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Johannes Dvorčak - sein Vater Paul war Tscheche - wurde Bäcker, weil seine Eltern die Ausbildung zum Priester nicht finanzieren konnten. Mit Hilfe wohlmeinender Leute konnte er doch noch das Gymnasium besuchen und lebte dann als Einsiedler zunächst in Mähren, dann nahe Tivoli in Italien; seitdem nannte er sich Klemens. Durch seine Förderer unterstützt, konnte er 1779 das Theologiestudium in Wien beginnen und 1784 in Rom vollenden. Im selben Jahr schloss er sich dort dem kurz zuvor gegründeten Redemptoristenorden an und empfing 1785 die Priesterweihe.
1787 wurde er zur Seelsorge an Deutschen nach Warschau
gesandt, wo er im Kloster St. Benno lebte. 1788 erfolgte die Ernennung zum Generalvikar
des Ordens für den Norden Europas. Hofbauer richetete die immerwährende Mission
ein:
eine den ganzen Sonntag andauernde Gottesdienst- und Predigt-Veranstaltung mit
barocker Pracht und Orchesteraufführungen, ganz gegen den liturgischen Zeitgeist,
der von der Aufklärung geprägt war. Dem Zug der Zeit gemäß war die Gründung einer
Armenschule - zusammen mit seinem Freund Pater Hübl - für 350 Jungen, einer höheren
Mädchenschule und eines Waisenhauses; außerdem bildete er aktive Laiengruppen. Von
Warschau aus wirkte er bis nach Süddeutschland und in die Schweiz hinein, wo dadurch
Ordensniederlassungen in Wollerau
im Kanton Schwyz, Chur,
Babenhausen
im Unterallgäu, Jestetten
nahe Schaffhausen und Triberg
im Schwarzwald entstanden. 1808 zerstörten aber die Folgen der napoleonische Kriege
sein Lebenswerk.
Hofbauer musste Warschau
verlassen und ging wieder nach Wien.
Hier zog Hofbauer mit seiner natürlichen, bäuerlichen, manchmal auch derben Art, die
dem aufgeklärt-rationalistischen Zeitgeist des Josephinismus
widersprach, die
Menschenmassen an; das brachte ihm den Beinamen Apostel von Wien
ein aber auch
die Aufmerksamkeit der Staatspolizei, die ihn bespitzelte. Während er von einer nicht
geringen Schar von Anhängern verehrt wurde, lehnten andere sein Wirken ab. Im Jahr
vor seinem Tod stand er sogar kurz vor der Ausweisung, nur dank
des persönlichen Eingreifens des Kaisers durfte er in Wien bleiben.
Als Verfechter einer ausgesprochenen Individualseelsorge kümmerte er sich v.a. um
Studenten und Professoren, veranstaltete Leseabend, richtete eine Leihbücherei ein und
gründete die Zeitschrift Ölzweige
. Er wurde auch zum Erfinder der
Hausbesuche
. Wieder entfaltete er eine umfangreiche caritative - ab 1813 als
Kirchenrektor an St. Ursula. Hofbauer pflegte Kontakt und Freundschaft auch zu
Künstlern, v. a. der Deutschen Romantik; im Hofbauer-Kreis
traf er sich mit
Clemens von Brentano, Joseph von Eichendorff, Friedrich von Schlegel und anderen.
Er verkehrte mit Studenten und Gelehrten ebenso wie mit einfachen Leuten und Armen,
denen er - unter seinem Mantel verborgen - Essensreste brachte. Gegen Ende seines
Lebens erfüllte sich ein Lebenstraum: zur Wiedergutmachung für die Kontrolle durch die
staatliche Sicherheitspolizei erlaubte Kaiser Franz 1820 die Zulassung des
Redemptoristenordens in Österreich.
Kanonisation:
1888 wurde Hofbauer von Papst Leo XIII. selig und 1909 von Papst Pius
X. heiliggesprochen, 1914 zum Stadtpatron von Wien
erklärt.
Patron
der Stadt Wien
und der Gesellenvereine
Eine
sehr informative und schöne Webseite
über Klemens Maria Hofbauer und sein Wirken betreiben die Wiener
Redemptoristen.
Biographisch-bibliographisches KirchenLexikon
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