Gedenktag katholisch: 29. Juni
Hochfest
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
,
im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
und im mozarabischen Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4. / 5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird.
Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet
Diözesankalender Berlin und Lausanne-Genf-Fribourg
Geburtstag der Kirche in Malta: 10. Febrar - Fest
in Antiochia: 20. März
die weiteren Gedenktage
Gedenktag evangelisch: 29. Juni
Gedenktag anglikanisch: 29. Juni
Gedenktag orthodox: 29. Juni
Gedenktag armenisch: 29. Juni
29. Oktober, 25. Dezember
28. Dezember
liturgische Feier am 6. Samstag nach Pfingsten
SynaxisSynaxis, griechisch für Versammlung
, bezeichnet in den Ostkirchen eine liturgische Feier in der Gemeinschaft.
Der Begriff wird auch verwendet für die Bezeichnung des Gedenkens an eine Gruppe von Heiligen, wobei die einzelnen in der Regel auch noch ihren individuellen Gedenktag haben.
des Apostels: 30. Juni
Vision, bei der er den dritten Himmel sah (2. Korintherbrief 12, 2): 1. September
Gedenktag koptisch: 29. Juni
wundersame Heilung der Kaisertochter: 9. Juli
Kettenfeier: 16. Januar
Gedenktag syrisch-orthodox: 29. Juni
11. Januar
Name bedeutet: S: der Kleine (hebr.)
P: der Kleine (griech. - latein.)
Übersicht: Leben - Bedeutung - Gedenken
Mosaik aus dem 5. Jahrhundert, im Oratorium St. Andrea im erzbischöflichen
Museum in Ravenna

Paulus - hebräisch: Saulus - war Sohn vermögender jüdischer Eltern mit römischem Bürgerrecht, war aber in einer griechisch-bürgerlichen Umgebung aufgewachsen und beherrschte die griechische Sprache. Saulus erlernte den Beruf seines Vaters als Zeltteppichweber und folgte ihm auch als Anhänger der glaubenstreuen jüdischen Gruppe der PharisäerDie Pharisäer (hebr. für „die Abgesonderten”) waren eine theologische Ausrichtung im Judentum zur Zeit des zweiten jüdischen Tempels (ca. 530 v. Chr. bis 70 n. Chr.) und wurden danach als rabbinisches Judentum die einzige bedeutende überlebende jüdische Strömung. Im Neuen Testament werden die Vertreter der Pharisäer in polemischer Weise als Heuchler kritisiert und herabgewürdigt. Die Pharisäer hielten nicht nur die niedergeschriebenen Gesetze Mose' für verbindlich, sondern befolgten auch die mündlich überlieferten Vorschriften der Vorfahren. Sie glaubten an eine Auferstehung der Toten und einen freien Willen des Menschen., d.h. als jüdischer Theologe im Laienstand.
Zu seiner weiteren theologischen Ausbildung ging er nach Jerusalem zu dem hoch angesehenen jüdischen Lehrer Gamaliel (Apostelgeschichte 22, 3). Saulus' Glaubenseifer hatte zur Folge, dass er die aufkommende christliche Kirche verfolgen musste, die er für eine jüdische Sekte hielt, die vom Gesetz abwich und deshalb zerstört werden müsse (Galaterbrief 1, 13). Die Apostelgeschichte erzählt, er habe im Jahr 35 / 36 bei der Steinigung des Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers, die Kleider der Peiniger bewacht (7, 58).
Saulus erhielt den Auftrag, in Damaskus weitere Christenverfolgungen zu leiten, aber eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Christus vor Damaskus veränderte sein Leben radikal (Apostelgeschichte 22, 5 - 16; 26, 12 - 18).
Michelangelo: Die Bekehrung des Saulus, 1542 - 45, Fresko in der Cappella
Paolina im Vatikan

Paulus selbst bezeichnete dieses Ereignis des Jahres 32 - nicht als Bekehrung, sondern als
Offenbarung von Jesus Christus
(Galaterbrief 1, 12). Von der übermächtigen Erscheinung Christi getroffen, fiel
Saulus zu Boden und wurde - erblindet - nach Damaskus
geführt. Ananias heilte ihn und
taufte ihn, er wurde Christ, sah sich durch die persönliche Begegnung mit Christus selbst als Apostel
(Galaterbrief 1, 17) und zum Missionar berufen; er predigte in der Synagoge von Damaskus und wurde bald schon selbst
verfolgt; Freunde halfen ihm, im Jahre 38 in einem Korb über die Stadtmauer zu
entfliehen (Apostelgeschichte 9, 1 - 25).
