Antiochia ums Jahr 50
antike Sarkophage im Museum in Antakya
m.ta®han
Antiochia am Orontes - das heutige Antakya - war um 300 v. Chr. durch den früheren General von Alexander dem Großen, Seleukos I. Nikator, gegründet worden und wurde Hauptstadt des Seleukidenreiches mit über 500.000 Einwohnern - deutlich größer als das heutige Antakya. Die Metropole war Schmelztigel verschiedener Völker, Sprachen und Religionen, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. 67 v. Chr. wurde die Stadt römisch und zur drittgrößten Stadt des Reiches nach Rom und Alexandria.
Paulus in Antiochia
Barnabas holte
Saulus, wie er damals noch hieß, aus dessen Heimatstadt Tarsus
nach Antiochia,
wo beide ein Jahr lang wirkten und eine stattliche Zahl von Menschen
im
Glauben unterwiesen (Apostelgeschichte 11, 25f). Dann sprach der heilige Geist
zur Gemeinde, sie solle Barnabas und Saulus zur Mission aussenden. Zusammen mit
(Johannes) Markus brachen sie im Jahr 46
auf.
Gemeindeentwicklung in Antiochia
Antiochia
wurde eine der ersten Städte, in der das Christentum Fuß fasste, weil verfolgte erste
Christen hier Zuflucht genommen hatten. Barnabas
wurde von der Jerusalemer
Urgemeinde zur Inspektion nach Antiochia ausgesandt und fand eine Gemeinde unter
der Gnade Gottes
(Apostelgeschichte 11, 23). Er führte Paulus in diese Gemeinde
ein, in der die Anhänger Jesu
erstmals als Christen
bezeichnet wurden. Die Überlieferung macht Petrus
schon früh zum ersten Bischof an diesem Ort, der 42 hier seinen Sitz genommen habe:
den Stuhl Petri - der
also hier älter ist als der in Rom - zeigt man noch heute. Antiochia wurde zum
Ausgangspunkt aller Missionsreisen von Paulus und seinen Gefährten.
Aus der Gemeinde in Antiochia
stammte wohl Lukas; er brachte die
Hand von Johannes dem Täufer dorthin, wo sie viele Wunder wirkte. Der
nach der Überlieferung dritte Bischof nach Petrus
und Evodius von Antiochia
war der bedeutende Ignatius;
es folgten u.a. Theophilos,
Serapion und Asclepiades,
dann Meletios und
Flavian, später
Anastasius; Antiochia
war eines der vier Patriarchate der Christenheit im 1. Jahrtausend, bis heute ist
Antakya Sitz der Patriarchen
der rum-orthodoxen Melkiten
-Kirche.
Eine der berühmtesten theologischen Schulen der frühen Christenheit hatte ihren
Sitz in der Stadt, an ihr wirkte u.a. Lucian,
aus ihr gingen z.B. Johannes
Chrysostomus
oder Marcellus
Akiometes hervor. Eusignios,
der als General in Rom entscheidend an der Wende Kaiser Konstantins
zum Christentum beteiligt war, stammte aus der Gemeinde ebenso wie der Missionar der Goten,
Wulfila.
Die bedeutenden Einsiedler Simeon
Stylites und sein Nachfolger Simeon
Stylites der Jüngere wirkten in Antiochia, aus seinen Anhängern gingen Johannes
Sedasneli und die Georgische Kirche hervor, Theodosius
„der Große” war sein Schüler. Aus dieser Stadt stammte auch der einflussreiche
alexandrinsche Patrarch Eulogius.
1098 wurde Antiochia im 1. Kreuzzug erobert und blieb als Hauptstadt des unabhängigen Fürstentums von Antiochien bis 1268 in christlicher Hand. Nach der endgültigen Eroberung 1268 durch Mameluken unter Sultan Baibars wurde die Stadt zerstört, die christlichen Einwohner wurden entweder getötet oder versklavt. Heute gibt es eine moderne katholische Kirche, die von Kapuzinern betreut wird.
Antiochia touristisch
Der Einfall der Perser in Antiochia
im 6. Jahrhundert zerstörte viele der damaligen Kirchen. Reste von 26 christlichen
Gotteshäusern wurden geborgen und sind heute im Museum zu sehen. Die Habibi-Neccar-Moschee,
an deren Platz im Verlauf der Geschichte immer abwechselnd eine Kirche oder eine
Moschee stand, - je nachdem, wer gerade über die Gegend herrschte -, trägt noch
heute den Namen des christlichen Märtyrers Habib.
