Gothische Miniatur aus dem Ingeborg Psalter: Christus
sendet den Geist in Form einer Taube aus über Maria
und die zwölf Apostel, vor 1210, Musée Condé in Chantilly
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Das Pfingstfest ist 50 Tage nach dem Osterfest.
Diese Zeitspanne wurde aus der jüdischen Tradition übernommen, das Fest war dort
zunächst das Fest der Darbringung der Erstlingsfrüchte im Tempel (2. Mose 23,
16); später als Wochenfest
bezeichnet (2. Mose 34, 22): immer stärker trat als
Inhalt das Danksagen für die Gesetzgebung am Sinai
(2. Mose 19 - 24) in den Mittelpunkt. Das Passahfest war in der Erinnerung an
den Auszug aus Ägypten die
Feier der Unabhänigkeit des Volkes Israel, das Wochenfest wurde immer mehr das
Dankfest für die Verkündung der Thora, der Verfassung
des Volkes vor Gott.
Wohl erst im Jahrhundert vor Christi Geburt wurde es 50 Tage (daher der Name:
griechisch Pentekoste
, der 50. Tag
) nach dem Passah-Fest angeordnet.
Pfingsten in der Kirche ist das Fest des Heiligen Geistes, der auf die
Apostel herabkam, als diese in Jerusalem
versammelt waren (Apostelgeschichte 2). Lukas
gebrauchte die Erzählelemente der Ereignisse am Sinai
für seine Schilderung des Geschehens am Pfingsttage und wollte so deutlich
machen: was am Sinai für das jüdische Volk geschah, das wiederholte sich
Pfingsten für alle Völker: eine neue Gesetzgebung, das Gesetz der Liebe für das
neue Israel
, die Kirche. Auch die Sprachverwirrung, die beim Turmbau zu Babel
erfolgt war (1. Mose 11, 1 - 9), wurde nun durch die eine Sprache des
Geistes überwunden, Verständigung wurde neu möglich unter Menschen und zwischen
Mensch und Gott (Apostelgeschichte 2, 6).
Buchmalerei aus der Devotionale Abbatis Ulrici Rösch
: das Pfingtereignis, um 1472 (?), in
der Stiftsbibliothek in St.
Gallen ![]()
Heftige theologische Auseinandersetzungen gab es zwischen der Kirche im
Westen und den orthodoxen Kirchen um die Frage, ob der Pfingstgeist nur von Gott,
dem Vater, oder auch von seinem Sohn - Filioque
- ausgeht; bis heute unterscheiden sich die Auffassungen; im Westen wird die
Ausgießung des Heiligen Geistes auch als Werk Christi
verstanden und gilt Pfingsten deshalb auch als Herrenfest. Pfingsten bildet im
Kirchenjahr den Abschluss des Osterfestkreises.
Die orthodoxe Kirche feiert am Pfingstsonntag die Dreifaltigkeit, lediglich der Pfingstmontag ist mehr dem Heiligen Geist gewidmet. Die Koptische Kirche feiert neben dem vom Ostertermin abhängigen Pfingstfest die Herabkunft des Heiligen Geistes jedes Jahr auch am 13. Mai.
Im 6. Jahrhundert wurde eine Taube zum Symbol des Heiligen Geistes und damit auch für Pfingsten. Im Mittelalter wurde der Heilige Geist auch in menschlicher Gestalt dargestellt, Papst Urban VIII. untersagte im 17. Jahrhundert solche Darstellungen.
Von den alten Pfingstbräuchen haben sich lediglich noch Flur-Umritte und
Wettersegen erhalten, gelegentlich werden Pfingstfeuer entzündet. In
Vergessenheit geraten ist der mittelalterliche Brauch des Heiligen Geist
Schwingens
: dabei wurde eine hölzerene Taube durch eine Öffnung der
Kirchendecke herabgelassen und in Schwingung versetzt. Verbreitet war auch das
Freilassen lebendiger Tauben, die während des Pfingstgottesdienstes den
Kirchenraum durchflogen.
Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen Teilablass, der an einer
öffentlich abgehaltenen Gebetsnovene zur Vorbereitung auf das Pfingstfest
teilnimmt. Dem, der den Hymnus Veni, Creator Spiritus
andächtig betet, wird
ebenfalls Teilablass gewährt; wird dieser Hymnaus an Pfingsten oder am
Neujahrstag öffentlich (gemeinsam) gebetet, wird
ein vollkommener Ablass gewährt.
| Veni, Creator Spiritus,
mentes tuorum visita, imple superna gratia, quae tu creasti, pectora. Qui diceris Paraclitus, altissimi donum Dei, fons vivus, ignis, caritas et spiritalis unctio. Tu, septiformis munere, dig[i]tus paternae dexterae, Tu rite promissum Patris, sermone ditans guttura. Accende lumen sensibus; infund[e] amorem cordibus; infirma nostri corporis virtute firmans perpeti. Hostem repellas longius, pacemque dones protinus: ductore sic te praevio vitemus omne noxium. Per Te sciamus da Patrem, noscamus atque Filium; Tequ[e] utriusque Spiritum credamus omni tempore. Deo Patri sit gloria et Filio, qu[i] a mortuis surrexit, ac Paraclito in saeculorum saecula. |
Komm, Schöpfer Geist,
die Gesinnungen der Deinen besuche; erfülle mit oberer Gnade die Herzen, die Du geschaffen hast! Der Du der Beistand genannt wirst, des höchsten Gottes Geschenk, lebendige Quelle, Feuer, Liebe und geistliche Salbung. Du Siebengestaltiger im Amt, Finger der väterlichen Rechten, Du nach heiligem Brauch Versprochenes des Vaters, mit Rede bereichernd die Kehlen. Zünd' an das Licht den Sinnen, gieß' ein die Liebe den Herzen, das Schwache unseres Leibes stärkend durch ununterbrochene Tugend! Mögest den Feind weiter zurückstoßen und den Frieden sofort schenken! Mit Dir so als vorausgehendem Lotsen mögen wir alles Schädliche meiden! Gib, dass wir durch Dich den Vater verstehen und auch den Sohn erkennen und an Dich, beider Geist, zu jeder Zeit glauben! Gott, dem Vater, sei Ehre und dem Sohn, der von den Toten auferstanden ist, und auch dem Beistand in die Zeitalter der Zeitalter! |
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Übersetzt von Martin Bachmaier. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingsthymnus |
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Die Woche nach der Pfingstwoche beginnt mit dem Festtag Trinitatis
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Bauernregeln:
Wenn es zu Pfingsten regnet, regnet es sieben Sonntage hintereinander.
Nasse Pfingsten, fette Weihnachten.
Pfingstregen / gibt Weinsegen.
Reife Erdbeeren um Pfingsten bringen ein gutes Weinjahr.
Zu Pfingsten / gilt das Korn am mindsten.
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