Caravaggio: Die Bekehrung des Saulus, 1600, in der Cerasi-Kapelle in der Kirche
S.
Maria del Popolo in Rom 
Saulus zog sich für drei Jahre nach Arabien zurück (Galaterbrief 1, 17f). Durch Barnabas
wurde er in die Urgemeinde von Jerusalem
eingeführt (Apostelgeschichte 9, 27); dort war inzwischen Jakobus
der Ältere enthauptet und Petrus aus dem Gefängnis befreit (Apostelgeschichte 12,
1 - 19). Aufenthalte in Tarsus
und Antiochien - dem heutigen Antakya
in der Türkei - erfüllten die nächsten Jahre. Nach einer ersten
Missionsreise nach Zypern und ins südliche Kleinasien (Apostelgeschichte 13;
14) fand in Jerusalem das Apostelkonzil statt (Apostelgeschichte 15); inzwischen
benutzte er seinen Namen in der griechischen Form: Paulus
Die kontrovers verlaufende Versammlung der konkurrierenden Parteien der
jungen Kirche - wohl im Jahr 48 -, gewährte Paulus die Freiheit zu
Missionsreisen zu nichtjüdischen Menschen; sein Gegenspieler war Petrus
als Vertreter der Position, wonach das Christentum nicht die jüdischen Wurzeln
verleugnen dürfe; die vermittelnde Position nahm der Leiter der Urgemeinde in
Jerusalem,
der Herrenbruder
Jakobus ein. Vor allem Paulus' Drängen brachte also die junge Kirche dazu,
die geistigen und räumlichen Grenzen zu sprengen und das Wurzelland Israel, in
dem die junge Kirche theologisch und mentalitätsmäßig zuhause war, zu verlassen
und die Heidenmission voranzutreiben. Dass mit der Einigung auf diesem Konzil die Auseinandersetzungen nicht
für immer vorbei waren, zeigt der antiochenische
Streit
(Galaterbrief 2, 11 - 14), wo Petrus und auch Barnabas
aufgrund des Einflusses von Vertretern der Jerusalemer Gemeinde doch wieder die Einhaltung der jüdischen
Speisegebote praktizierten, was Paulus als Heuchelei
und nicht den auf die Wahrheit des Evangeliums
ausgerichteten Weg
bezeichnet, deshalb Petrus persönlich entgegen
trat.
Älteste bekannte Darstellung, 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts, entdeckt im Jahr
2009 in den Katakomben
der Tecla in Rom 
Die zweite Missionsreise, in deren erster Phase sich Paulus von seinem seitherigen Begleiter Barnabas trennte, führte Paulus nun nach Galatien in Kleinasien, wohl im Jahr 50 in die mazedonischen Städte Philippi - heute Ruinen bei Krinides in Griechenland - und Thessaloniki, dann Richtung Süden durch Griechenland nach Korinth, wo er sich etwa in den Jahren 50 bis 52 aufhielt (Apostelgeschichte 15, 35 - 18, 22), bei Prisca und Aquila wohnte und den 1. Thessalonicherbrief - den ältesten der Paulusbriefe - schrieb. Die zuvor auf dem Areopag in Athen vor dem Altar des unbekannten Gottes gehaltene Predigt gehörte zu den bedeutendsten Ereignissen auf Paulus' Missionsreisen (Apostelgeschichte 17, 22 - 31), auch wenn sie keine Gemeindegründung zufolge hatte. Schwierig für Paulus war, dass in den neuen Gemeinden zunehmend andere Missionare sein Wirken - teilweise erfolgreich - in Frage stellten.
