Luca della Robbia: Terracotta, 1446, im Dom in Florenz ![]()
Christi Himmelfahrt wird
40 Tage nach dem Ostersonntag, also immer an
einem Donnerstag, begangen. Diese 40 Tage gehen zurück auf das Zeugnis des Lukas:
Den Aposteln erwies er sich nach seinem Leiden auch durch viele Beweise als
lebendig, indem er ihnen während vierzig Tagen erschien und über das Reich
Gottes redete.
(Apostelgeschichte 1, 3). Sowohl das Lukas-Evangelium als auch
die Apostelgeschichte berichtet, wie Jesus, nachdem er am Ostertag von den Toten
auferstanden war und immer wieder mit seinen Jüngern gesprochen hatte, vor ihren
Augen emporgehoben, von einer Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen wurde
(Lukasevangelium 24, 51; Apostelgeschichte 1, 9). Himmelfahrt meint jenseits
aller naiv-gegenständlichen Vorstellungen den endgültigen Eintritt der
menschlichen Natur Jesu in die göttliche Herrlichkeit.
Das Gedächtnis der Erhöhung Christi war zunächst eng mit der Osterfeier verbunden. Die Osterzeit wurde nach 50 Tagen an Pfingsten festlich abgeschlossen, dabei beging man zunächst Himmelfahrt und Pfingsten zusammen. Wohl in der Folge des 1. Konzils von Nicäa setzte sich um 370 der Brauch durch, entsprechend der Chronologie des Lukas den 40. Tag nach Ostern als eigenständiges Fest zu begehen, wodurch zur 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern eine gewisse Entsprechung hergestellt wurde.
Traditionell sind die drei Tage zuvor, Montag, Dienstag und Mittwoch vor
Christi Himmelfahrt, in der katholischen Kirche Bitttage
, im 4.
Jahrhundert erstmals in der römischen Kirche eingeführt, um 469 durch Bischof
Mamertus in Athen erstmals in
Gallien, 511 bereits in ganz Gallien begangen. Um 600 hat sich Papst Gregor
der Große um die Ausgestaltung von Prozessionen bemüht, die stets mit einer
Messfeier in der Peterskirche in Rom endeten und erst 1969 abgeschafft wurden.
Um 800 wurden von Papst Leo III. am
Montag, Dienstag und Mittwoch vor Christi Himmelfahrt die Bittprozessionen
in Rom eingeführt. An diesen drei Tagen vor Christi Himmelfahrt wurde in langen
Bittprozessionen von Ort zu Ort für eine gute Ernte gebetet. Erhalten haben sich
an manchen katholischen Orten bis heute kleinere Flurprozessionen; dabei gehen
die Gläubigen und der Priester mit einen voran getragenen Kreuz durch die Felder
und beten Bildstöcken, Wegkreuzen und Feldkapellen, um von der Ernte alles
Schädliche - wie lange Nässe oder Dürre - abzuhalten. Der Tag endet dann mit
Speis und Trank, auch Tanz, Musik, Wettkämpfe und Geschicklichkeitsspiele
bereicherten traditionell die Prozession.
Pietro Perugino, 1496 - 98, kommunales Museum der schönen Künste in Lyon ![]()
Im Mittelalter verdeutlichte man die Himmelfahrt ganz realistisch: In der Kirche wurde eine Christusfigur in das Gewölbe hinaufgezogen, dann regnete es aus dem Gewölbehimmel Blumen, Heiligenbildchen und zum Teil auch brennendes Werg, das die Feuerzungen des heiligen Geistes darstellte. Manchmal war es üblich, zusätzlich zur Himmelfahrt Christi das Gegenstück veranschaulichen: aus dem Kirchengewölbe wurde eine Teufelsdarstellung gestürzt, die dann von der Gemeinde geschlagen wurde; mit diesem Himmelsturz bzw. Höllensturz wurde die Herrschaft des Bösen beendet, Christus konnte damit den ihm zustehenden himmlischen Thron einnehmen. Bis heute wird oft an diesem Tag die Osterkerze ausgeblasen, die in der Osternacht entzündet und geweiht worden war, da Christus nun nicht mehr leibhaftig unter den Jüngern ist. Üblicherweise wurde an Christi Himmelfahrt nur Fleisch von Geflügel (fliegendes Fleisch) gegessen.
In Deutschland wird in neuerer Zeit an Christi Himmelfahrt der Vatertag
lautstark und bierselig gefeiert. Dieser Volksbrauch hat aber seine Wurzeln auch
in dem christlichen Feiertag: Seit alters her waren an Himmelfahrtstag
Flurumgänge und -umritte üblich. Strittig ist die Begründung dieses Brauches:
Die einen sehen als Wurzel einen germanischen Rechtsbrauch, wonach der
Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um den
Besitzanspruch aufrechtzuerhalten. Andere verweisen auf die Imitation des Gangs
der elf Jünger zum Ölberg zum Zweck ihrer Aussendung (Matthäusevangelium 28, 16
- 17), der sogenannten Apostelprozession
. Eine weitere Erklärung ist die
Erinnerung an die vom Papst Leo III.
eingerichteten Bittprozessionen. Schon im Mittelalter waren diese Umgänge
mancherorts zu Touren verkommen, bei denen der Alkohol eine erheblich größere
Rolle spielte als das Weihwasser. Daraus entwickelten sich im 19. Jahrhundert
Herrenpartien
oder Schinkentouren
, die - nach Einführung des Muttertages
1907 bzw. 1914 - zum Gegenstück, dem Vatertag
wurden, der in den USA seit 1916
begangen wird.
Die Koptische Kirche hat für den Gedenktag als festes Datum den 3. Mai; die liturgische Feier findet wie in den anderen Kirchen 40 Tage nach Ostern statt.
Bauernregeln:
Regen zu Christi Himmelfahrt, / macht dem Bauern die Erde hart.
Regnet es am Himmelfahrtstag, / der Weinbauer klagen mag.
Wie Christus in den Himmel fährt, / zehn Sonntag so das Wetter währt.
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