Gedenktag katholisch: 1. Januar
Hochfest Mutterschaft Mariens
bedacht im EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I,
im AmbrosianischenDie Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v.a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I
und im spanisch-mozarabischen Hochgebet
die weiteren Gedenktage
Gedenktag orthodox: 26. Dezember
die weiteren Gedenktage
Gedenktag armenisch: 10. September
Fest
die weiteren Gedenktage
Gedenktag koptisch: 21. Tag jedes koptischen Monats
die weiteren Gedenktage
Gedenktag syrisch-orthodox: 1. Januar
Tag der Beschneidung des Herrn
die weiteren Gedenktage
Name bedeutet: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
Übersicht: Leben - Bedeutung - Verehrung - Gedenktage
Über Abstammung und Jugend Marias findet sich in der Bibel nichts; die
Stammbäume für Jesus im
Matthäus- und Lukasevangelium wollen Jesu Abstammung von Joseph
und damit aus dem Geschlecht Davids
aufzeigen. Von Maria wird nur berichtet, dass sie in Nazaret
zuhause, mit Joseph verlobt und mit Elisabeth
verwandt war; vermutlich stammte sie also aus priesterlichem Geschlecht, da Elisabeth
mit dem Priester Zacharias verheiratet war.
Quelle für das Leben von Maria sind deshalb nicht nur die biblischen
Evangelien, sondern vor allem apokryphe Schriften, insbesondere das sogenannte
Evangelium des Jakobus
.
Giovanni da Milano: Geburt der Maria, Fresko von 1365 in der Rinuccini-Kapelle in Santa Croce in Florenz

Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien der ihr trotz ihres Alters Nachkommen verheißende Engel. Das Kind Maria wurde geboren. Von Anna sorgfältig unterwiesen und dem Tempeldienst gewidmet, schritt die Dreijährige selbständig die Treppen empor, wo der Hohepriester sie mit den Tempelfrauen empfing - als Mariä Tempelgang ist diese Szene bekannt.
Altar aus Pfullendorf:
Geburt der Maria, Beginn des 15. Jahrhunderts, Staatsgalerie in Stuttgart

Nun berichten die Überlieferungen die Szene mit den 12 Auserwählten aus den 12 Stämmen Israels, die ihre Stäbe zum Orakel in den Tempel brachten. Allein der Stab des alten Joseph aus dem Geschlecht Davids erblühte; eine Taube erschien darauf, Maria, die Jungfrau, wurde ihm angetraut - so fand die Verlobung, lateinisch Sposalizio, statt.
Es folgt die im Neuen Testament bezeugte Verkündigung
des Erzengels Gabriel an Maria mit
der Begrüßung Ave Maria
(Lukasevangelium 1, 26 - 38). Maria wurde
- wohl im damals üblichen Alter von 15 Jahren - mit Jesus
schwanger. Lukas- und Matthäusevangelium bemühen sich, diese Schwangerschaft
und bei Lukas die Geburt als ein wunderbares, von Gott gewirktes Ereignis darzustellen,
um damit auch die besondere Bedeutung Jesu erkennbar zu machen: das Leben des Kindes in
ihrem Schoß ist durch den Heiligen Geist in der Kraft Gottes geweckt worden, das Kind
wird deshalb Sohn Gottes genannt werden
(Lukasevangelium 1, 35). Im Markus- und
Johannesevangelium sowie in den Briefen des Apostels Paulus
fehlen entsprechende Hinweise. Im Traum wurde Joseph
vom Engel angewiesen, die schwangere Maria nicht zu verlassen (Matthäusevangelium 1,
19 - 24) - dies wird als Rechtfertigung bezeichnet.
Eine Cousine von Maria war Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers. Die Heimsuchung bezeichnet die Begegnung von Maria und Elisabeth, die Lukas in seinem Evangelium (1, 39 - 56) schildert.
Joseph und Maria
machten sich dann nach der Überlieferung im Lukas- und Matthäusevangelium auf
den Weg nach Betlehem,
wo das Jesuskind geboren wurde.
