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Ökumenisches Heiligenlexikon

Augustinerorden

Der Sammelbegriff Augustiner bezeichnet im weitesten Sinn alle Ordensgemeinschaften, die nach den Ordensregeln des Augustinus von Hippo leben, also auch die Dominikaner, der Deutsche Orden und die Malteser, die Prämonstratenser, Redemptoristen und Trinitarier, die Barmherzigen Brüder, Birgittinnen, Cellitinnen, Ritaschwestern, Ursulinen u. a.

Im engeren Sinn - und so wird der Begriff meist verwendet - sind mit der Bezeichnung Augustiner vor allem zwei Gemeinschaften gemeint:
• die Augustiner-Chorherren und
• die Augustiner-Eremiten, zu denen auch die Augustinernonnen gehören.

Chorherren bzw. Chorfrauen gibt es seit dem 11./12. Jahrhundert. Chorherren nennt man Priester, die mit anderen zusammen in einer Vita communis, in gemeinschaftlichem Leben zusammen leben, zusammen beten, gemeinsam glauben und arbeiten. Auf den SynodenSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von 1059 und 1063 in Rom wurde die Geistlichkeit ermahnt, eine einheitliche Regel einzuführen, die den Mönchsstatus mit dem aktiven Leben in der Laiengemeinschaft vereinen solle. Das Armutsgebot, die Keuschheit und der Gehorsam sollte weiterhin befolgt werden, jedoch ohne die Abkehr von der Welt zu bedingen. Zentren dieser Reform im Geiste von Papst Gregor VII. wurden die Köster Springiersbach, Klosterrath in Kerkrade, auf dem Großen St. Bernhard in der Schweiz, Murbach im Elsass sowie die am Lateran in Rom, in Avignon und in Paris.

Auf diese Weise wollte man auch WeltpriesternWeltpriester - oder auch Diözesanpriester - sind in der römisch-katholischen Kirche alle Priester, die keinem Orden angehören. die Vorteile mönchisch-klösterlichen Lebens eröffnen. Solche priesterlichen Gemeinschaften entstanden zunächst an Bischofskirchen; später wurden daraus normale Klöster. Bis Mitte des 12. Jahrhunderts hatten fast alle Gemeinschaften die Regel des Augustinus eingeführt. Offiziell bestätigt wurde diese Regel durch das 4. Laterankonzil im Jahr 1215. Der Schwerpunkt der Arbeit der Augustiner liegt vor allem im Bereich der Wissenschaft. Die Augustiner-Regel betont vor allem die persönliche Vollkommenheit und sieht in der Liebe deren Kern.

Die Augustiner-Eremiten bilden eine vollkommen andere Gruppe, deren Ursprung sich bis ins 5. Jahrhundert zurück verfolgen lässt zu den Eremiten Nordafrikas, die die Regel des Augustinus angenommen hatten. Nach dem Einfall der Vandalen in Nordafrika im Jahr 428 errichteten einige der geflohenen Eremiten Mönchsgemeinschaften in Mittel- und Norditalien. Diese blieben unabhängig voneinander, bis sie im Jahr 1244 von Papst Innozenz IV. zu einem Orden vereinigt wurden. 1256 forderte sie Papst Alexander IV. auf, ihre Abgeschiedenheit aufzugeben und ein aktives Leben in der Gesellschaft zu führen. Als Ergebnis bildete sich einer der großen mittelalterlichen Bettelorden. Seine Mitglieder wurden in der Wissenschaft, Ausbildung und Mission tätig, der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag in Seelsorge und Bildungsarbeit.

Der Orden der Augustinernonnen, der den Augustiner-Eremiten untersteht, wurde im Jahr 1264 gegründet. Sie lebten bis 1401 in strenger klösterlicher Abgeschiedenheit.

Es gab auch Gemeinschaften von Augustinern, die von der strengen Einhaltung ihrer Ordensregel abwichen, was mehr als einmal zu Reformbewegungen führte. Einer dieser reformierten Augustinervereinigungen gehörte in Deutschland Martin Luther an, der später den Orden scharf kritisierte.

In England wurden im Zuge der Loslösung von der katholischen Kirche durch Heinrich VIII. alle Klöster, auch die der Augustiner-Eremiten. aufgelöst. Nach 1800 wurden die Augustiner in Frankreich, Spanien und Portugal vollkommen, in Italien und Süddeutschland teilweise ausgelöscht. Heute gibt es in Europa und verschiedenen Teilen Amerikas etwa 100 Augustinergemeinschaften, die im Ausbildungs- und im medizinischen Bereich tätig sind; weltweit gibt es nur noch zwei Provinzen mit 3600 Angehörigen.

Seit 1969 wird der Orden nur noch als Augustiner-Orden (OSA) statt wie zuvor Augustiner-Eremiten (OESA) bezeichnet.

Augustiner-Eremiten tragen schwarzes Habit mit Ledergürtel und einen großen Schulterkragen mit Kapuze.

Die Augustinusregel

Catholic Encyclopedia: Augustiner-Chorherren
Catholic Encyclopedia: Augustiner-Eremiten

Die deutschen Augustiner sind online mit Informationen über Augustinus, über die Klöster des Ordens in Deutschland und ihre Aktivitäten und mit links zu internationalen Seiten der Augustiner.


Quellen:
• http://www.ig-orden.de/vorstellung.htm