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Übersicht: Leben - Bedeutung - Verehrung - Gedenktage
Über Abstammung und Jugend Marias findet sich in der Bibel nichts; die
Stammbäume für Jesus im
Matthäus- und Lukasevangelium wollen Jesu Abstammung von Joseph
und damit aus dem Geschlecht Davids
aufzeigen. Von Maria wird nur berichtet, dass sie in Nazareth
zuhause, mit Joseph verlobt und mit Elisabeth
verwandt war. Quelle für das Leben von Maria sind deshalb nicht nur die biblischen
Evangelien, sondern vor allem apokryphe Schriften, insbesondere das sogenannte
Evangelium des Jakobus
.
Giovanni da Milano: Geburt der Maria, Fresko von 1365 in der Rinuccini-Kapelle
in Santa Croce in Florenz
![]()
Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien der ihr trotz ihres Alters Nachkommen verheißende Engel. Das Kind Maria wurde geboren. Von Anna sorgfältig unterwiesen und dem Tempeldienst gewidmet, schritt die Dreijährige selbständig die Treppen empor, wo der Hohepriester sie mit den Tempelfrauen empfing - als Mariä Mariä Tempelgang ist diese Szene bekannt.
Altar aus Pfullendorf (Baden-Württemberg): Geburt der Maria, Beginn des 15.
Jahrhunderts, Staatsgalerie in Stuttgart
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Nun berichten die Überlieferungen die Szene mit den 12 Auserwählten aus den 12 Stämmen Israels, die ihre Stäbe zum Orakel in den Tempel brachten. Allein der Stab des alten Joseph aus dem Geschlecht Davids erblühte; eine Taube erschien darauf, Maria, die Jungfrau, wurde ihm angetraut - so fand die Verlobung, lateinisch Sposalizio, statt.
Es folgt die im Neuen Testament bezeugte Verkündigung
des Erzengels Gabriel an Maria mit
der Begrüßung Ave Maria
(Lukasevangelium 1, 26 - 38). Maria wurde
- wohl im damals üblichen Alter von 15 Jahren - mit Jesus
schwanger. Lukas- und Matthäusevangelium bemühen sich, diese Schwangerschaft
und bei Lukas die Geburt als ein wunderbares, von Gott gewirktes Ereignis darzustellen,
um damit auch die besondere Bedeutung Jesu erkennbar zu machen. Im Markus- und
Johannesevangelium sowie in den Briefen des Apostels Paulus
dagegen fehlt jeder entsprechende Hinweis. Im Traum wurde Joseph
vom Engel angewiesen, die schwangere Maria nicht zu verlassen (Matthäusevangelium 1,
19 - 24) - dies wird als Rechtfertigung bezeichnet.
Eine Cousine von Maria war Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers. Die Heimsuchung bezeichnet die Begegnung von Maria und Elisabeth, die Lukas in seinem Evangelium (1, 39 - 56) schildert.
Joseph und Maria
machten sich dann nach der Überlieferung im Lukas- und Matthäusevangelium auf
den Weg nach Bethlehem,
wo das Jesuskind geboren wurde.
Dies, dazu die Verkündigung der Engel an die Hirten und ihre Verehrung des
Neugeborenen, die berühmte Weihnachtsgeschichte
,
ist überliefert Lukasevangelium 2, 1 - 20.
Werkstatt von Gérard David (1460 - 1523): Geburt Christi und Präsentation im
Tempel - aus dem Triptychon: Die Anbetung der Weisen, Alte Pinakothek in München
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Nach der Überlieferung im Matthäusevangelium folgt die Verehrung der Weisen -
der heiligen drei Könige
Caspar,
Melchior und Balthasar
-, ihre Begegnung mit Herodes, dessen - angeblicher, historisch aber nicht zu
belegender - Befehl zum Kindermord, der Traum der Könige und der Traum Josephs,
der die Flucht nach Ägypten veranlasst, um Jesus
vor dem Mordkommando des Herodes zu schützen (Matthäusevangelium 2).
