Gedenktag katholisch: 29. Juni
Hochfest
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I
,
im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
und im mozarabischen Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4. / 5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird.
Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet
Diözesankalender Berlin und Lausanne-Genf-Fribourg
die weiteren Gedenktage
Gedenktag evangelisch: 29. Juni
Gedenktag anglikanisch: 29. Juni
Gedenktag orthodox: 29. Juni
Erscheinung bei Kaiser Justinian: 5. September
Gedenktag armenisch: 29. Juni
29. Oktober, 25. Dezember
28. Dezember
Weihe seiner Kirche in Antiochia: 30. Juni
Gedenktag koptisch: 29. Juni
wundersame Heilung der Kaisertochter: 9. Juli
Gedenktag syrisch-orthodox: 29. Juni
11. Januar
Name bedeutet: der Fels (griech. - latein.)
Übersicht: Leben - Bedeutung - Gedenken
Fragment eines Freskos, 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts, Reverenda Fabbrica di
San Pietro in den Vatikanischen
Museen 
Der Fischer Simon lebte mit seiner Frau in Kafarnaum - heute ein abgegangener Ort am See Gennesaret. Dass er Kinder hatte, weiß die Legende von Petronilla. Er wurde gemeinsam mit seinem Bruder Andreas, der zuvor schon Jünger von Johannes dem Täufer war, von Jesus in dessen Jüngergruppe berufen (Markusevangelium 1, 16 - 18).
Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus vom Fieber war eine der ersten
Wundertaten Jesu
(Matthäusevangelium 8, 14 - 15). Beim Wandel auf dem See Gennesaret zeigte sich
Petrus' Glaube als zögerlich: er wollte dem auf dem Wasser gehenden Jesus folgen,
bekam aber Angst zu versinken; nach seiner Rettung bekannte er mit einem
Kniefall: Du bist in Wahrheit Gottes Sohn
(Matthäusevangelium 14, 28 - 32).
Mit Johannes und Jakobus war Petrus bei der Verklärung Jesu zugegen (Matthäusevangelium 17, 1 - 8). Hervorgehoben wird Petrus auch bei der Fußwaschung, als er sich nicht würdig fühlte, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen (Johannesevangelium 13, 5 - 10). Bei der Gefangennahme Jesu schlug er in seinem Eifer Malchus, dem Diener des Hohenpriesters, das Ohr ab (Johannesevangelium 18, 10). Petrus verleugnete Jesus nach dessen Gefangennahme drei Mal, noch ehe der Hahn krähte (Markusevangelium 14, 66 - 72). Petrus war aber auch der erste männliche Zeuge der Auferstehung Jesu (1. Korintherbrief 15, 5; Lukasevangelium 24, 34). Nach dem vermeintlichen Ende der Jesus-Bewegung kehrte Petrus in seine Heimat zurück und arbeitete wieder als Fischer, auch dort erschien ihm und anderen Jüngern Jesus und teilte mit ihnen Brot und Fische ähnlich wie beim ersten Abendmahl (Johannesevangelium 21, 1 - 14).
Veit Stoß: Holzrelief mit Petrus (oben) und Malchus, 1477 - 89, Hochaltar in der Marienkirche in Krakau
Petrus' zukünftige Aufgabe wurde ihm beim Fischzug angekündigt: von nun an
Menschenfischer
zu sein (Lukasevangelium 5, 10). Nach seinem Bekenntnis
in Cäsarea
wurden Petrus die Schlüssel des Reichs der Himmel
übergeben, auch in der
Volksüberlieferung bewacht er deshalb die Himmelstür. Jesus
bezeichnete ihn als Fels
- griechisch: pétros
- auf dem er seine Kirche
bauen wolle (Matthäusevangelium 16, 16 - 19) und erteilte ihm am Abend vor
seiner Kreuzigung einen besonderen Auftrag im Apostelkreis: stärke deine Brüder
(Lukasevangelium 22, 32). Durch den Zuruf des Johannes
erkannte Petrus, vom reichen Fischzug zurückkehrend, den am Ufer erschienenen
Auferstandenen und erhielt den Auftrag: Weide meine Lämmer
(Johannesevangelium
21, 1 - 19). Diese herausgehobene Stellung des Petrus ist mit begründend für die
besondere Stellung aller späteren Nachfolger Petri
in Rom,
den Päpsten.