Dies, dazu die Verkündigung der Engel an die Hirten und ihre Verehrung des
Neugeborenen, die berühmte Weihnachtsgeschichte
,
ist überliefert im Lukasevangelium 2, 1 - 20.
Werkstatt von Gérard David (1460 - 1523): Geburt Christi und Präsentation im Tempel - aus dem Triptychon: Die Anbetung
der Weisen, Alte Pinakothek in München

Nach der Überlieferung im Matthäusevangelium folgt die Verehrung der Weisen -
der heiligen drei Könige
Caspar,
Melchior und Balthasar
-, ihre Begegnung mit Herodes, dessen - angeblicher, historisch aber nicht zu
belegender - Befehl zum Kindermord, der Traum der Könige und der Traum Josephs,
der die Flucht nach Ägypten veranlasst, um Jesus
vor dem Mordkommando des Herodes zu schützen (Matthäusevangelium 2).
Diese Flucht ist von einer Reihe apokrypher Legenden umrahmt: ein aufwachsendes Ährenfeld verbarg die Flüchtenden; ein Palmbaum neigte sich ehrerbietig; Götter stürzten um; Räuber bekehrten sich; das Jesuskind spielte mit aus Ton geformten Vögeln, die lebendig wurden; Maria strickte einen Rock, der mit dem Heranwachsenden Jesus stets mitwuchs.
Acht Tage nach der Geburt erfolgte die Namensgebung und Beschneidung
Jesu (Lukasevangelium 2, 21).
Die Darbringung im Tempel, das jüdische Reinigungsopfer der Mutter, ist wieder
im Lukasevangelium (2, 22- 40) erzählt; dabei erkannte der greise Simeon
Jesus als den erwarteten Heilsbringer, sagte aber auch sein Leiden und das Leid
von Maria voraus: auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen
.
Ausführlich als Lichterfest geschildert ist diese Szene in der Legenda
Aurea, sie trägt daher auch die Bezeichnung Mariä
Lichtmess.
Das Ehepaar suchte eines Tages den Sohn und fand Jesus
als Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lukasevangelium 2, 41 -
52). Von Joseph wird
danach nichts mehr berichtet. Maria dagegen ist im späteren Leben Jesu bei allen
wichtigen Situationen gegenwärtig, ohne im Vordergrund zu stehen. Vom 12.
Jahrhundert an wird Maria mit dem Kind als Madonna
verehrt; dem tritt eine
Vorstellung aus der Apokalypse (Offenbarung 12) zur Seite: die vom Drachen
verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt, das Michael
rettete, und die von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde
steht
, als Mondliebe-Madonna bezeichnet.
Eingang zum Grab der Maria in Jerusalem
Nach dem Tod Jesu ging Maria
der Überlieferung nach zwischen den Jahren 37 und 48 mit Johannes,
dem Lieblingsjünger
Jesu, nach Ephesus
- heute Ruinen bei Selçuk. Dass sich hier ihr Grab befindet wird erstmals 431 beim
Konzil von Ephesus benannt.
Älter ist die Überlieferung, Maria sei in Jerusalem
gestorben, dort wird ihr Grab nahe des Löwentors am östlichen Rand der Altstadt
verehrt in der Krypta einer Kirche, die südlich des Ölberges im 4. Jahrhundert
erbaut und um 1130 von den Kreuzfahrern
erneuert wurde.
Der Tod der Maria - byzantinisch Koimesis
, orthodoxe Kirchengebäude tragen
diesen Namen - ist ein großes Thema von später entstandenenen Legenden: Maria
erschien am Berg Zion - oder in Ephesus
- heute Ruinen bei Selçuk - ein Engel mit leuchtendem Palmzweig und verkündete ihr
den Tod. Sie bat, dass die Apostel zugegen sein sollten; diese wurden von Wolken
herbeigetragen und umstanden das Lager der Sterbenden; Christus
nahm die Seele der Entschlafenen auf den Arm. Die Hände des Hohenpriesters, der
den Leichnam vernichten und mit Bewaffneten verhindern wollte, dass er in das
Tal Josaphat - den Ort, an dem nach dem alttestamentlichen Buch Joel (4, 12)
das göttliche Endgericht stattfinden soll - gebracht wird, blieben an der Bahre
kleben, bis Petrus sie löste, ihn
heilte und bekehrte.