Diese Flucht ist von einer Reihe apokrypher Legenden umrahmt: ein aufwachsendes Ährenfeld verbarg die Flüchtenden; ein Palmbaum neigte sich ehrerbietig; Götter stürzten um; Räuber bekehrten sich; das Jesuskind spielte mit aus Ton geformten Vögeln, die lebendig wurden; Maria strickte einen Rock, der mit dem Heranwachsenden Jesus stets mitwuchs.
Acht Tage nach der Geburt erfolgte die Namensgebung und Beschneidung
Jesu (Lukasevangelium 2, 21).
Die Darbringung im Tempel, das jüdische Reinigungsopfer der Mutter, ist wieder
im Lukasevangelium (2, 22- 40) erzählt; dabei erkannte der greise Simeon
Jesus als den erwartetetn Heilsbringer, sagte aber auch sein Leiden und das Leid
von Maria voraus: auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen
.
Ausführlich als Lichterfest geschildert ist diese Szene in der Legenda
Aurea, sie trägt daher auch die Bezeichnung Mariä
Lichtmess.
Das Ehepaar suchte eines Tages den Sohn und fand Jesus
als Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lukasevangelium 2, 41 -
52). Von Joseph wird
danach nichts mehr berichtet. Maria dagegen ist im späteren Leben Jesu bei allen
wichtigen Situationen gegenwärtig, ohne im Vordergrund zu stehen. Vom 12.
Jahrhundert an wird Maria mit dem Kind als Madonna
verehrt; dem tritt eine
Vorstellung aus der Apokalypse (Offenbarung 12) zur Seite: die vom Drachen
verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt, das Michael
rettete, und die von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde
steht
, als Mondliebe-Madonna bezeichnet.
Eingang zum Grab der Maria in Jerusalem
Nach dem Tod Jesu ging Maria
der Überlieferung nach zwischen den Jahren 37 und 48 mit Johannes,
dem Lieblingsjünger
Jesu, nach Ephesus - heute Ruinen
bei Selçuk. Dass sich hier ihr Grab befindet wird erstmals 431 beim
Konzil von Ephesus benannt.
Älter ist die Überlieferung, Maria sei in Jerusalem
gestorben, dort wird ihr Grab nahe des Löwentors am östlichen Rand der Altstadt
verehrt in der Krypta einer Kirche, die südlich des Ölberges im 4. Jahrhundert
erbaut und um 1130 von den Kreuzfahrern
erneuert wurde.
Der Tod der Maria - byzantinisch Koimesis
, orthodoxe Kirchen tragen
diesen Namen - ist ein großes Thema von später entstandenenen Legenden: Maria
erschien am Berg Zion - oder in Ephesus - heute Ruinen
bei Selçuk - ein Engel mit leuchtendem Palmzweig und verkündete ihr
den Tod. Sie bat, dass die Apostel zugegen sein sollten; diese wurden von Wolken
herbeigetragen und umstanden das Lager der Sterbenden; Christus
nahm die Seele der Entschlafenen auf den Arm. Die Hände des Hohenpriesters, der
den Leichnam vernichten und mit Bewaffneten verhindern wollte, dass er in das
Tal Josaphat - den Ort, an dem nach dem alttestamentlichen Buch Joel (4, 12)
das göttliche Endgericht stattfinden soll - gebracht wird, blieben an der Bahre
kleben, bis Petrus sie löste, ihn
heilte und bekehrte.
