der Große
Gedenktag katholisch: 25. Juli
Fest
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
,
im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
und im spanisch-mozarabischen Hochgebet
Hochfest im Dom in Innsbruck
Diözesankalender Innsbruck;
in Russland: 30. April
Überführung der Gebeine: 30. Dezember
Übertragung des Kopfes ins Kloster St-Vaast: 3. Januar
Gedenktag evangelisch: 25. Juli
Gedenktag anglikanisch: 25. Juli
Gedenktag orthodox: 30. April
15. November
Gedenktag armenisch: 29. Dezember
21. Februar, 30. April, 25. Dezember
Gedenktag koptisch: 12. April
Name bedeutet: der Nachgeborene
oder: Gott schützt (hebr. - latein.)
Medaillon aus Siena,
um 1320, in den vatikanischen Museen 
Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome
sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes, beide
gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Jesus
gab den zwei Brüdern wegen ihres Eifers den Beinamen Boanerges
,
Donnersöhne
(Markusevangelium 3, 17). Jakobus zählte neben seinem
Bruder und Petrus zu den drei
bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung
Jesu und in seiner Todesangst im Garten Getsemani (Markusevangelium
14, 33) dabei waren. Während die Apostelgeschichte vom Wirken Petrus' und
Johannes' ausführlich berichtet, wird von Jakobus nur die Hinrichtung
durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 - verbunden mit
einer Verfolgung anderer Christen - erwähnt (Apostelgeschichte 12, 1 - 2);
Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln. Der Überlieferung
nach verkündete er zuvor das Evangelium in der Gegend um Samaria - dem
heutigen Shomron / as-Samarah
- und Jerusalem.
Fra Angelico: Jakobus
befreit den Zauberer Hermogenes von den Dämonen, Ausschnitt aus einem Altarbild,
1430, im Kimbell Art Museum in Fort
Worth in Texas / USA 
Legenden berichten vom Zauberer Hermogenes, den Jakobus überwand, von Dämonen befreite und dessen Zauberbücher er dann ins Meer werfen ließ. Auf seinem Wege zur Richtstätte heilte Jakobus einen Lahmen und bat den Henker um eine Flasche Wasser, damit er Josias, der ihm den Strick umgelegt hatte und sich ebenfalls auf dem Hinrichtungsplatz bekehrte, taufen könne; auch Josias wurde daraufhin mit Jakobus enthauptet.
Andere Legenden berichten von der Einkehr eines Ehepaars aus Xanten auf ihrer Pilgerfahrt. Zusammen mit ihrem Sohn machten sie Rast in einem Wirtshaus in Santo Domingo de la Calzada; weil dieser Sohn die ihm angetragene Tochter des Wirtes nicht zur Frau nehmen wollte, steckte der Wirt - oder die Tochter selbst - ihm heimlich einen Silberbecher in den Rucksack, damit er für den angeblichen Diebstahl gehenkt werde. Als dies erfolgte, hielt Jakobus den am Strick Hängenden hoch, damit er unversehrt blieb; die Eltern kamen an die Richtstätte, fanden den Sohn noch lebend und konnten ihn vom Galgen nehmen. Vor dem ob solch eines Wunders ungläubigen Richter flog das Brathuhn vom Teller als Beweis, dass Tote tatsächlich lebendig werden können; der Richter erkannte sein Fehlurteil, nun wurde der betrügerische Wirt gehenkt.
Jakobus rettet den unschuldig gehenkten Jungen, der mit seinen Eltern eine
Wallfahrt nach Santiago
de Compostela unternommen hatte; aus dem Jakobsaltar der Nürnberger
Schule, um 1525 
Spanische Darstellungen erzählen ebenfalls zahlreiche Wunder: den Steinblock, der sich von selbst als Sarkophag für Jakobus schloss und den Wagen mit den wilden Rindern, die den Sarkophag an die Stelle fuhren, wo später die Wallfahrtskirche in Compostela gebaut wurde.
In Jerusalem steht die Jakobskirche angeblich an der Stelle seines Martyriums. Im Jahr 70 seien seine Gebeine auf den Berg Horeb / Sinai ins Jakobskloster - das heutige Katharinenkloster - gebracht worden.
