Ökumenisches Heiligenlexikon

Justinian I. der Große

ganzer Name: Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus

Gedenktag evangelisch: 14. November (LCMS)

Gedenktag orthodox: 2. August, 14. November, 15. November

Name bedeutet: der Gerechte (latein.)

Kaiser des römischen Reiches
* um 482 in Tauresium / Gradište, heute Ruinen bei Taor nahe Skopje in Nordmazedonien
14. November (?) 565 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei


Der Bauernsohn Justinian, ein Neffe des Kaisers Justinus I., der ihn in die Hauptstadt Konstantinopel holte, ihm eine gute Ausbildung ermöglichte und ihn vor 520 adoptierte, wurde 527 als dessen Nachfolger Kaiser des römischen Reiches. Schon 524/525 hatte er die ebenfalls aus einfachen Verhältnissen stammende Theodora geheiratet, die dann großen Einfluss auf ihn hatte. Mit der Schließung der Philosohenschule Platons Akademie in Athen 529 und der faktische Abschaffung des Amtes der Konsuln 542 macht er althergebrachtem römischen Denken ein Ende. Prägende für die Zukunft aber war die von ihm beauftragte Zusammenfassung des römischen Rechts, das Corpus Iuris Civilis.

Mit siegreichen Kriegen gegen die Ostgoten und die Vandalen konnte Justinian weite Teile des 476 untergegangenen weströmischen Reichs wiedergewinnen, erfolgloser waren im Osten die Kämpfe gegen die andrängenden persischen Sassaniden unter Chosrau I., bis 562 ein Friedensschluss möglich wurde. Justinian sorgte sich intensiv um die Verwaltung und kümmerte sich um theologische Fragen. Er verfasste angeblich selbst theologische Traktate, leitete SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. und beanspruchte, seine Herrschaft direkt von Gott erhalten zu haben. Gegen die verbliebenen Nichtchristen ging er entschlossen vor und bemühte sich eifrig um die Christianisierung im Reich: er sandte dazu Bischof Johannes von Ephesus durch Kleinasien, der dann mehr als 70.000 Menschen taufte. Justinian ließ viele Kirchen errichten, so den Neubau der zerstörten Hagia Sophia in Konstantinopel, die Johannes-Kirche in Ephesus - dem heutigen Selçuk - und das Katharinenkloster auf dem Sinai. Er verurteilte Origenes, den noch immer verbreiteten Nestorianismus und den Monophysitismus, dem auch seine Frau anhing 1; dies verschärfte in der Folge die Konflikte mit den monophysitischen Kirchen in Syrien und Ägypten, so der Syrisch-Orthodoxen Kirche und der Koptischen Kirche. 545/5546 wurden nichtchristliche Grammatiker, Rhetoren, Ärzte und Juristen verfolgt, 562 heidnische Bücher öffentlich verbrannt. Justinian galt als auch persönlich sehr fromm und als überzeugter Anhänger der Orthodoxen Kirche, der die strengen Fastenzeiten einhielt und die Verehrung von Nikolaus von Myra förderte, dem um 550 in Konstantinopel eine Kirche geweiht wurde. 553 berief er das 2. Konzil von Konstantinopel zur Verurteilung von Irrlehren und Bekräftigung der Orthodoxie. Der angeblich von Justinian verfasste Hymnus, O einzig-gezeugter Sohn und Wort Gottes gehört bis heute zur Liturgie der orthodoxen Kirchen.

Justinian wurde in der Apostelkirche - der heutigen Fatih Camii - in Konstantinopel bestattet. 1204 wurde das Grab von Teilnehmern am 4. Kreuzzug geplündert; dabei sei der Leichnam noch außergewöhnlich gut erhalten gewesen.

Justinian wird in orthodoxen Kirchen oft als heilig bezeichnet, ist aber in keinem SynaxarionSynaxarion, griechisch von Versammlung, bezeichnet in den Ostkirchen ein liturgisches Buch. Es verzeichnet die gottesdienstlichen Feiern im Verlauf des Kirchenjahres: die Angaben zu den Bibeltexten, zur Gottesdienstordnung und den Heiligen, deren Feiern begangen werden sollen. Damit entspricht es in etwa dem Martyrologium der römisch katholischen Kirche. aufgeführt.

1 Justinian vertrat die Lehre des Aphthartodoketismus, die Lehre von der Unvergänglichkeit des Leibes Jesu, der aber meist als eine Nebenform des Monophysitismus betrachtet wird.
Obwohl Anhängerin des strengen Monophysitismus wird auch die 548 gestorbene Theodora in den Orthodoxen Kirchen als Heilige verehrt.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.06.2020

Quellen:
• https://www.oca.org/saints/lives/2020/11/14/103301-saint-justinian-the-emperor
• https://de.wikipedia.org/wiki/Justinian_I.

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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