Meryemana, das angebliche Haus der Maria in Selçuk
Im Ruinenfeld von Ephesus
- heute Ruinen bei Selçuk - befinden sich gut erhaltene Reste der Marien-Kirche, die
auf eine römische Basilika aus dem 2.
Jahrhundert v. Chr. zurückging. In dieser Kirche fand 431 das Konzil
von Ephesus statt, das den Titel Marias als theotokos
, Gottesgebärerin
,
bestätigte. Ihr angebliches letztes Wohnhaus, das Meryemana (Marien-Haus)
liegt am Bülbül-Dag, dem Nachtigallenberg
, ca. 6 km von Selçuk entfernt;
dessen heutige Verehrung geht zurück auf Visionen von Anna
Katharina Emmerick über die letzte Wohnstätte und das Grab der Gottesmutter;
nach Hinweisen sandte der Superior der == Lazaristen in Smyrna 1891 eine
Kommission nach Ephesus, die tatsächlich eine Hausruine ganz nach der visionären
Beschreibung fand. Auch viele Muslime verehren dort die Mutter des Propheten
.
Eine ähnlich umfangreiche Tradition entwickelte sich um das Geburtshaus der Maria. Demnach wurde Kaisermutter Helena während ihrer Wallfahrt ins Heilige Land - wohl im Jahr 326 - beim Anblick einer Hütte in Nazaret überwältigt von der Erkenntnis, die Geburtsstätte der Maria vor sich zu haben. Knapp tausend Jahre später, im Jahr 1291, trugen Engel das Heilige Haus zur Rettung vor den in Nazaret eingefallenen Muslimen nach Trsat bei Rijeka in Kroatien, besannen sich dann drei Jahre später und setzten es jenseits der Adria im süditalienischen Loreto ab. 16 Bürger der Stadt fuhren daraufhin nach Nazaret, entdeckten das Fundament mit übereinstimmendem Grundriss und einer Inschrift, die besagte, dass das Häuschen verschwunden sei. Später baute man in Loreto eine Kathedrale um das heilige Haus, das bis heute ein wichtiges Wallfahrtsziel ist.
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Luciano Pavarotti singt 1994 in Los
Angeles Schuberts Ave Maria
. Tatsächlich komponierte Franz Schubert 1825 das Lied Ellens dritter
Gesang
, D839, Op. 52 no. 6, 1825; einer nicht-Schubertschen späteren Fassung dieses Liedes wurde dann der
Text des Mariengebetes unterlegt
Die Marienverehrung in Loreto setzte Anfang des 14. Jahrhunderts ein. 1554 kamen Jesuiten nach Loreto, die die Verehrung des heiligen Hauses förderten. Nach dem Petersdom in Rom ist Loreto heute der zweitwichtigste Wallfahrtsort in Italien und einer der wichtigsten der katholischen Welt. Durch die Jesuiten entstanden in vielen Ländern Nachbildungen der Loretokapelle, zu denen eigene Wallfahrten veranstaltet werden.
Maria gilt als Vorbild des Glaubens und als Mittlerin und Fürbitterin, deshalb ist sie
die unter allen Frauen Gepriesene (Lukasevangelium 1, 42). Im Magnificat bringt sie das
selbst zum Ausdruck: Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter
(Lukasevangelium
1, 48) - dieser Hymnus zeigt, dass schon die Urkirche die besondere Verehrung der Maria
kannte und die anhaltende Verehrung voraussetzte. Mit
Ihrem Ja zu Gott hat Maria Gott in sich Raum gewährt, hat ihn in sich wachsen
lassen, hat sich von ihm einnehmen lassen. Gleichzeitig hat sie Gott ein
menschliches Gesicht gegeben, hat ihn unter Menschen erfahrbar und erlebbar
gemacht und damit den Mitmenschen geholfen, ihrerseits befreit und erlöst und
damit richtig Mensch zu werden.
Weil sie so von Anfang an in die Menschwerdung und das Erlösungshandeln Gottes
in Jesus Christus unmittelbar
einbezogen war, war sie sozusagen die geschichtlich-irdische Urheberin des Heils.
