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Gaudenzio Ferrari (um 1475 - 1546), im Pushkin Museum in Moskau
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Margareta - in der Ostkirche ist Marina der gebräuchliche Name - ist eine legendäre Märtyrerin. Sie soll aus Antiochia in Pisidien gestammt haben und Tochter eines heidnischen Priesters gewesen sein. Die christliche Amme erzog sie zum Glauben; der Vater verstieß seine Tochter, als er dies bemerkte und denunzierte sie beim Stadtpräfekten. Sie floh, wurde aber gefunden und vor Gericht gestellt; die Richter begehrten die hübsche Angeklagte, wurden aber von ihr abgewiesen und rächten sich umso grausamer. Margareta wurde mit Fackeln angesengt und in siedendem Öl gekocht, aber sie blieb unverletzt. Das Volk war von diesen Wundern dermaßen beeindruckt, dass die Menschen sich offen zum Christengott bekannten - dafür aber gleich enthauptet wurden wie schließlich auch Margareta.
Nach anderer Überlieferung sah der Stadtpräfekt Olybrius Margareta Schafe hüten und begehrte die schöne christliche Jungfrau. Da sie sich standhaft weigerte, ließ er sie mit eisernen Kämmen reißen, mit Fackeln brennen und ins Gefängnis werfen. Mehrfach erschien ihr der Teufel als ein riesiger Drache und wand sich um sie, um sie zu verschlingen, aber er wurde zerbrochen durch das Kreuzzeichen, das Margareta über ihn machte; sie entkam seinen Krallen unbeschädigt. Dem nun in Menschengestalt erscheinenden Teufel setzte sie ihren Fuß auf den Scheitel, um ihm seine Machtlosigkeit zu zeigen. Immer wieder wurde sie von den bei ihren weiteren Martern erlittenen Wunden wundersam gesund, das Volk erkannte dies, viele ließen sich daraufhin taufen. Schließlich zur Richtstätte geführt, betete sie vor ihrer Enthauptung für ihre Verfolger und alle, die in Zukunft ihr Gedächtnis anrufen würden, besonders die Frauen in Kindsnöten.
Guercino (1591 - 1666): Margareta wehrt mit dem Kreuz den Drachen ab, in der
Basilika S.
Pietro in Vincoli in Rom ![]()
Die von einem nicht näher identifizierten Theotimos verfasste
Leidensgeschichte der Margareta folgt dem Typus der Jungfrauen-Passiones; sie
erfuhr zahlreiche lateinische und dann volkssprachliche Bearbeitungen. Margareta
wurde schon bald in der Ostkirche verehrt, im Westen wurde sie zuerst im
Martyrologium von Hrabanus Maurus
erwähnt, dann wurde ihre Verehrung besonders vom Zisterzienserorden
gefördert. Angebliche Reliquien sind seit 1185 in Montefiascone
in der Toskana. Margareta war eine der Stimmen
, von denen später Jeanne
d'Arc geführt wurde. Infolge des Drachen-Attributs wurde Margareta zuweilen
mit der von Georg
befreiten Königstochter gleichgesetzt und beide gemeinsam zu Kirchenpatronen
erkoren.
Margareta ist eine der Nothelferinnen;
mit Barbara und Katharina
von Alexandria gehört Margareta zu den beliebten drei
heiligen Madln
; zusammen mit Dorothea
sind sie die vier Virgines capitales
, die wichtigsten Jungfrauen
. Für Bauern
begann früher am Margaretentag die Ernte.
Attribute:
kleines Kreuz, Drache, Fackel, Kamm
Patronin
der Bauern, Hirten, Jungfrauen, Ammen, Mädchen, Gebärenden, unfruchtbaren
Ehefrauen; der Fruchtbarkeit; bei schweren Geburten (da sie nach der Legende
unversehrt aus dem Leib des Drachen befreit wurde), Gesichtskrankheiten und
Wunden; gegen Unfruchtbarkeit
Bauernregeln:
Wenn es an Margareta regnet, kommt das Heu schlecht heim.
Margeretenregen / wird erst nach Monatsfrist sich legen.
An Margarethen Regen, / bringt Heu und Nüssen keinen Segen.
Regen am Margaretentag, / sagt dem Hunger guten Tag.
Regen am Margaretentag / bringt viel Klag'.
Margaretenregen / bringt Segen.
Gegen Margareten und Jakoben
/ die stärksten Gewitter toben.
Die erste Birn' bringt Margaret', / dann überall die Ernt' angeht.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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