1939 kam Antakya durch eine Volksabstimmung von Syrien zur Türkei. Neben
Resten römischer Bauwerke kann man heute auch die Petrus
geweihte Grottenkirche
besuchen, in der sich die ersten Christen getroffen haben sollen und in der demach
auch Paulus predigte.
Salamis ums Jahr 50
Salamis - heute Ruinen bei Famagusta - war lange die führende Stadt auf Zypern. Im 4. / 3. Jahrhundet v. Chr. verlor sie diese Rolle an Paphos - das heutige Paláia Páfos. 31 v. Chr. wurde Salamis endgültig römische Kolonie.
Paulus in Salamis
Paulus und seine Begleiter begaben sich von Antiochia
zum Hafen von Seleukia
(Pieria) - heute bei Samandağ - (Apostelgeschichte 13, 4). Das Schiff brachte
sie auf ihrem Weg nach Kleinasien zunächst zum Zwischenhalt in Zypern, wo sie in
Salamis - heute Ruinen
bei Famagusta - an Land kamen. Dort verkündeten sie das Wort Gottes in den
Synagogen der Juden
(Apostelgeschichte 13, 5).
Gemeindeentwicklung in Salamis
Salamis wurde zum Zentrum des Christentums auf Zypern. Nach mancher Überlieferung soll Barnabas hier am Ende seines Lebens gewirkt haben, bis er den Märtyrertod durch Steinigung erlitt. Epiphanios wirkte hier. 477 wurde der Überlieferung nach das Grab von Barnabas entdeckt. Um 674 zerstörte die arabische Invasion die Stadt, viel Bewohner sind geflohen und bauten die mittelalterliche Stadt Famagusta.
Salamis touristisch
Neben der antiken Nekropole mit Könisgräbern und Resten einer Basilika ist Barnabas' Grab zu besichtigen.
Paphos ums Jahr 50
Der Sage nach ging Aphrodite - die griechische die Göttin der Liebe - nach ihrer Geburt in Paphos / Páfos auf Zypern an Land, die Stadt war deshalb ein bedeutendes Zentrum ihrer Verehrung. Nikokles, der letzte König von Paphos, befestigte 321 v. Chr. die Stadt. Nach der Eroberung der Insel durch die Ptolemäer blieb den Königen von Paphos das Amt des Hohenpriesters der Aphrodite, das auch nach der Machtübernahme durch die Römer 58 v. Chr. weitergeführt wurde, als das Aphrodite-Heiligtum unter den Schutz der römischen Kaiser gestellt wurde. In römischer Zeit herrschte in Paphos ein glänzendes urbanes Leben.
Paulussäule vor der orthodoxen Kirche Chrysopolitissa in Paphos / Páfos
Paulus in Paphos
Paulus und seine Begeleiter durchquerten die ganze Insel bis nach Paphos /
Páfos,
wo der Statthalter Sergius Paulus - kraft Amtes also auch Hohenpriester der
Aphrodite - die Reisenden zu sich kommen ließ,
um das Wort Gottes zu hören
. Weil der jüdische Magier des Statthalters
mit Namen Barjesus - griechisch Elymas - (Apostelgeschichte 13, 6. 8)
dies verhindern wollte, schlug Saulus ihn mit Blindheit, was den
Statthalter so beeindruckte, dass er sich bekehrte (Apostelgeschichte 13, 12).
Die Legende berichtet, dass Elymas daraufhin Paulus geißeln ließ.
Gemeindeentwicklung in Paphos
Als Barnabas später noch einmal nach Zypern kam, habe Elymas auch ihn gestraft und im Zirkus der Stadt steinigen lassen. Die idealtypische Szene der Bekehrung des Aphrodite-Priesters Sergius hatte offenbar aber ansonsten zunächst keine weiteren Folgen, von einer frühen Gemeindeentwicklung ist nichts bekannt; das Aphrodite-Heiligtum in Paphos blieb dagegen bis ins 4. Jahrhundert erhalten.