Die dritte Missionsreise
wird in der Regel auf die Jahre 53 bis 58 datiert und führte wieder nach
Kleinasien mit einem Gefängnisaufenthalt in Ephesus
- heute Ruinen bei Selçuk -, dann wieder durch Makedonien
und nach Korinth
(Apostelgeschichte 18, 23 - 21, 14). Dann brachte er die beim Apostelkonzil vereinbarte Kollekte aus den Gemeinden
der Heidenchristen
als Zeichen der Verbundenheit mit der judenchristlichen Urgemeinde nach
Jerusalem, wobei er sich
selbst nicht sicher war, ob diese das vereinbarte Zeichen akzeptieren wird (Römerbrief 15, 31);
die Apostelgeschichte berichtet nichts von einer erfolgreichen Übergabe.
Wichtige Ereignisse der Missionsreisen sind teilweise legendär: In Paphos / Páfos auf Zypern stürzte der Zauberer Elymas blind zu Boden. In Lystra - das heutige Dorf Kilistra (Gökyurt) - wurden Paulus und sein Begleiter durch ihre Heilung eines Lahmen als Erscheinung von Zeus und Hermes angesehen; man schleppte Opfertiere herbei, um sie als Götter zu verehren. In Ikonium - dem heutigen Konya - hörte Thekla seine Predigt und wurde bekehrt. Eutychos, ein Knabe, stürzte bei einer Predigt in Troas - heute Ruinen bei Dalyan - tödlich vom Fenstersims, wurde aber wieder vom Tod auferweckt.
Grabplatte für den Knaben Asellus, mit Petrus und Paulus, aus den Katakomben des Hippolytus, in den Vatikanischen Museen in Rom
Paulus schildert die Leiden und Strapazen seiner Reisen, immer wieder war er belastet durch Hunger, Durst, Verfolgung, Auspeitschung, Steinigung und Gefangenschaft. Den Broterwerb besorgte er teilweise durch sein Handwerk, in Korinth kehrte er deshalb bei dem Teppichweber und Zeltmacher Aquila ein. Predigt und Briefwechsel mit den von ihm neu gegründeten Gemeinden aber waren sein Hauptwerk. Die Missionsreisen führten Paulus durch die ganze damals bekannte Welt, nach Syrien, Griechenland, Italien, vielleicht sogar nach Spanien (Römerbrief 15, 24).
Rembrandt Harmensz van
Rijn: Paulus im Gefängnis, 1627, in der Staatsgalerie in Stuttgart

Paulus wurde nach Aufständen einer jüdischen Gruppe wohl im Jahr 57 in
Jerusalem
gefangen genommen (Apostelgeschichte 21, 27 - 40). Die Behörde in Cäsarea
verfügte, bedingt durch sein römisches Bürgerrecht, die Überstellung nach Rom.
Paulus erlebte wegen eines Schiffbruchs einen Aufenthalt - wohl im Jahr 61 - auf
einer Insel Melita
, die man meist mit Malta, früher oft auch mit der
kroatischen Adriainsel Mljet,
neuerdings auch mit der westgriechischen Insel Kephalonia
identifiziert; danach kam er nach Rom (Apostelgeschichte 24 - 28, 16). Dort
konnte er offenbar recht frei wirken und mindestens zwei Jahre
(Apostelgeschichte 28, 30) lehren und predigen. Seine Bewegungsfreiheit in Rom
ist auch mit mancherlei Legenden belegt; dargestellt wurden Begegnung mit und
Abschied von Petrus sowie ihr gemeinsames Auftreten vor
Kaiser => Nero mit dem Sturz
des Magiers Simon.
Paulus starb nach verbreiteter Auffassung um das Jahr 67 in Rom und wahrscheinlich eines natürlichen Todes. Verbreitete, aber eher unwahrscheinliche Legenden lassen ihn im Sommer des Jahres 64 als Märtyrer unter Kaiser => Nero im Rahmen von dessen Christenverfolgung nach dem Stadtbrand sterben. Manche Indizien sprechen wie manche Legenden dafür, dass er nach vier Jahren in Rom nochmals eine Missionsreise, möglicherweise nach Spanien, unternahm.