Am ersten Pfingstfest hielt Petrus eine wirkungsvolle Predigt (Apostelgeschichte 2, 14 - 41); mit Johannes heilte er einen Lahmen, der vor die Tempelpforte getragen wurde (Apostelgeschichte 3, 1 - 11); der Hohepriester Ananias setzte ihn und Johannes gefangen, ließ ihn aber wieder frei (Apostelgeschichte 4, 1 - 23); Kranke wurden vom Schatten des vorüber gehenden Petrus geheilt (Apostelgeschichte 5, 15); der Zauberer Simon bekehrte sich augenblicklich, wurde von Philippus getauft, von Petrus aber der dennoch anhaltenden Falschheit entlarvt (Apostelgeschichte 8, 9 - 24). In Lydda - dem heutigen Lod - heilte Petrus den gichtbrüchigen Aeneas, in Joppe - dem heutigen Jaffa, Ortsteil von Tel Aviv - erweckte er Tabitha vom Tod (Apostelgeschichte 9, 32 - 42); er bekehrte mit dem Hauptmann Cornelius den ersten Nicht-Juden zum Christentum, nachdem er von den reinen und unreinen Tieren geträumt und gehört hatte, dass er keinen Menschen unrein heißen dürfe; auch die Anwesenden wurden zu einer gemeinsamen Schau entrückt und getauft (Apostelgeschichte 10). Über die Grenzen des heiligen Landes hinaus wirkte er in Antiochia - dem heutigen Antakya, wo er ebenfalls die Gemeinschaft mit nichtjüdischen Christen pflegte (Galaterbrief 2, 11f).
Raffael: Die Befreiung aus dem Gefängnis, 1514, Fresko in der Stanza di Eliodoro im Pontikatspalast im Vatikan

Nach der Enthauptung Jakobus'
des Älteren, ließ König Herodes Agrippa I. den nach Jerusalem
zurückgekehrten Petrus zwischen zwei Kriegsknechten ins Gefängnis werfen. Ein
Engel erschien, die Ketten fielen, Petrus ging ungehindert an den Wächtern
vorbei und musste dann zweimal am Haus der Maria, der Mutter des Johannes
Markus, anklopfen, da die Magd Rhode zwar seine Stimme erkannte, aber sich
angesichts dieser Überraschung erst bei ihrer Herrschaft vergewissern wollte
(Apostelgeschichte 12, 1 - 19) - das Fest Petri
Kettenfeier
hat in dieser Geschichte seine Wurzel. Petrus hatte zusammen mit dem
Herrenbruder
Jakobus
die Führung der Gemeinden in Jerusalem inne und begründete die christliche
Mission, er wird in allen neutestamentlichen Apostelkatalogen an erster Stelle
genannt. Die Meinungsverschiedenheit zwischen Jakobus und Paulus über die Mission
bei den Heiden wurden dank der vermittelnden Rolle des Petrus beim Apostelkonzil ausgeglichen,
wo die Heidenmission befürwortet wurde und nur die Einhaltung einiger Reinheitsgebote gefordert wurde (Apostelgeschichte
15). Nach der Legenda Aurea
war Petrus beim Tod wie bei Himmelfahrt der Maria
anwesend und war es Petrus, der mit Paulus ihre Bahre trug und den Hohenpriester
heilte, dessen Hände durch seinen Unglauben und sein Bestreben, das Begräbnis zu
verhindern, an der Bahre gelähmt hängen gebleiben waren.
Santuario De Finibus Terrae
an der Stelle des alten Minerva-Tempels in Santa
Maria di Leuca 
Nach katholischer Lehre reiste Petrus später nach Rom; der Überlieferung nach kam er in Santa Maria di Leuca an Land, bekehrte die Menschen dort vom Minerva-Kult zu Christus und widmete den Namen der Stadt der Jungfrau Maria; aus dem Minerva-Tempel wurde demnach schon im Jahr 43 die älteste christliche Kirche in Italien und ganz Europa. In Rom wirkte Petrus dann als Leiter der Gemeinde, unter Kaiser => Nero starb er demnach den Märtyrertod. Schon anfangs des 2. Jahrhunderts gehen kirchliche Schriftsteller von seiner Anwesenheit in Rom aus.
Masolino da Panicale: Petrus predigt, 1426 - 1427, Fresko in der Cappella
Brancacci der Kirche Santa Maria della Carmine in Florenz

Der Überlieferung im 1. Brief des Clemens I. zufolge begegneten
sich Petrus und Paulus
in Rom,
zusammen überführten sie den Magier Simon, der mit seiner Flugkunst zu Tode
stürzte. => Nero verlor mit ihm
seinen Hofkünstler und ließ Petrus und Paulus ins Gefängnis - den Carcere
Mamertino - werfen; vor der Hinrichtung erreichten Freunde, dass Petrus sich
entziehen konnte. Der Fliehende begegnete vor den Toren der Stadt Christus
- an der Abzweigung der Via Ardeatina von der
Via Appia, an der Stelle, an der heute die Kirche S.