Anselm von Canterbury lehrte,
dass alle Gaben Gottes in Jesus Christus - die Versöhnung des Sünders, neues Leben und
Versöhnung im Endgericht - erst durch Maria, indem sie Jesus gebar, in die Welt kamen.
Daraus resultiert dann ihre Rolle als Mittlerin und wirkungsvollste Fürbitterin; im
Mittelalter konnte sie sogar zur Miterlöserin
und Mithelferin
werden.
Das Mitleiden Marias bei der Passion Christi wurde schließlich fast ebenso wie
Christi Leiden selbst als heilswirksam betrachtet.
So wurde Maria zur Mutter
der Kirche (vgl. Johannesevangelium 19, 26) - eine Auffassung,
die auch Philipp Melanchthon in der
Reformation teilte: Alles, was in der Gestalt Marias geschieht, geschieht auf
ähnliche Weise in der Kirche, denn Maria ist das Bild der ganzen Versammmlung, die
Kirche Gottes heißt.
*
Wie bei keiner anderen biblischen Gestalt vereinen sich in Maria Glaubenslehren und
Formen persönlicher Frömmigkeit in nahezu allen Ausprägungen christlicher Spiritualität:
Anrufung, Lobpreis, Feste, Ordensleben, Kunst oder volkstümliches Brauchtum, oft sehr
emotional geprägt und als Kraftquelle für den einzelnen Menschen, die seinesgleichen sucht.
Besonders die römisch-katholische Kirche hat - im Unterschied zu den Orthodoxen
Kirchen und den Kirchen der Reformation - deshalb die Mariologie
als eigene
theologische Disziplin entwickelt, in der biblische, kirchengeschichtliche, systematische,
spirituelle und symbolische Zugänge aufgezeigt werden.
Bartolomé Esteban Murillo: Mariä Himmelfahrt, um 1675, Hermitage in St.
Petersburg 
Dogmatische Aussagen der katholischen Kirche über Maria, die im Laufe der
Kirchengeschichte formuliert wurden, sind:
• Maria ist wahre Gottesmutter;
• sie hat Jesus
jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen;
• sie ist auch bei und nach der Geburt Jungfrau geblieben;
• Maria blieb in ihrem Leben ohne Sünde;
• auch sie selbst wurde empfangen, ohne in die Erbsünde verstrickt zu sein;
• sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.
Vor dem Hintergrund des Streites, ob Jesus
göttlicher oder menschlicher Natur sei, wurde Maria im 4. Jahrhundert in
theologischen Schriften als theotokos
, Gottesgebärerin, bezeichnet. Der
syrische Mönch Nestorius, gestorben
um 451, lehnte diese Bezeichnung ab und hielt daran fest, dass Maria zwar die
Mutter Jesu, nicht aber Gottes sei. Das Konzil
von Ephesus verurteilte 431 die nestorianische Auffassung, bestätigte den
Titel, der seitdem sowohl in der orthodoxen wie in der römisch-katholischen
Kirche verwendet wird.
Caravaggio: Ankündigung der Geburt Jesu, 1608/09, Musée des Beaux-Arts in Nancy

In engem Zusammenhang mit der Gottesmutterschaft steht die Jungfräulichkeit Marias. Sie beruhte im 2. oder 3. Jahrhundert auf der Auffassung, nicht Joseph, sondern Gott selbst sei durch den Heiligen Geist der wahre Vater Jesu gewesen (Lukasevangelium 1, 35). Auch der Islam verehrt sie als sündenfreie Jungfrau Marjam.
Der Marienkult, der im 4. Jahrhundert im Osten aufkam, verehrte Maria in ihrer
Funktion als Gottesgebärerin und aufgrund ihrer unbefleckten Empfängnis. Diese
Überzeugung kommt in den 373 bis 374 beschlossenen Taufbekenntnissen Zyperns,
Syriens, Palästinas und Armeniens zum Ausdruck, wo von immerwährender
Jungfräulichkeit
, aieiparthenos
, gesprochen wird. Das Konzil
von Ephesus bezeichnete Maria als Ewig-Jungfrau
, Papst Martin
I. erklärte auf dem 1.
Konzil im Lateran die immerwährende Jungfräulichkeit Marias zum Dogma. 680
schuf das 3. Konzil
von Konstantinopel den Titel der heiligen unbefleckten Jungfrau
. Zwar
werden im Neuen Testament an mehreren Stellen die Geschwister Jesu erwähnt (z.B.