In Spanien verbreitet ist die Überlieferung, dass Jakobus dort gleich nach
der Himmelfahrt Christi
gepredigt und Jünger geworben habe mit der Prophezeiung, dass er nach seinem Tod
dort Unzählige bekehren werde. Das Grab soll vergessen worden sein, bis sich
Jakobus dem Eremiten Pelayo auf dem so genannten Sternenfeld
, spanisch
Compostela
, offenbarte. 813 wurde dort mit dem Bau eines Wallfahrtzentrums
begonnen, am 25. Juli 816 - daher der Gedenktag - Jakobus' Reliquien
in der neuen Kirche beigesetzt. Die Entdeckung
des Grabes fiel in eine
Zeit, in der sich die nordspanische Kirche mit ihrem Bischof Theodemir gegen
die westgotische Kirche von Toledo
profilieren wollte, er legte den Grundstein für die Jakobskirche; aus diesem Ort
entwickelte sich Santiago
de Compostela, das bald zu einem Eckpfeiler des mittelalterlichen
Europa wurde. Im Zuge der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens von den
arabischen Besatzern, fiel Jakobus eine neue Rolle zu: Er galt jetzt als
Santiago Matamorus
, als berittener Schlachtenhelfer und Maurentöter
.
In der Schlacht von Clavijo
844 überwand Jakobus demnach, auf dem Pferd voranstürmend, mit den Seinigen die
Mauren. Er soll auch schon in die Schlachten Karls
des Großen eingegriffen haben.
Vom 11. Jahrhundert an wurde Santiago
de Compostela zu einem der größten Wallfahrtszentren
des Abendlandes, durch ganz Europa führten feste Wallfahrtswege dorthin. 1128
wurde die heutige Kathedrale eingeweiht, die im 18. Jahrhundert einen barocken
Mantel erhielt. Seit 1122 gilt jedesmal, wenn der Gedenktag auf einen Sonntag
fällt, das Jahr als Heiliges - so wieder im Jahr 2010 - und die Wallfahrer erhalten
vollkommenen Ablass aller Sündenstrafen. Im Heiligen Jahr 2004 wurden
zwölf Millionen Besucher gezählt, die durch die Heilige Pforte der Vergebung
an der Ostseite der Kathedrale gingen; für 2010 werden noch mehr Pilger aus allen
Ländern erwartet. Das nächste Heilige Compostelanische Jahr findet dann 2021 statt.
Im 12. Jahrhundert wurden die spanischen Traditionen schriftlich fixiert. Es
entstanden Pilgerführer und das Liber Sancti Jacobi
, Buch des Heiligen
Jakobus
mit der Sammlung der Wundergeschichten. Jakobus wurde zum Patron der
Reformorden, der Ritter als miles Christi
,
Soldat Christi
und als Maurentöter, schließlich der Pilger und Pilgerwege
nach Santiago
de Compostela. Seit Ende des 14. Jahrhunderts förderten Jakobus-Bruderschaften
die Wallfahrt.
Bis ins 15. Jahrhundert zog Santiago
de Compostela mehr Pilger an als Rom
oder Jerusalem.
In Skandinavien nannte man Spanien zu jener Zeit Jakobsland
. Die Pilger auf
dem Camino
, dem Jakobsweg, erhielten am Ziel damals eine Muschel, mit der sie
dann ihren Pilgerhut zierten. 1504, nach dem Ende der Reconquista, wurde die
Universität gegründet, die heute zu einer der größten in Europa gehört. Ab der
zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verloren die Pilgerfahrten nach Santiago
an Bedeutung, im 19. Jahrhundert wurden auch viele der kostenlosen Unterkünfte
für Pilger entlang der Wege aufgegeben.