Paphos touristisch
Das Bad der Aphrodite
bei Páfos
In Paphos / Páfos
wird die Säule gezeigt, an die Paulus bei seiner Auspeitschung gebunden
war. Dahinter steht die orthodoxe Chrysopolitissa-Kirche, errichtet
auf den Resten einer siebenschiffigen Basilika
aus dem 4. Jahrhundert, der Überlieferung nach am Ort der ältesten christlichen
Kirche auf Zypern, in der Paulus und Barnabas
gepredigt haben sollen. Im Hafen befinden sich die Überreste der alten Mole und
die Ruinen der Festung. Stadteinwärts sieht man dann die Festung, die an der Stelle
der alten Burg errichtet wurde und Mosaiken aus dem 4./5. Jahrhundert.
Die ganze Stadt wurde als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Im Bad
der Aphrodite
soll sie mit ihrem Geliebten Adonis gebadet haben. Wer
in diesem Wasser badet, soll die ewige Schönheit gewinnen.
Attalia ums Jahr 50
Attalia - das heutige Antalya - wurde der Überlieferung nach 158 v. Chr. von König Attalos II. von Pergamon - dem heutigen Bergama - gegründet und nach ihm benannt. Attalia war der wichtigste Hafen der Gegend.
Paulus in Attalia
Von Paphos aus segelten die drei Missionare nach Kleinasien und kamen in der Hafenstadt Attalia an.
Gemeindeentwicklung in Attalia
Das Hadrianstor in Antalya
Die Christengemeinde von Attalia brachte viele Märtyrer hervor, darunter Zoë oder Victorinus und seine Gefährten.
Attalia touristisch
Antalya ist heute ein Zentrum des Tourismus in der Türkei. Noch immer zu sehen ist der alte Hafen, in dem Paulus anlandete. Das Hadrianstor ist das einzige erhaltene Eingangstor zur antiken Stadt und dem Hafen; es wurde im Jahr 130 zu Ehren des Besuchs von Kaiser Hadrian errichtet.
Antiochia in Pisidien ums Jahr 50
Die Stadt Antiochia in Pisidien - heute Ruinen bei Yalvaç - wurde an strategisch günstigem Ort von den Seleukiden gegründet. Nach Gründung der römischen Provinz Galatien 25 v. Chr. ließ Kaiser Augustus hier Veteranen ansiedeln, die Siedlung entwickelte sich schnell zu einer der bedeutendsten römischen Städte in Kleinasien. Zur Zeit von Paulus gehörte die Stadt zur römischen Provinz Phrygien.
Reste der römischen Straße in Antiochia
in Pisidien
Jens Helmstedt
Paulus in Antiochia in Pisidien
Von Attalia aus wanderte die Reisegruppe ins 18 km entfernte Perge - heute Ruinen bei Antalya -, wo gleich zu Anfang (Johannes) Markus sich von den beiden anderen trennte und nach Jerusalem zurückreiste (Apostelgeschichte 13, 13). Auch Paulus - wie er nun nach dem ersten Missionserfolg auf Zypern heißt - und Barnabas reisten weiter: nach Antiochia in Pisidien - heute Ruinen bei Yalvaç. Idealtypisch schildert die Apostelgeschichte nun die Missionsarbeit: die Missionare besuchen am Sabbat den Gottesdienst in der Synagoge; an dessen Schluss werden sie um ein Grußwort gebeten. Paulus hält nun seine erste und die längste in der Apostelgeschichte aufgezeichnete Missionspredigt: Zunächst stellt er das Heilshandeln Gottes mit seinem Volk von Abraham über den Auszug aus Ägypten und die Richter- und Königszeit mit David dar; dies ist der Anknüfungspunkt für die Schilderung des Wirkens von Jesus und die Botschaft von seiner Auferstehung; damit wurde die Verheißung an die Väter erfüllt, was mit Psalmen- und Prophetenzitaten belegt wird; es folgt die Zusage der Vergebung von Sünden, wie sie durch das mosaische Gesetz nicht möglich sei; die Zuhörer sind beeindruckt und wollen weiteres erfahren (Apostelgeschichte 13, 14 - 43). Bald schon reagieren aber die meisten Juden abweisend, die Botschaft wird dagegen von den Heiden angenommen (Apostelgeschichte 13, 44 - 48). Weil die empörten Juden bei den Oberen der Stadt eine Verfolgung der Prediger organisierten, mussten Paulus und Barnabas die Stadt schnell verlassen.