Markusevangelium 6, 3), doch legte man diese Passagen so aus, dass sie sich auf
Vettern Jesu - so Hieronymus und der
Katechismus der katholischen Kirche - oder auf Kinder aus einer früheren Ehe
Josephs - so einige
ostkirchliche Väter - bezogen.
Im frühen Mittelalter wurde Maria zum Urbild des glaubenden Menschen und so der Kirche
als solcher und zur Fürsprecherin für die Bedrängten. Andreas
von Kreta nannte sie erstmals Mittlerin
, Augustinus
Mutter der Glieder
; im Osten wird damit v.a. Glaubenspraxis, im Westen eher die
dogmatische Lehre von ihrer Erlösungskraft verbunden.
unbefleckte Empfängnis, Bild in der Kirche Ss. Nome
di Maria in Rom 
Die Vorstellung von der Jungfräulichkeit Marias wurde dann übertragen auf ihre eigene unbefleckte Empfängnis, d.h. dass auch Marias Mutter Anna Jungfrau war bei der Geburt ihrer Tochter und Maria also frei von Erbsünde. Das Fest der Empfängnis der Gottesmutter Maria hat Wurzeln bis zurück ins 8. Jahrhundert, auch in der Ostkirche. Unter dem Einfluss des schottischen Theologen Duns Scotus vertraten dann insbesondere die Franziskaner die Auffassung, dass Maria nicht mit Erbsünde behaftet sei. Das Konzil von Basel fasste darüber einen Beschluss.
Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis dagegen wurde erst 1854 durch Papst
Pius IX. verkündet. Die blaue Farbe ihres
Mantels in zahlreichen Darstellungen ist das Symbol dieser Reinheit. Damit wurde das
Marianische Jahrhundert
in der katholischen Kirche eingeleitet, das seinen
Höhepunkt fand in der Lehre von der leiblichen Aufnahme in den Himmel, dem jüngsten der Mariendogmen,
verkündet 1950 von Papst Pius XII. Erste Überlieferungen von einem leeren Mariengrab
gab es schon im 6. Jahrhundert. Der Psychologe Carl Gustav Jung gab diesem viel
kritisierten Lehrsatz seine Deutung: Die Menschheit braucht in der Gestalt der
göttlichen Frau eine transzendente Verankerung, um heil, um ganz zu werden.
Viele der Vorstellungen und Lehren über Maria haben Ur- und Vorbilder in anderen
Religionen. In fast allen Völkern und Religionen findet sich die Vorstellung, dass
besondere Menschen ohne menschlichen Erzeuger von einer Jungfrau geboren werden.
Buddhas Mutter war ein reines Gefäß natürlicher Tugendhaftigkeit, frei von
körperlichen Plagen und Begierden
. ** Die
altägyptische Göttin Isis war Jungfrau und Mutter; auf ihrem Schoß sitzt ihr Knabe
Horus, die Welt in der einen, das Zepter in der anderen Hand. Anath und Astarte waren
Göttinnen, die nicht empfangen, aber gebären
; alle Göttinnen der alten
ägäischen Kulte waren Jungfrauen und Frauen ohne Ehemänner. Die babylonische Ischtar
/ Astarte galt als Herrin des Himmels; ihr Standbild gelangte im 7. Jahrhundert v. Chr.
sogar in den Tempel nach Jerusalem, dort als Himmelskönigin
verehrt (Jeremia 7, 18)
Die Vestalinnen im alten Rom - die Jungfrauen, die im Tempel der Feuergöttin Vesta
dienten - haben den Pontifex maximus
geboren - dieser Titel ging später
auf die Päpste über. Auf den Resten des Tempels
der Göttin Artemis in Ephesos
- der Göttin der Amazonen, der kriegerischen Jungfrauen des alten Griechenland -
baute man - wohl nach dem Konzil von
Ephesus die Marienkirche.
