er doch noch das Gymnasium besuchen und lebte dann als Einsiedler zunächst in Mähren, dann nahe Tivoli in Italien; seitdem nannte er sich Klemens. Durch seine Förderer unterstützt, konnte er 1779 das Theologiestudium in Wien beginnen und 1784 in Rom vollenden. Im selben Jahr schloss er sich dort dem kurz zuvor gegründeten Redemptoristenorden an und empfing 1785 die Priesterweihe.

Andachtsbild

Andachtsbild   

1787 wurde er zur Seelsorge an Deutschen nach Warschau gesandt, wo er im Kloster St. Benno lebte. 1788 erfolgte die Ernennung zum Generalvikar des Ordens für den Norden Europas. Hofbauer richetete die immerwährende Mission ein: eine den ganzen Sonntag andauernde Gottesdienst- und Predigt-Veranstaltung mit barocker Pracht und Orchesteraufführungen, ganz gegen den liturgischen Zeitgeist, der von der Aufklärung geprägt war. Dem Zug der Zeit gemäß war die Gründung einer Armenschule - zusammen mit seinem Freund Pater Hübl - für 350 Jungen, einer höheren Mädchenschule und eines Waisenhauses; außerdem bildete er aktive Laiengruppen. Von Warschau aus wirkte er bis nach Süddeutschland und in die Schweiz hinein, wo dadurch Ordensniederlassungen in Wollerau im Kanton Schwyz, Chur, Babenhausen im Unterallgäu, Jestetten nahe Schaffhausen und Triberg im Schwarzwald entstanden. 1808 zerstörten aber die Folgen der napoleonische Kriege sein Lebenswerk.

Hofbauer musste Warschau verlassen und ging wieder nach Wien. Hier zog Hofbauer mit seiner natürlichen, bäuerlichen, manchmal auch derben Art, die dem aufgeklärt-rationalistischen Zeitgeist des Josephinismus widersprach, die Menschenmassen an; das brachte ihm den Beinamen Apostel von Wien ein aber auch die Aufmerksamkeit der Staatspolizei, die ihn bespitzelte. Während er von einer nicht geringen Schar von Anhängern verehrt wurde, lehnten andere sein Wirken ab. Im Jahr vor seinem Tod stand er sogar kurz vor der Ausweisung, nur dank des persönlichen Eingreifens des Kaisers durfte er in Wien bleiben.

Als Verfechter einer ausgesprochenen Individualseelsorge kümmerte er sich v.a. um Studenten und Professoren, veranstaltete Leseabend, richtete eine Leihbücherei ein und gründete die Zeitschrift Ölzweige. Er wurde auch zum Erfinder der Hausbesuche. Wieder entfaltete er eine umfangreiche caritative - ab 1813 als Kirchenrektor an St. Ursula. Hofbauer pflegte Kontakt und Freundschaft auch zu Künstlern, v. a. der Deutschen Romantik; im Hofbauer-Kreis traf er sich mit Clemens von Brentano, Joseph von Eichendorff, Friedrich von Schlegel und anderen. Er verkehrte mit Studenten und Gelehrten ebenso wie mit einfachen Leuten und Armen, denen er - unter seinem Mantel verborgen - Essensreste brachte. Gegen Ende seines Lebens erfüllte sich ein Lebenstraum: zur Wiedergutmachung für die Kontrolle durch die staatliche Sicherheitspolizei erlaubte Kaiser Franz 1820 die Zulassung des Redemptoristenordens in Österreich.

Kanonisation: 1888 wurde Hofbauer von Papst Leo XIII. selig und 1909 von Papst Pius X. heiliggesprochen, 1914 zum Stadtpatron von Wien erklärt.
Patron der Stadt Wien und der Gesellenvereine

Eine sehr informative und schöne Webseite über Klemens Maria Hofbauer und sein Wirken betreiben die Wiener Redemptoristen.

Biographisch-bibliographisches KirchenLexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994


W3C