Reste der Basilika von Antiochia in Pisidien
Gemeindeentwicklung in Antiochia in Pisidien
Antiochia wurde offenbar zur bedeutenden Christengemeinde, aus ihr stammte der - wohl im Jahr 97 eingesetzte - römische Bischof Evaristus, es war die Heimat des Bischofs Charalampos und der legendären Margareta (Marina).
Antiochia in Pisidien touristisch
Ab dem 4. Jahrhundert verlor Antiochia an Bedeutung, 712 wurde die Stadt bei Einfällen der Araber zerstört. Heute sind Reste des mächtigen, aus dem Felsen gehauenen, Zeus- / Augustus-Tempels zu sehen; die umfangreichen Ausgrabungen machten auch einen römischen Aquädukt und zwei christliche Basiliken sichtbar, von denen eine Paulus geweiht war.
Ikonium ums Jahr 50
Ikonium - das heutige Konya - liegt in einer Oase der zentralanatolischen Steppe und war seit alters her besiedelt. Im 1. Jahrhundert war es eine blühende Handelsstadt, von Kaiser Claudius gerne besucht.
Paulus in Ikonium
Paulus und Barnabas zogen weiter nach Ikonium (Apostelgeschichte 13, 50f). Nachdem sie wieder in der Synagoge gepredigt hatten, mussten sie auch hier fliehen, denn es drohte ihnen die Steinigung (Apostelgeschichte 14, 1 - 6).
Gemeindeentwicklung in Ikonium
Pauluskirche in Konya heute
Nach der Missionierung durch Paulus und Barnabas wurde Ikonium zu einem wichtigen Zentrum des Christentums. Als eine der Bekehrten gilt Thekla, die der Überlieferung nach Paulus predigen hörte, sich daraufhin bekehrte und von ihm getauft wurde und dann selbst als Predigerin und Missionarin wirkte, u.a. in Antiochia, in ihrer Heimatstadt Ikonium und in Seleukia am Kalykadnos - dem heutigen Silifke. Als weitere Predigerin wurde Paraskeva Pyatnitsa bedeutend. Ikonium war Sitz eines Bischofs, darunter Amphilochius, und Heimat der Märtyrerin Julitta.
Ikonium touristisch
Unter den Seldschuken wurde Konya
1116 Hauptstadt. Beim Kreuzzug schlug
Kaiser Friedrich I. Barbarossa
hier 1190 erfolgreich die Schlacht von Ikonion.
Im 13. Jahrhundert gründete der islamische Mystiker (Sufi
) Dschelal-ed-din Rumi,
genannt Mevlana
, unser Meister
, hier den Orden der tanzenden
Derwische
. Mevlanas Marmorsarg und sein Kloster sind heute zu besichtigen,
obwohl der Begründer der modernen Türkei, Atatürk, den Orden verbot. Heute ist
Konya ein Zentrum der Gelehrten des konservativen Islam. Die antike Stadt liegt
unausgegraben unter dem Alaeddin-Hügel in der Stadtmitte, auf dem sich die
Moschee aus dem 12./13. Jahrhundert mit 42 antiken Säulen erhebt. Erhalten ist die
Paulus geweihte Kirche im Herzen der Stadt mit einem kleinen Kloster, in dem bis heute
Nonnen wirken, und eine Thekla
gewidmete Wallfahrtsstätte.
Lystra ums Jahr 50
Lystra - das heutige Dorf Kilistra (Gökyurt) - wurde wohl in hellenischer Zeit um 600 v. Chr. gegründet. In der Römerzeit war die kleine Stadt Sitz einer Militärkolonie. Ihre Bewohner lebten wohl - ähnlich wie in Kappadokien - teilweise in Höhlen, um sich vor heidnischen Überfällen und Räubern zu schützen. Sie hatten einen besonderen Dialekt.
Paulus in Lystra
Reste der Höhlenwohnungen bei Kilistra heute
Nächste Station der Missionare war Lystra. Hier schildert die Apostelgeschichte idealtypisch das Vorgehen bei der Heidenmission: Nach der Heilung eines Gelähmten meinten die Leute, in Barnabas den herabgestiegenen Zeus, in Paulus den herabgestiegenen Götterboten Hermes zu erkennen - dies deutet auf die tatsächliche Rollenverteilung: nämlich dass Barnabas der eigentliche Sprecher war und Paulus nur als sein Helfer erschien! Die beiden lehnten die Verehrung ab und verwiesen auf Gottes Handeln als Schöpfer und Erhalter der Welt, der auch den Unwissenden Gutes tut, nun aber sich bekannt macht. Der Begeisterung der Menge tat dies kaum Abbruch (Apostelgeschichte 14, 8 - 18). Inzwischen waren aber Juden aus Antiochia und Ikonium in Lystra eingetroffen und steinigten Paulus, bis er anscheinend tot war (Apostelgeschichte 14, 19).
