Ökumenisches Heiligenlexikon

Josef Bernardi

italienischer Name: Giuseppe Bernardi

Gedenktag katholisch: 19. September

Name bedeutet: Gott hat hinzugefügt (hebr.)

Pfarrer, Märtyrer
* 25. November 1897 in Caraglio bei Cuneo in Italien
19. September 1943 in Boves bei Cuneo in Italien


Josef Bernardi
Josef Bernardi

Josef Bernardi, Sohn eines Tagelöhners und einer Seidenspinnerin, hatte fünf Geschwister, von denen drei früh starben. Im Alter von zehn Jahren kam er ins Priesterseminar von Cuneo. 1917 wurde er zum Wehrdienst eingezogen, 1920 entlassen und 1923 zum Priester geweiht. 1925 wurde er stellvertretender Pfarrer an der Kathedrale Santa Maria del Bosco in Cuneo, 1928 Rektor des Waisenhauses für Berufsbildung in Cuneo. 1931 wurde er Pfarrer von Bersezio bei Cuneo und 1938 Pfarrer von Boves, wo er die Kirche renovierte und sich um Bedürftige und die Angehörigen von den im 2. Weltkrieg kämpfenden Soldaten kümmerte. Am 19. September 1943 wurde er von der SS gefangen genommen und noch in derselben Nacht beim Massaker von Boves verbrannt.

Nach dem Waffenstillstand von Cassibile, der das Bündnis zwischen Deutschland und Italien beendete und der am 8. September bekanntgegeben wurde, wollten die Deutschen alle italienischen Verbände entwaffneten. Am Morgen des 19. Septembers nahmen italienische Partisanen zwei deutsche Unteroffiziere gefangen, die in Boves ein italienisches Militärdepot beschlagnahmen wollten. Ein erster Befreiungsversuch scheiterte, dabei starb ein deutscher Soldat. Der Führer der Waffen-SS Joachim Peiper beauftragte Pfarrer Bernardi und einen Industriellen, die Partisanen zur Freigabe der beiden Gefangenen zu überreden, was den beiden Vermittler gelang. Aber noch vor der Rückkehr der Gefangenen begann das Massaker, bei dem 21 Zivilisten - überwiegend Alte, Kranke und Körperbehinderte - erschossen wurden; ein weiterer starb bald darauf. Anschließend wurden alle 350 Häuser des Ortes in Brand gesteckt und der Feuerwehr die Löscharbeiten untersagt. Josef Bernardi und der Industrielle Antonio Vassallo wurden in das Haus Corso Trieste 4 in Boves gebracht, dort erschossen, auf einen Holzpfahl gelegt und in Brand gesetzt.

Die Leichen von Josef Bernardi und Antonio Vassallo wurden am Morgen des 20. Septembers entdeckt. Am Landgericht Stuttgart wurde 1968 Anklage erhoben gegen SS-Führer Joachim Peiper, zum Prozess kam es nicht; im Einstellungsbeschluss wurden Massaker und Brandlegung zwar bestätigt, aber es habe sich nicht feststellen lassen, dass er die Erschießung von Zivilisten und das Niederbrennen der Häuser befohlen hatte.

Als die Ereignisse in Boves begannen, gelang es Josef Bernardi in der beginnenden Verwirrung noch, einen Jungen zu den Schwestern ins damalige Waisenhaus von Boves zu schicken mit dem Auftrag, die Waisenkinder sofort evakuieren zu lassen, um sie zu retten. Dabei half Pfarrvikar Mario Ghibaudo; als dieser sich nach der Rettung der Mädchen aus dem Waisenhaus einem von einem deutschen Maschinengewehr getroffenen Mann näherte, um ihm die letzte Ölung zu erteilen, wurde er selbst von einer Salve von Kugeln niedergestreckt und dann von einem deutschen Soldaten mit dem Dolch erstochen.

2016 wurden die Gebeine von Josef Bernardi und Mario Ghibaudo in die Pfarrkirche von Boves übertragen. In der Kirche San Gregorio Magno in Boves informiert eine Dauerausstellung über das Schicksal von Josef Bernardi und Mario Ghibaudo.

Die Dauerausstellung in der Kirche San Gregorio Magno in Boves ist samstags und sonntags von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. (2022)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.04.2022

Quellen:
• https://it.wikipedia.org/wiki/Giuseppe_Bernardi_(presbitero) - abgerufen am 18. 04.2022
• http://www.santiebeati.it/dettaglio/96078 - abgerufen am 18. 04.2022
• https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Peiper#Massaker_von_Boves - abgerufen am 18. 04.2022
• www.donbernardiedonghibaudo.it - abgerufen am 18. 04.2022

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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