Meryemana, das angebliche Haus der Maria in Selçuk
Im Ruinenfeld von Ephesus - heute Ruinen
bei Selçuk - befinden sich gut erhaltene Reste der Marien-Kirche, die
auf eine römische Basilika aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. zurückging. In dieser
Kirche fand 431 das Konzil von
Ephesus statt, das den Titel Marias als theotokos
, Gottesgebärerin
,
bestätigte. Ihr angebliches letztes Wohnhaus, das Meryemana (Marien-Haus)
liegt am Bülbül-Dag, dem Nachtigallenberg
, ca. 6 km von Selçuk entfernt;
dessen heutige Verehrung geht zurück auf Visionen von Anna
Katharina Emmerick über die letzte Wohnstätte und das Grab der Gottesmutter;
nach Hinweisen sandte der Superior der == Lazaristen in Smyrna 1891 eine
Kommission nach Ephesus, die tatsächlich eine Hausruine ganz nach der visionären
Beschreibung fand. Auch viele Muslime verehren dort die Mutter des Propheten
.
Eine ähnlich umfangreiche Tradition entwickelte sich um das Geburtshaus der Maria. Demnach wurde Kaisermutter Helena während ihrer Wallfahrt ins heilige Land - wohl im Jahr 326 beim Anblick einer Hütte in Nazareth überwältigt von der Erkenntnis, die Geburtsstätte der Maria vor sich zu haben. Knapp tausend Jahre später, im Jahr 1291, trugen Engel das Heilige Haus zur Rettung vor den in Nazareth eingefallenen Muslimen nach Trsat bei Rijeka in Kroatien, besannen sich dann drei Jahre später und setzten es jenseits der Adria im süditalienischen Loreto ab. 16 Bürger der Stadt fuhren daraufhin nach Nazareth, entdeckten das Fundament mit übereinstimmendem Grundriss und einer Inschrift, die besagte, dass das Häuschen verschwunden sei. Später baute man in Loreto eine Kathedrale um das heilige Haus, das bis heute ein wichtiges Wallfahrtsziel ist.
Luciano Pavarotti singt 1994 in Los
Angeles Schuberts Ave Maria
. Tatsächlich
komponierte Franz Schubert 1825 das Lied Ellens dritter Gesang
, D839, Op. 52
no. 6, 1825; einer nicht-Schubertschen späteren Fassung dieses Liedes wurde dann
der Text des Mariengebetes unterlegt
Die Marienverehrung in Loreto setzte Anfang des 14. Jahrhunderts ein. 1554 kamen Jesuiten nach Loreto, die die Verehrung des heiligen Hauses förderten. Nach dem Petersdom in Rom ist Loreto heute der zweitwichtigste Wallfahrtsort in Italien und einer der wichtigsten der katholischen Welt. Durch die Jesuiten entstanden in vielen Ländern Nachbildungen der Loretokapelle, zu denen eigene Wallfahrten veranstaltet werden.
Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als Mittlerin und Fürbitterin. Mit Ihrem Ja zu Gott hat sie Gott in sich Raum gewährt, hat ihn in sich wachsen lassen, hat sich von ihm einnehmen lassen. Gleichzeitig hat sie Gott ein menschliches Gesicht gegeben, hat ihn unter Menschen erfahrbar und erlebbar gemacht und damit den Mitmenschen geholfen, ihrerseits befreit und erlöst und damit richtig Mensch zu werden.
Weil sie so von Anfang an in die Menschwerdung und das Erlösungshandeln Gottes
in Jesus Christus unmittelbar
einbezogen war, war sie sozusagen sie geschichtlich-irdische Urheberin des Heils.
Anselm von Canterbury lehrte,
dass alle Gaben Gottes in Jesus Christus - die Veröhnung des Sünders, neues Leben und
Versöhnung im Endgericht - erst durch Maria, indem sie Jesus gebar, in die Welt kamen.
Daraus resultiert dann ihre Rolle als Mittlerin und wirkungsvollste Fürbitterin; im
Mittelalter konnte sie sogar zur Miterlöserin
und Mithelferin
werden.
Das Mitleiden Marias bei der Passion Christi wurde schließlich fast ebenso wie
Christi Leiden selbst als heilswirksam betrachtet.
So wurde Maria zur Mutter
der katholischen Kirche, eine Auffassung die auch
Philipp Melanchthon in der
Reformation teilte: Alles, was in der Gestalt Marias geschieht, geschieht auf
ähnliche Weise in der Kirche, denn Maria ist das Bild der ganzen Versammmlung, die
Kirche Gottes heißt.