Maria in Palmis steht * -
und fragte ihn: Quo vadis, Domine?
, Wohin gehst du, Herr?
; als Christus
anwortete, er gehe nach Rom, um sich noch einmal kreuzigen zu lassen, beschloss
Petrus, mit ihm zu gehen und dieses Schicksal zu teilen; gleich danach sah er
den Auferstandenen in den Wolken entschwinden. Petrus wurde dann auf eigenen
Wunsch im Zirkus des Nero - an der Stelle, wo heute der Petersdom
steht, nach anderer Überlieferung am Ort der heutigen Kirche S.
Pietro in Montorio - ans Kreuz geschlagen: mit dem Kopf nach unten, da er nicht würdig
sei, den selben Tod wie Jesus
Christus zu sterben. Herausragende Bedeutung hat sein angebliches Grab unter dem Petersdom, das schon früh
auf dem vatikanischen Hügel verehrt wurde. Die Grotten unter dem Altar des Petersdoms wurden 1940 bis 1949 erstmals
archäologisch erforscht, 1951 wurde die dabei erfolgte Entdeckung des Petrusgrabes bekanntgegeben, was in der
archäologischen Wissenschaft aber keine Zustimmung fand, deshalb gab es 1953 bis 1958 und 1965 weitere Grabungen,
die breit diskutiert wurden; ihr Ergebnis ist heute zu besichtigen; neben Gräbern von Christen fand man ein
Erdgrab aus dem späten 1. Jahrhundert ohne Knochen, das wohl seit etwa 140 einen Gedenkstein enthielt, der
nach umstrittener Meinung auf Petrusreliquien hinweist; andere
Ausgrabungsorte in Rom haben ähnliche Inschriften, die ein Gedenken an Petrus und Paulus belegen.
Petrus gilt als Autor der beiden im Neuen Testament enthaltenen Petrusbriefe. Der 1. Petrusbrief wurde in Rom von Silvanus geschrieben (1. Petrusbrief 5, 12 - 13); er enthält aber eher Gedankengut von Paulus, für eine Autorenschaft des Petrus spricht nichts. Der 2. Petrusbrief ist tatsächlich wohl erst Anfang des 2. Jahrhunderts entstanden, hat also sicher nicht Petrus zum Autoren. Dagegen spricht einiges für die Auffassung, dass im Evangelium des Markus, das wohl in Rom geschrieben wurde, die Überlieferung des Petrus enthalten ist.
Unbestritten ist die herausragende Rolle des Petrus im Jüngerkreis Jesu', bei der Wiedervereinigung der durch Jesu' Kreuzestod verstörten Jünger nach der Auferstehung und bei der Bildung der Urgemeinde in Jerusalem und von Gemeinden im heiligen Land, sein Einfluss darüber hinaus, so z.B. in Antiochia, möglicherweise auch in Korinth (1. Korintherbrief 1, 12) und seine Aufgeschlossenheit für die Heidenmission, die er selbst praktizierte und die dank Petrus' Haltung von Paulus und seinen Gefährten so erfolgreich durchgeführt werden konnte. Umstritten unter den Konfessionen ist bis heute seine Anwesenheit und seine Rolle in Rom.
Die hervorragende Bedeutung erhielt Petrus durch die Lehre von der apostolischen Nachfolge, der zufolge alle Bischöfe von Rom, also alle Päpste, direkte Nachfolger des Petrus sind. Besonders Papst Gregor VII. hat diese Tradition gefördert und zugespitzt. Die Orthodoxen Kirchen bestritten seit je her die Oberhoheit des römischen Bischofs. Auch die protestantische Reformation lehnte es ab, das Papsttum auf Petrus zurückzuführen.