Video:Zur Darstellung des Videos müssen Sie mit dem Internet verbunden sein Der Weihrauchkessel wird über den Gläubgen geschwenkt - Mittagsmesse für Pilger in der Kathedrale in Santiago de Compostela am 26. April 2007
Heute ist die Wallfahrt nach Santiago de Compostela nicht nur als touristisches Erlebnis wieder modern geworden. Viele Menschen unternehmen die Pilgerreise auch auf der Suche nach erlebter Spiritualität oder nach sich selbst zeitaufwändig zu Fuß, per Fahrrad oder auf dem Pferd. Wer wenigstens 100 km zu Fuß oder 200 km mit dem Fahrrad hinter sich gebracht hat, erhält im Pilgerbüro die ersehnte Urkunde; 120.000 der jährlich 10 Millionen Touristen kommen so als Pilger. Über den Pilgern schwingt zum Schluss mancher Gottesdienste ein riesengroßer Weihrauchkessel durch die Kirche. Der 25. Juli wird als Höhepunkt mit einem großen Feuerwerk begangen.
Auch der Gedenktag an die angebliche Überführung der Gebeine
von Iria Flavia - dem heutigen Padrón
- in sein Grab unter der heutigen Kathedrale, der 30. Dezember, wird in
Santiago
groß gefeiert; der spanische König oder ein von ihm entsandter Vertreter bringt
die ofrenda
dar, d.h., er drückt den Dank und die Verehrung in einer
Rede an den Apostel aus.
Am Jakobstag brachten Bauern die ersten reifen Äpfel zur Segnung, oft war
dies ein Markttag. Als billigen Jakob
bezeichnet man einen Händler, der an
solchen Märkten seine Waren günstig verkauft. In Österreich und Südtirol
tragen 11 Orte seinen Namen.
Der Reliquenschrein in Santiago
Attribute:
als Pilger, als Ritter (Maurentöter), mit Muschel
Patron
von Spanien und Innsbruck;
der Krieger, Arbeiter, Lastenträger, Seeleute, Hutmacher, Strumpfwirker, Wachszieher,
Kettenschmiede, Apotheker und Drogisten; der Pilger und Wallfahrer;
für das Wetter, für Gedeihen der Äpfel und Feldfrüchte; gegen Rheumatismus
Bauernregeln:
Ist es drei Tage vor Jakobi schön, so wird das Korn dauerhaft.
Um Jakobi heiß und trocken, / kann der Bauersmann frohlocken.
Wenn die Tage um Jakobi sehr sommerlich sind, wird das Weihnachtsfest
sehr winterlich.
Jakobi klar und rein, / wird das Christfest
frostig sein.
Vom Jakobustag der Vormittag, / das Wetter zu Weihnachten
deuten mag.
Gegen Margareten
und Jakoben / die stärksten Gewitter toben.
Vor Jakobi eine Rübe, nach Jakobi ein Rübchen.
Ist Jacobus am Ort, ziehn die Störche bald fort.
Wenn Jacobi tagt, / werden die jungen Störche vom Nest gejagt.
Literatur
zu Santiago de Compostela
Eine
wirklich schöne offizielle Website aus Santiago de Compostela mit sehr guten
Informationen zur Geschichte, zu den Pilgerwegen, zu Santiago und der Region
Galicien
gibt es auf
Deutsch und in anderen wichtigen Sprachen. Hier können Sie auch mit
mehreren Webcams das Geschehen in Santiago verfolgen.
Kathedrale Santiago de Compostela
In
Deutschland gibt es eine umfangreiche und sehr farbige Homepage
über Jakobus, Santiago und das gesamte Pilgerwesen, mit vielen interessanten
links, ausführlichem, hilfreichem Serviceteil für Interessierte und Pilger und
interessanten Berichten vom Jakobsweg.
In
der Schweiz informiert Josef Schönauer über Pilgern
auf dem Jakobsweg; er organisiert auch selbst Pilgerreisen. Klaus Schäfer
bietet auf seiner Homepage
interesante und wissenschaftlich fundierte Informationen zu Jakobus und zur
Wallfahrt rund um Jakobus, Infos zur Planung und Vorbereitung einer Wallfahrt
sowie Berichte von Wallfahrten nach Santiago. Detaillierte und hilfreiche Tipps
für eine Wallfahrt in Deutschland gibt Familie Auer auf ihrer Website Pilgern
in Deutschland.
Die
Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela
wird vor allem mit ihrer historischen Entwicklung beschrieben auf der Website des
katholischen
Internetdienstes.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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