*
Bartolomé Esteban Murillo: Mariä Himmelfahrt, um 1675, Hermitage in St.
Petersburg ![]()
Dogmatische Aussagen der katholischen Kirche über Maria, die im Laufe der
Kirchengeschichte formuliert wurden, sind:
• Maria ist wahre Gottesmutter;
• sie hat Jesus
jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen;
• sie ist auch bei und nach der Geburt Jungfrau geblieben;
• Maria blieb in ihrem Leben ohne Sünde;
• auch sie selbst wurde empfangen, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein;
• sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.
Vor dem Hintergrund des Streites, ob Jesus
göttlicher oder menschlicher Natur sei, wurde Maria im 4. Jahrhundert in
theologischen Schriften als theotokos
, Gottesgebärerin, bezeichnet. Der
syrische Mönch Nestorius, gestorben
um 451, lehnte diese Bezeichnung ab und hielt daran fest, dass Maria zwar die
Mutter Jesu, nicht aber Gottes sei. Das Konzil
von Ephesus verurteilte 431 die nestorianische Auffassung, bestätigte den
Titel, der seitdem sowohl in der orthodoxen wie in der römisch-katholischen
Kirche verwendet wird.
Caravaggio: Ankündigung der Geburt Jesu, 1608/09, Musée des Beaux-Arts in Nancy
![]()
In engem Zusammenhang mit der Gottesmutterschaft steht die Jungfräulichkeit Marias. Sie beruhte im 2. oder 3. Jahrhundert auf der Auffassung, nicht Joseph, sondern Gott selbst sei durch den Heiligen Geist der wahre Vater Jesu gewesen (Lukasevangelium 1, 35). Auch der Islam verehrt sie als sündenfreie Jungfrau Marjam.
Der Marienkult, der im 4. Jahrhundert im Osten aufkam, verehrte Maria in ihrer
Funktion als Gottesgebärerin und aufgrund ihrer unbefleckten Empfängnis. Diese
Überzeugung kommt in den 373 bis 374 beschlossenen Taufbekenntnissen Zyperns,
Syriens, Palästinas und Armeniens zum Ausdruck, wo von immerwährender
Jungfräulichkeit
, aieiparthenos
, gesprochen wird. Das Konzil
von Ephesus bezeichnete Maria als Ewig-Jungfrau
, Papst Martin
I. erklärte auf dem 1.
Konzil im Lateran die immerwährende Jungfräulichkeit Marias zum Dogma. 680
schuf das 3. Konzil
von Konstantinopel den Titel der heiligen unbefleckten Jungfrau
. Zwar
werden im Neuen Testament an mehreren Stellen die Geschwister Jesu erwähnt (z.B.
Markusevangelium 6, 3), doch legte man diese Passagen so aus, dass sie sich auf
Jünger Jesu oder auf Kinder aus einer früheren Ehe Josephs bezogen.
Die Vorstellung von der Jungfräulichkeit Marias wurde dann übertragen auf ihre eigene unbefleckte Empfängnis, d.h. dass auch Marias Mutter Anna Jungfrau war bei der Geburt ihrer Tochter und Maria also frei von Erbsünde. Das Fest der Empfängnis der Gottesmutter Maria hat Wurzeln bis zurück ins 8. Jahrhundert, auch in der Ostkirche. Unter dem Einfluss des schottischen Theologen Duns Scotus vertraten dann insbesondere die Franziskaner die Auffassung, dass Maria nicht mit Erbsünde behaftet sei. Das Konzil von Basel fasste darüber einen Beschluss. Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis dagegen wurde erst 1854 durch Papst Pius IX. verkündet. Die blaue Farbe ihres Mantels in zahlreichen Darstellungen ist das Symbol dieser Reinheit.