Christa Mulack *** schrieb: Mit der Verehrung der Gottesmutter gelingt wohl die
grandioseste Auferstehung der Muttergöttin früherer Jahrtausende, deren Symbole und Titel sie übernimmt; sie wird zur
liebreichen Herrin, thronenden Göttin, Gnadenspenderin, Retterin, Erhörerin von Gebeten, Meereskönigin, Maienkönigin,
Herrin des Grünens und Blühens, sancta regina, stella maris, mater dolorosa.
Sowohl die Ost- wie auch die Westkirche führte zwischen dem 4. und dem 7. Jahrhundert eine Reihe von Marienfesten ein, die sich auf spezielle Ereignisse im Leben der Jungfrau bezogen. Dabei standen die wundersame Empfängnis und die im apokryphen Evangelium des Johannes beschriebene Geburt Marias am 8. September, die Verkündigung am 25. März sowie Marias Tod und ihre Himmelfahrt am 15. August im Mittelpunkt.
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Das Marienlied Wunderschön prächtige
(GL 892)
Vom 3. bis ins 5. Jahrhundert stellten Predigten und Kunstwerke als eine Gegenreaktion auf den
Arianismus die göttliche Natur Jesu
in den Vordergrund. Byzantinische Darstellungen zeigten Christus als Pantokrator
, als universellen und
allmächtigen Herrscher
. Während Jesus Christus in der Kunst so als ehrfurchtgebietende, richterliche Gestalt dargestellt
wurde, fiel Maria mehr und mehr die Rolle der Fürsprecherin der Menschen in Not zu.
Durch an die Jungfrau Maria gerichtete Gebete und Fürbitten hoffte man, Gottes strenges Gericht zu mildern. Zu dieser
Zeit kam der Rosenkranz auf, eine Perlenschnur, nach der 150 Ave-Maria und später
zusätzlich 15 Vaterunser gebetet wurden. Aus der gleichen Zeit stammt der Angelus
sowie verschiedene Litaneien und
Anrufungen, die sich der biblischen Metaphorik bedienten und Maria als mystische Rose und Turm
Davids verehrten.
Fra Angelico: Maria mit dem
Jesuskind, umringt von Heiligen, mit Hinweis auf die Kreuzigung, 1438 - 40,
Museo di San Marco in Florenz 
In vielen Teilen der Welt existieren Marienwallfahrtsstätten. Im spanischen Kloster
Montserrat verehrt man seit dem 12. Jahrhundert
die Schwarze Madonna. Die Ikone der Jungfrau von
Częstochowa zieht in Polen seit dem 14.
Jahrhundert zahlreiche Pilger an; als 1655 die lutherischen Schweden vor Częstochowa standen, aber nach 40 Tagen die
Belagerung abbrachen, wurde dies der schwarzen Madonna zugeschrieben; daraufhin stellte der polnische König Jan III.
Kazimierz die Länder seines Königreichs unter ihren Schutz und erhob sie zur Königin Polens
.
schwarze Madonna in Tschenstochau / Częstochowa

Die Schwarzen Madonnen
sind auch anderswo nur selten durch Farbveränderung, Alter, Kerzen oder Weihrauch
geschwärzt, sondern schwarz angelegt mit Beziehung auf das Hohelied 1, 5: Ich bin schwarz, aber schön
. Schwarze
Göttinnen lagen vielen antiken Kulten zugrunde. Das Bild Unserer Jungfrau von
Guadalupe
erinnert an eine Erscheinung, die 1531 stattgefunden haben soll. Auch im 19. Jahrhundert kam es zu einer
Reihe solcher Visionen, die zur Entstehung neuer Wallfahrtszentren führten, so in
Paris seit 1830, in
Lourdes auf Grund der Visionen der
Bernadette Soubirous seit 1858, im irischen
Knock im County Mayo seit 1879, in
Fátima in Portugal nach den Marienerscheiningen
vor Lucia de Jesus und ihren Verwandten seit 1917.
