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Michelangelo: Fresko, 1475-83 und 1508-12, in der Sixtinischen Kapelle im
Vatikan
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Callistus war der Überlieferung zufolge ein von Juden verbannter Sklave, der zunächst mit betrügerischen Bankgeschäften von sich reden machte. Um 186 bis 189 wurde er zu Zwangsarbeit in den sardinischen Minen verurteilt, nach seiner Rückkehr nach Rom vom römischen Bischof Zephyrinus zum Diakon ordiniert und zu seinem Hauptberater ernannt.
Nach Zephyrinus' Tod 217 (oder 218) wurde Callistus sein Nachfolger. Er bekämpfte Adoptianismus und Modalismus, dem er in jungen Jahren wie sein Vorgänger noch anhing. Der erste Gegenpapst der Kirchengeschichte, Hippolyt, erhob sich gegen ihn und beschuldigte ihn des Monarchianismus, dazu eines unlauteren Vorlebens und der Unzucht. Callistus exkommunizierte Hippolyt. Von Gegnern wurde Callistus weiter der Nachlässigkeit bezichtigt, da er reumütigen Götzendienern die heilige Kommunion zuteil werden ließ und die Eheschließung zwischen hochgestellten Damen und Sklaven akzeptierte. Heftige Auseinandersetzungen mit Hippolyt und Tertullian gab es auch, weil Callistus reumütigen Unzuchtsündern eine zweite Buße gewährte.
Callistus führte den Brauch des Fastens an Aschermittwoch
ein und ließ als erster Kirchen ausmalen. Er versuchte nachdrücklich, den Einfluss des Bischofs
von Rom
für die gesamte Kirche zu mehren, auch wenn bei ihm noch nicht der
Anspruch des Primats erhoben wurde. Tertullian
kritisierte deshalb Callistus und verhöhnte ihn als Pontifex maximus
,
höchsten Brückenbauer
, und episcopus episcoporum
, Aufseher der Aufseher /
Bischof der Bischöfe
- beides heute von den Amtsinhabern auf dem Stuhl Petri
als Titel gebraucht. Callistus gilt als einer der aktivsten und lebensfrohesten
Bischöfe von Rom.
Callistus' Gedenktag 14. Oktober war der Tag seiner Bestattung.
Die heute nach Callistus benannten Katakomben gehören zu den wichtigsten und eindruckvollsten der etwa 60 christlichen Katakomben Roms. Sie entstanden um die Mitte des 2. Jahrhunderts an der Via Appia Antica aus einem Gräbergebiet und wurden um die Jahrhundertwende direkt der Verwaltung durch die Kirche von Rom unterstellt; Papst Zephyrinus beauftragte den Diakon Callistus mit der Leitung und Verwaltung. Zu seiner Aufgabe gehörte die Sicherstellung einer würdigen Ruhestätte für alle Gläubigen, also auch für die Armen und die Sklaven unter ihnen. Nachdem Callistus selbst zum Papst gewählt worden war, weitete er den Friedhof aus und vergrößerte ihn; daher trägt die Anlage seinen Namen und wurde der offizielle Friedhof der Kirche von Rom, Grabstätte für Märtyrer und alle Päpste des 3. Jahrhunderts.
Krypta der Päpste in den Callistus-Katakomben,
3. / 4. Jahrhundert; Abbildung aus G.B. de Rossi, 1854 ![]()
Etwa hundert Jahre nach seinem Tod entstand die Legende von Callistus' Martyrium, das demnach unter Kaiser Alexander Severus stattfand, der ihn einkerkern ließ. Im Gefängnis predigte, heilte und taufte Callistus, bis man ihn aus dem Fenster warf und mit einem Stein um den Hals in einen Brunnen stürzte.
Reliquien von Callistus kamen im 9. Jahrhundert nach Cysoing bei Lille, später auch nach Reims, Fulda, Neapel und in mehrere Kirchen in Rom.
Attribute:
Mühlstein, Brunnen
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Die
Callistus-Katakomben werden auf einer auch deutschsprachigen
Internetseite ausführlich beschreiben.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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