Die Lehre von der leibliche Aufnahme in den Himmel ist das jüngste der Mariendogmen,
verkündet 1950 von Papst Pius XII. Erste Überlieferungen von einem leeren Mariengrab
gab es schon im 6. Jahrhundert. Der Psychologe Carl Gustav Jung gab diesem viel
kritisierten Lehrsatz seine Deutung: Die Menschheit braucht in der Gestalt der
göttlichen Frau eine transzendente Verankerung, um heil, um ganz zu werden.
Viele der Vorstellungen und Lehren über Maria haben Ur- und Vorbilder in anderen
Religionen. In fast allen Völkern und Religionen findet sich die Vorstellung, dass
besondere Menschen ohne menschlichen Erzeuger von einer Jungfrau geboren werden.
Buddhas Mutter war ein reines Gefäß natürlicher Tugenhaftigkeit, frei von
körperlichen Plagen und Begierden
. ** Die altägyptische Göttin
Isis war Jungfrau und Mutter; auf ihrem Schoß sitzt ihr Knabe Horus, die Welt in
der einen, das Zepter in der anderen Hand. Anath und Astarte waren
Göttinnen, die nicht empfangen, aber gebären
; alle Göttinnen der alten
ägäischen Kulte waren Jungfrauen und Frauen ohne Ehemänner. Die babylonische Ischtar
/ Astarte galt als Herrin des Himmels; ihr Standbild gelangte im 7. Jahrhundert v.Chr.
sogar in den Tempel nach Jerusalem, dort als Himmelskönigin
verehrt (Jeremia 7, 18)
Die Vestalien im alten Rom - die Jungfrauen, die im Tempel der Feuergöttin Vesta
dienten - haben den Ponifex maximus
geboren - dieser Titel ging später
auf die Päpste über. Auf den Resten des Tempels
der Göttin Artemis in Ephesos
- der Göttin der Amazonen, der kriegerischen Jungfrauen des alten Griechenland -
baute man - wohl nach dem Konzil von
Ephesus die Marienkirche.
Christa Mulack *** schrieb: Mit der Verehrung der
Gottesmutter gelingt wohl die grandiosteste Auferstehung der Mutergöttin früherer
Jahrtausende, deren Symbole und Titel sie übernimmt; sie wird zur liebreichen
Herrin, thronenden Göttin, Gnadenspenderin, Retterin, Erhörerin von Gebeten,
Meereskönigin, Maienkönigin, Herrin des Grünens und Blühens, sancta regina, stella
maris, mater dolorosa.
Sowohl die Ost- wie auch die Westkirche führte zwischen dem 4. und dem 7. Jahrhundert eine Reihe von Marienfesten ein, die sich auf spezielle Ereignisse im Leben der Jungfrau bezogen. Dabei standen die wundersame Empfängnis und die im apokryphen Evangelium des Johannes beschriebene Geburt Marias am 8. September, die Verkündigung am 25. März sowie Marias Tod und ihre Himmelfahrt am 15. August im Mittelpunkt.
Das Marienlied Wunderschön prächtige
(GL 892)
Vom 3. bis ins 5. Jahrhundert stellten Predigten und Kunstwerke als eine
Gegenreaktion auf den Arianismus die
göttliche Natur Jesu in den
Vordergrund. Byzantinische Darstellungen zeigten Christus als Pantokrator
, als
universellen und allmächtigen Herrscher
. Während Jesus Christus in der Kunst
so als ehrfurchtgebietende, richterliche Gestalt dargestellt wurde, fiel Maria
mehr und mehr die Rolle der Fürsprecherin der Menschen in Not zu.
Durch an die Jungfrau Maria gerichtete Gebete und Fürbitten hoffte man,
Gottes strenges Gericht zu mildern. Zu dieser Zeit kam der Rosenkranz
auf, eine Perlenschnur, nach der 150 Ave-Maria und später zusätzlich 15
Vaterunser gebetet wurden. Aus der gleichen Zeit stammt der Angelus
sowie
verschiedene Litaneien und Anrufungen, die sich der biblischen Metaphorik
bedienten und Maria als mystische Rose und Turm Davids
verehrten.