Der bedeutendste Marienwallfahrtsort in Deutschland ist
Altötting, wo in der Gnadenkapelle das Bild der
Schwarzen Muttergottes aufbewahrt ist. Die Gnadenkapelle stammt in ihrem Grundbestand aus dem 8. Jahrhundert, um 1330 kam
das in Burgund oder am Oberrhein
entstandene frühgotische Bild einer stehenden Muttergottes mit dem Jesuskind
nach Altötting, seitdem ist die Wallfahrt bezeugt. Die Wallfahrt in
Kevelaer am Niederrhein geht zurück auf eine
Vision des Kaufmanns Hendrick Busman, der danach 1642 die Kapelle errichtete, und einer weiteren Vision seiner Frau, die
zum Erwerb eines Abbildes des Luxemburger
Gnadenbildes Maria Consolatrix Afflictorum
, Maria Trösterin der Betrübten
führte. Nachdem 1647 die
SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Venlo die Vorgänge geprüft und den
Wallfahrtsort anerkannt hatte, entwickelte sich die Zahl der Besucher auf heute 800.000 pro Jahr und werden eine große
Zahl von Wunderheilungen berichtet.
Die Verehrung der Maria eröffnet den Gläubigen, Trost, Beistand und Hilfe aus weiblich-mütterlicher Sicht zu erfahren. Maria bringt das fürsorglich-zärtliche Element in eine sonst weithin von Männern beherrschte Kirche und in eine weitgehend von männlichen Bildern geprägte Gottesvorstellung. Auch Protestanten lernen - nach den Exzessen der Reformation - die Bedeutung Marias zu erkennen als Frau, die alle Leiden des weiblichen Geschlechts durchgestanden hat: Schwangerschaft, uneheliche Mutterschaft, Armut, Flüchtlingselend, Witwendasein, Unverständnis bis zur Zurückweisung durch den Sohn (Markusevangelium 3, 31 - 35) und schließlich den schrecklichen Tod ihres Kindes. Neu zu entdecken ist Maria auch als Frau, die geschildert wird als zum Kreis der Apostel gehörend (Apostelgeschichte 1, 13f); überdeutlich ist die Tendenz der Zeugnisse, die Rolle von Frauen in der jungen Kirche kleinzureden an vielen Stellen des Neuen Testaments; Paulus erwähnte Marias Namen nicht ein einziges Mal.
Unabhängig von allen konfessionellen und dogmatischen Differenzen bleibt Maria die Frau, die als Mädchen aus dem Volk von Gott begnadet wurde, im Glauben lernen und reifen konnte und zu den ersten Nachfolgern und Zeugen ihres Sohnes wurde - somit allen Christen und besonders den Frauen ein bleibendes Vorbild.
Die katholische Kirche verehrt mit besonderer Liebe Maria, die selige Gottesgebärerin, die durch ein unzerreißbares
Band mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden ist
(Sacrosanctum
Concilium
). Diese Verehrung stellt nach den Worten von Papst Paul VI. die goldene Regel christlicher Frömmigkeit
dar (Marialis cultus
, 1974)
Die Daten der Marienfeste wurden während des 2. Vatikanischen Konzils durch die KalenderreformNach Abschluss und im Auftrag des => 2. Vatikanischen Konzils wurde im Jahr 1969 eine Liturgiereform in der römisch-katholischen Kirche durchgeführt; in diesem Rahmen wurden auch Änderungen im Römischen Generalkalender vorgenommen; der erneuerte wurde mit dem 1. Januar 1970 in Kraft gesetzt. bestätigt oder neu festgelegt.
Tag der Beschneidung unseres Herrnnach Lukasevangelium 2, 21. Er wird auch in der evangelischen und anglikanischen Kirche als
Gedenktag der Namensgebung und Beschneidung des Herrnbegangen.
Purificatio, genannt Mariä Lichtmess, das Fest der Reinigung Marias nach altem Brauch oder der
Darstellung des Herrn im Tempel, vierzig Tage nach der Geburt Christi als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert.
Verkündigung des Herrnan Maria.
Unsere Liebe Frau vom Guten Rat, begangen.