Griechisches Fresko: Die Umarmung von Petrus und Paulus,
12. Jahrhundert, Vatopedi-Kloster auf dem Athos

Ende des 2. Jahrhunderts entstanden Legenden von Paulus' Martyrium. Bei der legendären Enthauptung des Paulus spritzte Milch auf die Henker; nach anderer Überlieferung entstanden drei Quellen aus seinem Blut; an dieser Stelle wurde später die Kirche S. Paolo alle Tre Fontane errichtet. Plantilla, eine fromme Frau, die Paulus ihren Schleier gegeben hatte, damit dieser sich die Augen verbinden könne, erhielt ihn als Reliquie zurück und sah in einer Vision Petrus und Paulus mit Siegeskronen in Rom einziehen. Ein Hirte fand den Kopf des Paulus, der nun mit dem Leichnam feierlich vereint wurde. Die der Überlieferung zufolge zunächst in der Katakombe an der Straße nach Ostia bestatteten Gebeine wurden 258 in die Katakombe des Sebastian an der Via Appia Antica überführt, um sie vor der Beschlagnahme durch die Staatsmacht zu schützen; Funde belegen, dass man Paulus und Petrus hier gemeinsam verehrte. Paulus erhielt demnach um 320 eine neue Grabstätte, über der Kaiser Konstantin eine Kirche - den Vorgängerbau der Basilika S. Paolo fuori le Mura - errichten ließ. Der Paulus zugeschriebene Sarkophag unter dem Altar der Kirche wurde freigelegt und ist jetzt durch eine Glasplatte zu sehen.
Insgesamt aber gibt es in der katholischen Kirche und den Orthodoxen
Kirchen kaum eine eigenständige Paulus-Verehrung, sie ist
meist an die Verehrung mit Petrus zusammen gebunden. Auch Paulus-Patrozinien sind
selten; selbst die mit Rom
konkurrierenden Metropolen Konstantinopel - das heutige Ístanbul
- oder Ravenna haben keinen
Paulus-Kult als Abgrenzung zur römischen Petrus-Verehrung entwickelt. Auch in Rom wurde die kleine von
Konstantin errichtete Pauluskirche erst Ende des
4. Jahrhunderts zur Basilika S.
Paolo fuori le Mura ausgebaut. In Tarsus
wurde erst kurz vor 600 eine Pauluskirche gebaut. Erst der Dominikanerorden
förderte die Paulus-Verehrung. Anders in der evangelischen Kirche, wo Paulus als Vertreter der
Rechtfertigungslehre
und Autor des bei
Martin Luther die reformatorische Erkenntnis
bewirkenden Römerbriefes theologisch hoch bedeutsam ist.
Selten und erst recht spät bezeugt sind auch an Paulus erinnernde Gedenkstätten. In Philippi - den heutigen Ruinen bei Krinides - wird das Paulus-Gefängnis gezeigt, die Inschrift stammt aus dem späten 4. Jahrhundert. Inschriften am Paulus-Gefängnis und der Paulus-Höhle in Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk - stammen aus dem 5. Jahrhundert. Auf Malta wird die Bucht gezeigt, an der Paulus angelandet sei. Wallfahrten zu Paulus-Stätten in Rom gab es schon in frühchristlicher Zeit - immer zusammen mit Besuchen am angeblichen Petrusgrab: beide zusammen wurden mit rituellem Mahl in den Katakomben des Sebastian geehrt; Paulus' Hinrichtungsort bei S. Paolo alle Tre Fontane und sein angebliches Grab in S. Paolo fuori le Mura waren weitere Ziele, dazu die Orte seiner Gefangenschaft: der eine wurde ein frühchristliches Oratorium, daneben wurde von Papst Silvester I. eine Kirche erbaut, beide zusammen sind heute die Kirche S. Paolo alla Regola; der andere wurde um 700 zur Kirche S. Maria in Via Lata umgebaut. Paulus' Kopfreliquie soll seit dem 9. Jahrhundert in S. Giovanni in Laterano verwahrt werden. Vielfache Wünsche nach Körperreliquien wurden von den Päpsten immer abgelehnt, es gibt nur einige als Reliquie verehrte Gegenstände, die Berührung mit dem Grab hatten, sowie die angeblichen Ketten seiner Gefangenschaft, die früher in Jerusalem, seit dem 6. Jahrhundert über dem Grab in S. Paolo fuori le Mura in Rom zu sehen sind.
Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Diese Gnade allein und nichts anderes lässt den Menschen leben, macht ihn wieder heil, rettet ihn. Auf diese Gnade hat der Mensch keinen Anspruch, er kann sie sich nicht durch Leistung verdienen. Gott schenkt seine Gnade den Menschen nicht aufgrund ihrer guten Taten, sondern einfach, weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist. Paulus interpretierte den Kreuzestod Christi dahingehend, dass Gott Christus zum Sieger über die Macht der Sünde gemacht hat. Im Gegensatz zur seinerzeit herrschenden Vorstellung forderte er seine Zuhörer nicht auf, bestimmte Sünden zu bereuen, sondern vielmehr dazu, Gottes Sieg über alle Sünden durch das Kreuz Christi zu verkünden.
Fresko, 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, Reverenda Fabbrica di San Pietro,
Vatikanische Museen

Das Neue Testament enthält 13 Briefe, die Paulus als Absender nennen, von denen aber vermutlich nur sieben von Paulus selbst stammen: der 1. Brief an die Thessalonicher, der Brief an die Galater, der 1. und der 2. Brief an die Korinther, der Römerbrief, der Brief an die Philipper und der Philemonbrief. Diese Briefe gelten neben der Apostelgeschichte als wichigste Quellen, die Auskunft über das Leben von Paulus und der jungen Christenheit geben und sind ein unverzichtbarer Schatz für das theologische Verständnis des Neuen Testaments.
Nach traditioneller Auffassung verblasste Paulus' Denken schon bald neben
anderen theologischen Lehren und wurde erst im 5. Jahrhundert von Augustinus
und dann im 16. Jahrhundert von Martin
Luther wiederentdeckt. Paulus' scharfe Abgrenzung vom Judentum - also auch
seinen eigenen Wurzeln - prägte in der Geschichte der Kirche oft ein einseitiges
Verständnis des Alten
Testaments und konnte immer wieder als Begründung für
Antsemitismus missbraucht werden - trotz seiner leidenschaftlichen Verteidigung
der bleibenden Erwählung Israels im Römerbrief (Kapitel 9 - 11).
Bezeugt ist das gemeinsame Fest von Paulus und Petrus erstmals für das Jahr 258, wobei hier die Reihenfolge auffällig ist. Das Fest ist im römischen Staatskalender von 354 erwähnt und erinnert an die angebliche Übertragung der Gebeine von Paulus vom Grab an der Straße nach Ostia in die Katakomben des Sebastian an der Via Appia im Jahre 258, um sie vor der Konfiszierung durch die Staatsmacht zu schützen. Dort bezeugen Funde aus der Frühzeit, dass man Paulus und Petrus zusammen verehrte. Die Kirche S. Paolo fuori le Mura war bis zur Fertigstellung des heutigen Petersdoms 1626 die größte Kirche der Welt, nun ist sie die zweitgrößte Kirche in Rom; 1823 wurde sie durch einen Brand zerstört, aber mit denselben Ausmaßen wieder errichtet.
Messe in der Basilika S. Paolo fuori le Mura in Rom im April 2005, wo der Paulus zugeschriebene Sarkophag zu finden ist
Reliquien sind in der Basilika S. Paolo fuori le Mura in Rom, der Kopf in der Kirche S. Giovanni in Laterano, weitere in anderen römischen Kirchen, in Tarsus, London, Münster, Frankfurt, Corvey, auf Malta, in Saragossa und in Utrecht.
Der Vatikan-Archäologe Giorgio Filippi forschte
nach dem Sarg in der Basilika S.
Paolo fuori le Mura und fand ihn nach seinem Bekunden in der Mittelachse der Kirche
an der Stelle, wo er im Jahr 390 deponiert wurde, nachdem er 70 Jahre vorher in der
von Kaiser Konstantin errichteten
ersten Kirche einige Meter weiter vorne und tiefer gelegen hatte. Papst Benedikt XVI. entzog
daraufhin und als eine seiner ersten Amtshandlungen dem Abt des Klosters San Paolo die
Rechte über die Basilika und übertrug sie einem Erzbischof des Vatikans.