Fra Angelico: Maria mit
dem Kind, umringt von Heiligen, mit Hinweis auf die Kreuzigung, 1438 - 40, Museo
di San Marco in Florenz
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In vielen Teilen der Welt existieren Marienwallfahrtsstätten. Im spanischen
Kloster Montserrat
verehrt man seit dem 12. Jahrhundert die Schwarze Madonna. Die Ikone der
Jungfrau von Częstochowa
zieht in Polen seit dem 14. Jahrhundert zahlreiche Pilger an; als 1655 die
lutherischen Schweden vor Częstochowa standen, aber nach 40 Tagen die Belagerung
abbrachen, wurde dies der schwarzen Madonna zugeschrieben; daraufhin stellte der
polnische König Jan III. Kazimierz die Länder seines Königreichs unter ihren
Schutz und erhob sie zur Königin Polens
.
schwarze Madonna in Częstochowa
(Tschenstochau) ![]()
Die Schwarzen Madonnen
sind auch anderswo nur selten durch Farbveränderung,
Alter, Kerzen oder Weihrauch geschwärzt, sondern schwarz angelegt mit Beziehung
auf das Hohelied 1, 5: Ich bin schwarz, aber schön
. Schwarze Göttinnen lagen
vielen antiken Kulten zugrunde. Das Bild Unserer
Jungfrau von Guadalupe
erinnert an eine Erscheinung, die 1531 stattgefunden
haben soll. Auch im 19. Jahrhundert kam es zu einer Reihe solcher Visionen, die zur Entstehung neuer
Wallfahrtszentren führten, so in Paris
seit 1830, in Lourdes
auf Grund der Visionen der Bernadette
Soubirous seit 1858, im irischen Knock
im County Mayo seit 1879, in Fátima
in Portugal nach den Marienerscheiningen vor Lucia
de Jesus und ihren Verwandten seit 1917.
Der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte in Deutschland ist Altötting,
wo in der Gnadenkapelle das Bild der Schwarzen Muttergottes aufbewahrt ist. Die
Gnadenkapelle stammt in ihrem Grundbestand aus dem 8. Jahrhundert, um 1330 kam
das in Burgund
oder am Oberrhein entstandene frühgotische Bild einer stehenden Muttergottes mit
dem Jesuskind nach Altötting,
seitdem ist die Wallfahrt bezeugt. Die Wallfahrt in Kevelaer
am Niederrhein geht zurück auf eine Vision des Kaufmanns Hendrick Busman, der
danach 1642 die Kapelle errichtete, und einer weiteren Vision seiner Frau, die
zum Erwerb eines Abbildes des Luxemburger
Gnadenbildes Maria Consolatrix Afflictorum
, Maria Trösterin der Betrübten
führte. Nachdem 1647 die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Venlo
die Vorgänge geprüft und den Wallfahrtsort anerkannt hatte, entwickelte sich
die Zahl der Besucher auf heute 800.000 pro Jahr und werden eine große Zahl von
Wunderheilungen berichtet.
Die Verehrung der Maria eröffnet den Gläubigen, Trost, Beistand und Hilfe aus weiblich-mütterlicher Sicht zu erfahren. Maria bringt das fürsorglich-zärtliche Element in eine sonst weithin von Männern beherrschte Kirche und in eine weitgehend von männlichen Bildern geprägte Gottesvorstellung. Auch Protestanten lernen - nach den Exzessen der Reformation - die Bedeutung Marias zu erkennen als Frau, die alle Leiden des weiblichen Geschlechts durchgestanden hat: Schwangerschaft, uneheliche Mutterschaft, Armut, Flüchtlingselend, Witwendasein, Unverständnis bis zur Zurückweisung durch den Sohn (Markusevangelium 3, 31 - 35) und schließlich den schrecklichen Tod ihres Kindes. Neu zu entdecken ist Maria auch als Frau, die geschildert wird als zum Kreis der Apostel gehörend (Apostelgeschichte 1, 13f); überdeutlich ist die Tendenz der Zeugnisse, die Rolle von Frauen in der jungen Kirche kleinzureden an vielen Stellen des Neuen Testaments; Paulus erwähnte Marias Namen nicht ein einziges Mal.
