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Ökumenisches Heiligenlexikon

Anastasia die Jüngere

auch: von Rom, von Sirmium
orthodoxer Beiname: die durch Arznei Befreiende,
griechisch: Φαρμακολυτρια (Pharmakolytria)

Gedenktag katholisch: 25. Dezember
Gedächtnis IV. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die IV. Klasse einem nichtgebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Trifft ein Fest IV. Klasse auf den selben Tag wie ein Fest III. Klasse, dann kann das Fest IV. Klasse nie gefeiert, sondern immer nur kommemoriert werden. Um ein solches „nichtfeierbares” Fest IV. Klasse zu kennzeichnen, bezeichnen wir es nicht als „Gedenktag”, sondern als „Gedächtnis” IV. Klasse.

Todestag: 25. Oktober
bedacht im Eucharistischen      Die Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I und im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I

Gedenktag orthodox: 22. Dezember

Gedenktag armenisch: 22. Dezember

Gedenktag koptisch: 22. Dezember

Name bedeutet: die Auferstandene (griech.)

Märtyrerin
* Mitte des 3. Jahrhunderts
† 25. Oktober (?) 304 in Sirmium, heute Sremska Mitrovica in Serbien


Anastasia, nach mancher Überlieferung die Schwester von Kaiser Konstantin, wurde der Legende nach von Chrysogonus bekehrt, als ihre Mutter gestorben war. Gegen ihren Willen wurde sie einem heidnischen Mann vermählt, entzog sich ihm und widmete sich, zusammen mit ihrer Magd, der Betreuung gefangener Christen.

Nach dem Tod ihres Mannes kam der Hausherr und sperrte Anastasia mit ihren drei Mägden in eine Küche. In der Dunkelheit drang er ein, fiel in Wahn, küsste und umarmte Kessel, Kübel und Pfannen, bis er - erschöpft, rußgeschwärzt und mit zerfetzten Kleidern, deshalb von seinen eigenen Leuten nicht erkannt - als Narr geschlagen und mit Schmutz beworfen wurde. Zur Rache wollte er den Mägden öffentlich die Kleider abreißen, aber sie klebten fest. Da ließ er die Mägde tot schlagen und Anastasia einkerkern. Sie wies alle Anfechtungen ab und wurde schließlich mit 200 Jungfrauen auf eine einsame Insel verbannt; sie aber bekehrte alle, worauf sie noch vor ihr getötet wurden.

Deckenfresko: Anastasias Verherrlichung, in der Kirche Santa Anastasia in Rom
Deckenfresko: Anastasias Verherrlichung, in der Kirche Santa Anastasia in Rom

Andere Überlieferung berichten, Anastasia sei Chrysogonus gefolgt, als der als Gefangener nach Aquileia gebracht wurde. Selbst gefangen genommen und nach Sirmium gebracht, wurde sie gefoltert, auf einem Schiffswrack gefesselt und auf dem Fluss Save treiben lassen; das Wrack aber versank nicht, worauf man sie auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

Anastasia wurde zunächst in Sirmium verehrt, von dort kamen ihre Gebeine unter Patriarch Gennadios I. um 465 nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul, von dort breitete sich die Verehrung weiter aus. Ende des 5. Jahrhunderts war sie in Rom noch nicht bekannt; zur Zeit von Kaiser Justinian I. um die Mitte des 6. Jahrhunderts wurde in Rom die von einer Frau mit Namen Anastasia - der Überlieferung zufolge die Schwester von Kaiser Konstantin - Anfang des 4. Jahrhunderts gestiftete und deren Namen tragende Kirche am Fuß des Palatin in Rom nun der Anastasia von Sirmium geweiht, denn sie war die Hauskirche des byzantinischen Statthalters. In ihr werden bis heute angebliche Reliquien von Anastasia verehrt.

Byzantinische Ikone, 15. Jahrhundert
Byzantinische Ikone, 15. Jahrhundert

Eine romanhafte römische Leidensgeschichte aus dem 6. Jahrhundert lokalisiert Anastasia in Rom, beschreibt sie als Schwester von Kaiser Konstantin; sie wurde dieser Legende zufolge von Chrysogonus bekehrt, nachdem sie verwitwet war und erlitt dann das Martyrium in Aquileia. Andere Legenden haben Sizilien als Ort der Martern. Im 9. Jahrhundert entstand dann die Leidensgeschichte von Anastasia der Älteren, um den Christen im Osten zu erklären, weshalb ihre Anastasia in Rom verehrt wird, dabei aber eigene Ansprüche auf Anastasia nicht preiszugeben.

Reliquien befinden sich in Verona, Ravenna, Zadar und seit 1053 in Benediktbeuren, wo es im Mittelalter eine große Anastasia-Wallfahrt gab; Anastasia war damals eine der am meisten verehrten Heiligen.

Anastasias Gedenktag wurde in Rom ab dem 6. Jahrhundert trotz des Weihnachtsfestes begangen; im frühen Mittelalter las der Papst die zweite der drei Weihnachtsmessen in der Kirche Santa Anastasia am Palatin.

Attribute: Schere, Salbgefäß/Vase, auf Scheiterhaufen oder an Pfahl gebunden
Patronin der Pressezensur, bei Kopf- und Brustkrankheiten, bei Seelennöten

Legenda Aurea: Anastasia

Catholic Encyclopedia

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kirche Santa Anastasia in Rom ist rund um die Uhr geöffnet, in ihr wird die ewige Anbetung praktiziert. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.06.2017

Quellen:
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.newadvent.org/cathen/01453a.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.