Auf Papst Gregor „den Großen” geht wesentlich zurück, dass der
von ihm direkt über dem angeblichen Petrusgrab errichtete Altar zum Zentralort der römisch-katholischen Kirche wurde;
so werden seitdem hier die neu gewählten Päpste geweiht. Unterhalb des Altars gab es ein Fenster, durch das Pilger
Tücher hinablassen konnten, die so mit heiliger Kraft aufgeladen zu Reliquien
wurden. Unterhalb des Altars gab es Flure zum Petrusgrab, wo besondere Verpflichtungen stattfanden, Eide abgelegt
oder wichtige Dokumente deponiert wurden; so spürte Bonifatius
zeitlebens seine besondere Verpflichtung durch den beim Petrusgrab abgelegten Bischofseid. Die Pallien
werden an dieser Stelle bis zu ihrem Versand aufbewahrt. Englische und fränkische Könige ließen sich am Petrusgrab
taufen und / oder krönen, so Karl „der Große”, der zum Dank die
Bestätigung der Pippinischen Schenkung
, mit der der Kirchenstaat legitimiert wird, dort hinterlegte.
Caravaggio: Die Kreuzigung des Petrus, 1600 in der Cerasi-Kapelle in der Kirche S.
Maria del Popolo in Rom 
Schon früh haben sich Bistümer eine besondere Legitimation verschafft dadurch, dass sie ihre Gründung auf Schüler des Petrus zurückgeführt haben, so z.B. Aquileia mit Hermagoras oder Fiesole mit Romulus, in Deutschland Trier mit Eucharius von Trier, in Frankreich Périgueux mit Fronto von Périgueux oder in Spanien die Bistümer Granada mit Cäcilius von Illiberis oderAndújar mit Euphrasius von Illiturgum. Andere Bistümer betonten ihre Unabhängigkeit von Rom, so z.B. Mailand, indem sie ihre Gründung als unabhängig von Petrus - in diesem Fall der Tradition zufolge durch Barnabas - darstellten, ähnlich Ravenna mit Vitalis - wobei die Stadt aber auch die Tradition mit Apollinaris hat.
Petrus' Patronat für Brückenbauer hat seine Grundlage in einem der Titel der
Päpste als Pontifex Maximus
, größter Brückenbauer
.
Petrus schließt in mittelalterlichen Darstellungen des Jüngsten Gerichts das Himmelstor, die
Paradiesespforte, auf, der Schlüssel ist in den Darstellungen sein Attribut.
Diese himmlische Rolle machte ihn auch zum Wettergott
: er entscheidet, ob die
Himmelsschleuse
zum Regnen geöffnet wird. Der Volksglaube hat Petrus hier an
die Stelle des germanischen Gewittergottes Thor gesetzt, der auch das Wetter
machte und die Wolkenschleusen öffnete. Petrus hat im Volksglauben - ob seines
Berufes - enge Beziehung zum Wasser. Am Tage Peter und Paul darf man nicht in
offenen Gewässern baden, da an diesem Tage das Wasser ein Opfer zu fordern
pflegt.
Kulturgeschichtlich steht Petrus in vielem heute an Stelle des römischen
Gottes Janus. Janus, ein alter Licht- und Tagesgott, galt als der himmlische
Schlüsselinhaber, als Öffner (Patulcius) und als Schließer (Clusius), indem er
sowohl im Himmel wie auf Erden über allen Aus-und Eingang gebietet. Er war der
Herr über alle Türen
, von ihm hat die Türe im Lateinischen ebenso ihren Namen
(janua), wie der Monat, der das Jahr eröffnet, der Januar. Alle zum Himmel empor-
und von ihm herabsteigenden Erscheinungen, die Wolken und die Winde, aber auch
das Meer und die Erde hatte er nach Ovid unter seiner Oberaufsicht. Er geleitete
nicht nur die abgeschiedenen Seelen gen Himmel, auch den Gebeten der Menschen
schloss er demnach die Tore des Himmels auf und verschaffte ihnen Eingang bei
den übrigen Göttern. Er saß an der Himmelspforte und selbst der Götterkönig
Jupiter konnte ohne seine Erlaubnis nicht in den Himmel eingehen.
Der Leichnam des Petrus wurde der katholischen Überlieferung nach in der
Nekropole in den vatikanischen Gärten neben dem Zirkus von Kaiser => Nero
beigesetzt - dort, wo heute der Petersdom
steht. Anderer Überlieferung nach wurde Petrus zusammen mit Paulus
zunächst auf einem alten Friedhof an der Via Appia Antica beigesetzt, den
Katakomben
des Sebastian; darüber wurde im 4. Jahrhundert die zunächst Petrus und Paulus
geweihte Kirche erbaut, die seit dem 8. Jahrhundert S. Sebastiano ad Catacumbas
genannt wird; Petrus' Reliquien wurde dann umgebettet an die
Stelle, über der Kaiser Konstantin
324 die älteste Peterskirche errichten ließ; in dieser Kirche wurde u. a. 800
Karl der Große gekrönt. Den
Auftrag zur vollständigen Erneuerung dieser immer mehr zerfallenden Kirche
erteilte Papst Nikolaus V. 1452, im Jahr 1626 konnte der heutige Petersdom
fertig gestellt und eingeweiht werden. Unter dem Hochaltar werden Petrus' Gebeine verehrt.