Unabhängig von allen konfessionellen und dogmatischen Differenzen bleibt Maria die Frau, die als Mädchen aus dem Volk von Gott begnadet wurde, im Glauben lernen und reifen konnte und zu den ersten Nachfolgerinnen und Zeuginnen ihres Sohnes wurde - somit allen Christen und den Frauen insbesonders bleibendes Vorbild.
Die Daten der Marienfeste wurden während des 2. Vatikanischen Konzils bestätigt oder neu festgelegt.
Tag der Beschneidung unseres Herrnnach Lukasevangelium 2, 21. Der Tag wird auch in der evangelischen und anglikanischen Kirche als Gedenktag der Namensgebung und Beschneidung des Herrn begangen.
Verkündigung des Herrnan Maria.
Unsere Liebe Frau vom Guten Rat, begangen.
Unsere Liebe Frau vom heiligen Herzen Jesu,
Mutter der schönen Liebe,
Königin aller Heiligenund
Mittlerin aller Gnaden.
Königin der Apostelgedacht.
Maria, Hilfe der Christen, auch
Schutzmantelfest.
Maria, Mutter der Gnadegefeiert.
Maria von der immerwährenden Hilfe.
Heimsuchung Mariä, also der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth gedacht.
sieben Freuden Marias, gefeiert.
Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel.
Muttergottes von Einsiedelnmit gebotenem Gedenktag gefeiert.
Mutter der Barmherzigkeitverehrt.
Unserer lieben Frau von den Engeln.
Zuflucht der Sündergeehrt.
Mariä Himmelfahrt, der wohl wichtigste Marien-Feiertag.
Maria, Königin des Himmels.
Heil der Krankenund am Samstag nach dem 28. August, dem Fest des heiligen Augustinus, der Tag der
Maria vom Trostgefeiert.
Maria, Mutter des Trostesgefeiert.
Meister der Legende der Heiligen Lucia:
Maria, die Himmelskönigin, um 1485/1500, National Gallery of Art in Washington
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Maria, Mutter des göttlichen Hirtenam 3. September wird nur noch selten begangen.
Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens, wurde 1814 von Papst Pius VII. eingeführt. In Malta wird der gebotene Gedenktag am Freitag vor Karwoche - Karfreitag begangen.
Barmherzige Maria, auch
Maria vom Loskauf der Gefangenen. In England wird an diesem Tag der geb. Gedenktag
Unsere Liebe Frau von Walsinghambegangen.
Unsere Liebe Frau von der Säulein Saragossa.
Mutter der Göttlichen Vorsehunggefeiert.
Unbefleckte Empfängnis von der wunderbaren Medaille.
Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria, gefeiert.
Verkündigung des Herrnan Maria.
Dormition-
Entschlafung, ein wichtiger Marien-Feiertag.
Sandro Bottichelli: Maria mit dem Kind (mit dem Buch), 1483, Museo Poldi Pezzoli
in Mailand
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Attribute:
mit Kind
Patronin
der (katholischen) Kirche und der ganzen (katholischen) Christenheit; von Bayern
und Lausanne;
der Gastwirte, Köche, Kürschner, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer, Lebkuchenbäcker,
Seidenarbeiter, Essigbrauer; gegen Gewitter und Blitz; in allen Nöten;
des Erzbistums Freiburg i. Br.
* Corpus Reformatorum 14
** Paul Schwarzenau: Das göttliche Kind - der Mythos vom Neubeginn
*** Maria, die geheime Göttin im Christentum
Einzelheiten zur Diskussion über Marias Grab.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Verehrung
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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