Keine Bedeutung hat deshalb die 2009 zum Abschluss des Paulusjahres von Papst Benedikt XVI.
mit tiefer Emotion
bekannt gegebene archäologische Sensation
, wonach der
Inhalt des Sarges mit mikroskopischen Methoden untersucht wurde und nun als der von
Paulus identifiziert sei, weil die gefundenen Knochenteile von einer Person stammen,
die zwischen dem ersten und dem zweiten Jahrhundert gelebt hat
und in festlichen
Kleidern bestattet wurde.
Die örtliche Tradition in Malta lässt den Schiffbruch auf Paulus' Reise nach
Rom
auf der Insel Selmunetta - den heutigen St.
Paul's Islands vor der St.-Pauls-Bucht - stattfinden, auf ihr steht eine
große Paulus-Statue. In Rabat
auf Malta gab es - erstmals 1372 erwähnt - die Kapelle St Paul vor den Mauern
über der Grotte, in der Paulus während seines Aufenthaltes gefangen gewesen sei.
1600 bis 1617 lebte der spanische Adlige Giovanni Beneguas in dieser Grotte und
stiftete neben der Paulus-Kapelle eine Kapelle für Publius.
Der Großmeister des Malteserordens, Alof de
Wignacourt, erhob die Paulus-Kapelle zur Kollegiatskirche des Ordens.
Die katholische Kirche gedenkt Paulus' an weiteren Festtagen:
• am 25. Januar ist der Gedenktag
Pauli Bekehrung;
• am 16. April wird der Überführung der Kopfreliquie in die
Basilika S.
Giovanni in Laterano gedacht;
• der 6. Juli ist der Gedenktag an die erste Ankunft Paulus'
in Rom;
• der 1. September ist der Tag des Gedenkens an die
Wiedererlangung seiner Sehkraft nach dem Bekehrungserlebnis vor Damaskus;
• der 18. November ist das Fest
der Kirchweih der Basiliken von Petrus - S.
Pietro - und Paulus - S.
Paolo fuori le Mura in Rom.
El Greco: Petrus und Paulus, 1592, Hermitage in St.
Petersburg 
Attribute:
Buch, Schwert
Patron
von Malta, Rom,
Umbrien,
Kavala
in Griechenland und Poznań
/ Posen in Polen; der Theologen und Seelsorger, Weber, Teppichweber, Zeltwirker,
Korbmacher, Seiler, Sattler, Arbeiterinnen; der katholischen Presse; für Regen
und Fruchtbarkeit der Felder; gegen Furcht und Angst, Ohrenleiden, Krämpfe,
Schlangenbiss, Blitz und Hagel; Patron des Bistums Münster
Bauernregeln:
Schön zu St. Paul, / füllt Tasche und Maul.
Peter und Paul / hat Wasser im Maul.
Regnet es an Peter und Paul, / wird des Winzers Ernte faul.
Um Peter und Paul / wird dem Korn schon mal die Wurzel faul.
Peter und Paul hell und klar / bringt ein gutes Jahr.
Das Martyrium von Paulus und Petrus
Die Missionsreisen von Paulus (Übersicht)
Datierung von Paulus' Aufenthalt in Korinth
Ort des Schiffbruchs von Paulus
Ort und Umstände des Todes von Paulus
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Römerbrief
Catholic Encyclopedia: Korintherbriefe
Catholic Encyclopedia: Galaterbrief
Catholic Encyclopedia: Philipperbrief
Catholic Encyclopedia: Thessalonicherbriefe
Catholic Encyclopedia: Philemonbrief
Ein
schönes und informatives Spiel
zur Lebensgeschichte des Paulus und über seine Missionsreisen bietet die
Evangelische Kirche in Deutschland im Internet.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Vor einiger Zeit hatte ich Ihnen eine krtische Anmerkung zu einem Kommentar zum Paulusartikel zukommen lassen. Leider wurde der unerträgliche Text nicht geändert, noch habe ich eine Antwort erhalten. Schade, daß man einem kritischen Dialog mit den Lesern ausweicht!
Wilfried Schevalje über E-Mail, 9. September 2009
Unsere Antwort: Wir haben Ihre kritischen Anmerkungen leider nicht erhalten - oder versehentlich gelöscht - sonst hätten wir sie beachtet. Können Sie uns diese nochmals schicken?
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