Statue im Petersdom in Rom
Als Festtag für Petrus wird der 29. Juni erstmals für das Jahr 258 genannt, das Fest ist im römischen Staatskalender
des Chronographen
von 354 erwähnt. Er gilt als Tag des Martyriums des Petrus, gleichgesetzt mit dem ebenso
unbekannten Todestag des Paulus; dem Fehlen eines bekannten Gedenktages wurde in der Zeit der
zunehmenden Märtyrerverehrung wohl im Jahr 258 durch Einrichtung dieses Festes begegnet. Im Martyrologium
des Hieronymus wird als Ort des Festes für Petrus der Hügel
auf dem Vatikan, für Paulus die Via Ostiensis
und für beide zusammen die Katakomben
genannt.
Auch in Ravenna
und Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul
- wurden im 4. Jahrhundert Petrus-Kirchen geweiht. Das frühe
Mittelalter war eine Hochzeit des Kultes um Petrus, vor allem bei Angelsachsen;
die Karolinger ernannten ihn zu ihrem Patron.
Die katholische Kirche feiert Petrus mit mehreren
Fest- und Gedenktagen:
• am 22. Februar wird das Fest Cathedra Petri begangen. Das
Fest wurde im 4. Jahrhundert in Rom eingeführt
als Erinnerung an die Übertragung des besonderen Hirtenamtes an Petrus.
• am 1. August wird das Fest Petri
Kettenfeier
gefeiert. An einem 1. August sei die Kirche S.
Pietro in Vincoli in Rom eingeweiht worden, in der bis heute die Ketten
gezeigt werden, mit denen Petrus in der Gefangenschaft gehalten gewesen sei.
• der 18. November ist das Fest
der Kirchweih der Basiliken von Petrus und Paulus
in Rom, Gedenktag an die Weihe der alten Peterskirche
und des Petersdomes.
Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen Teilablass, der einen von einem Priester oder Diakon rechtmäßig geweihten Andachtsgegenstand in frommer Gesinnung benutzt. Ist aber dieser Andachtsgegenstand vom Papst oder von einem Bischof geweiht, so kann der Gläubige durch den frommen Gebrauch dieses Gegenstandes am Fest der Apostel Petrus und Paulus auch einen vollkommenen Ablass gewinnen, wenn er nach einer beliebigen rechtmäßigen Formel das Glaubensbekenntnis spricht.
Attribute:
Schlüssel, Schiff, Buch, Hahn, umgedrehtes Kreuz
Patron
von Rom,
Trier,
Kanton und Stadt Genf
und Poznan
/ Posen in Polen; der Päpste; der Reuigen, Büßenden, Beichtenden; der
Brückenbauer, Metzger, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmiede, Eisenhändler, Bleigießer,
Uhrmacher, Papierhändler, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Netzweber, Tuchweber,
Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer und Schiffbrüchigen; der Jungfrauen;
gegen Besessenheit, Fallsucht, Tollwut, Fieber, Schlangenbiss, Fußleiden und
Diebstahl; des Wetters; des Bistums Berlin und des Domes in Bamberg;
Bauernregeln:
Peter und Paul / hat Wasser im Maul.
Regnet es an Peter und Paul / wird des Winzers Ernte faul.
Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul.
Regnet's am St. Petertag, / so drohen dreißig Regentag.
Wenn es am Peterstag regnet, so regnet es im ganzen Schnitt.
Peter und Paul hell und klar / bringet uns ein gutes Jahr.
Petrus schwimmt im Schiff daher oder dahin.
Ist's Wetter von Peter bis Laurentius
heiß, / bleibt kommend' Winter lange weiß.
* Dies ist auch die Stelle, wo der Überleiferung nach ein Soldat Hannibals im Zweiten Punischen Krieg am nächsten der Stadt Rom genähert hatte.
zeitgenössische Quellen: Das
Martyrium des Petrus und Paulus
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Petrus' Briefe
Catholic Encyclopedia: Petrus' Grab
Giovanni Lorenzo Bernini: Baldachin, 1624 - 1633, über dem Petrus-Grab im Petersdom in Rom
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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