Unsere Liebe Frau vom heiligen Herzen Jesu,
Mutter der schönen Liebe,
Königin aller Heiligenund
Mittlerin aller Gnaden.
Königin der Apostelgedacht.
Maria, Hilfe der Christen, auch
Schutzmantelfest.
Heimsuchung Mariä, also der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth gedacht. In Deutschland ist dieser Festtag am 2. Juli.
Maria – Trösterin der Betrübtenim Jahr 1642 gedacht.
Maria, Mutter der Gnadegefeiert.
Maria von der immerwährenden Hilfe.
sieben Freuden Marias, gefeiert.
Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel.
Muttergottes von Einsiedelnmit gebotenem Gedenktag gefeiert.
Mutter der Barmherzigkeitverehrt.
Santa Maria degli Angeli,
Unserer lieben Frau von den Engeln.
Zuflucht der Sündergeehrt.
Aufnahme Marias in den Himmel, der wohl wichtigste Marien-Feiertag.
Maria, Königin des Himmels.
Heil der Krankenund am Samstag nach dem 28. August, dem Fest des Augustinus, der Tag der
Maria vom Trostgefeiert.
Maria, Mutter des Trostesgefeiert.
Meister der Legende der Heiligen Lucia: Maria, die Himmelskönigin, um 1495,
National Gallery of Art in Washington

Maria, Mutter des göttlichen Hirtenam 3. September wird nur noch selten begangen.
Unsere Frau der Siege. Nach ihr ist auch eine Kirche - das älteste Gebäude in Valetta - benannt.
Gedächtnis der Sieben Schmerzen der seligen Jungfaru Maria, wurde 1814 von Papst Pius VII. eingeführt, zuvor wurde der Tag seit 1724 am Freitag vor Karfreitag und am dritten Sonntag im September begangen. In Malta liegt der gebotene Gedenktag noch immer auf diesem Termin.
Barmherzige Maria, auch
Maria vom Loskauf der Gefangenen. In England wird an diesem Tag der gebotene Gedenktag
Unsere Liebe Frau von Walsinghambegangen.
Unsere Liebe Frau von der Säulein Saragossa.
Mutter der Göttlichen Vorsehunggefeiert.
Mariä Tempelgangoder
Mariä Opferung.
Unbefleckte Empfängnis von der wunderbaren Medaille.
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, gefeiert.
Verkündigung des Herrnan Maria.
Maphorion, der lange blaue Schleier der Maria, verwahrt.
Dormition-
Entschlafung, ein wichtiger Marien-Feiertag.
Schleier
Kästchen / Schatullewurde; dies wurde schließlich dahingehend korrigiert, daß nun die Auffindung des Kästchens, in dem sich der Schleier befunden haben soll, gefeiert wird.
Hinübergang Mariä, auch Unsere Liebe Frau der Weinstöcke.
Versammlung, bezeichnet in den Ostkirchen eine liturgische Feier in der Gemeinschaft. Der Begriff wird auch verwendet für die Bezeichnung des Gedenkens an eine Gruppe von Heiligen, wobei die einzelnen in der Regel auch noch ihren individuellen Gedenktag haben. der Gottesmutter.
Sandro Bottichelli: Maria mit dem Kind (mit dem Buch), 1483, Museo Poldi Pezzoli in
Mailand 
Attribute: mit Kind, auf Mondsichel, auf Weltkugel, 7 Schwerter in der Brust, Sternenkranz, Weintrauben
Patronin
der (katholischen) Kirche und der ganzen (katholischen) Christenheit; von Bayern und
Lausanne; der Priester, Hebammen, Gastwirte,
Köche, Kürschner, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer, Lebkuchenbäcker, Seidenarbeiter, Essigbrauer; gegen Gewitter und Blitz;
in allen Nöten; gegen Krankheiten allgemein; des Erzbistums Freiburg i. Br.
* Corpus Reformatorum 14
** Paul Schwarzenau: Das göttliche Kind - der Mythos vom Neubeginn
*** Maria, die geheime Göttin im Christentum
Wallfahrtstätte Geburtshaus der Maria
in Loreto
Einzelheiten zur Diskussion über Marias Grab
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Verehrung
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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