Gemeindeentwicklung in Lystra
Aus der in Lystra entstandenen Gemeinde ging Timotheus hervor. Im 2./3. Jahrhundert verlor aber Lystra seine Bedeutung, war nur noch ein Dorf; der Märtyrer Zoellus war hier zuhause. Erst ab 380 sind die ersten Bischöfe nachweisbar.
Lystra touristisch
Heute sieht man vom alten Lystra nur noch das Gelände neben dem Dorf Kilistra / Gökyurt und die Höhlen der alten Stadt und einer Nekropole.
Derbe ums Jahr 50
Die ebenfalls sehr alte ehemalige Stadt Derbe - heute ein Kerti Hüyük genannter Hügel 25 km nördlich von Karaman - lag an der äußersten östlichen Grenze von Galatien.
Der Hügel, der von Derbe übrig blieb
Paulus in Derbe
Paulus hatte überlebt und zog am nächsten Tag mit Barnabas weiter nach Derbe, wo sie ebenfalls predigten, um dann die Rückreise anzutreten. Sie gingen denselben Weg zurück über Lystra, Ikonium und Antiochia. Auch hier zeigt sich ein Grundprinzip von Paulus' Missionsarbeit: das Aufrechterhalten des Kontaktes mit den jungen Gemeinden, ihre wiederholte Stärkung im Glauben und Beratung in Schwierigkeiten (Apostelgeschichte 14, 22f).
Gemeindeentwicklung in Derbe
Von einer Christengemeinde ist fast nichts bekannt außer einer Inschrift, in der ein Märtyrer Paulus aus dem 3. Jahrhundert gepriesen wird. Ein Bischof Dapimus war Teilnehmer des 1. Konzils von Konstantinopel im Jahr 381.
Derbe touristisch
Von Derbe ist heute nur noch ein unausgegrabener Hügel zu sehen.
Perge ums Jahr 50
Perge, von den Achaern um 1000 v. Chr. gegründet, schloss 334 v. Chr. Frieden mit Alexander dem Großen und blieb dadurch unzerstört. In der römischen Kaiserzeit war Perge eine blühenden Stadt, neben Side die wichtigste Stadt in Pamphylien.
Paulus in Perge
Paulus und Barnabas durchzogen die Provinzen Pisidien und Pamphylien; über die Erlebnisse dort schweigt die Apostelgeschichte. In Perge, wo sie offenbar beim ersten Besuch nicht oder nicht erfolgreich missionarisch tätig waren, predigten sie nun, wobei wieder von keinem Erfolg berichtet wird (Apostelgeschichte 14, 25).
Gemeindeentwicklung in Perge
Perge wurde dennoch zu einer der ersten Christengemeinden in Kleinasien. Aus ihr stammten die Märtyrer Leontius und Kalliopios. Während der folgenden Jahrhunderte wurde Perge ein Zentrum der Marienverehrung und in byzantinischer Zeit Sitz des Metropoliten der Kirchenprovinz.
Perge touristisch
Die Reste des antiken Perge sind heute sehr gut erhalten: ein imposantes römisches Amphitheater für 15.000 Zuschauer - eines der größten seiner Art, und das Stadion mit ehedem 12.000 Plätzen und 50 Gewölben, worauf noch die Sitzreihen zu sehen sind. Auf der großen Agora, angelegt im 2. Jahrhundert, steht der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche, des weiteren Palastruinen aus der Kaiserzeit, Thermen, ein Aquädukt und die Nekropole. Überdauert haben auch die eindrucksvollen, schon im 3. Jahrhundert v. Chr. gebauten Befestigungsmauern.
Paulus in Antiochia
Mit dem Schiff fuhren die Missionare nun direkt zurück nach Seleukia und gingen nach Antiochia, wo sie im Jahr 48 ankamen und der versammelten Gemeinde berichteten, wie Gott durch sie Heiden bekehrt hat (Apostelgeschichte 14, 27).
Gemeindeentwicklung in Antiochia
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