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Lukas stammte vermutlich aus Antiochia, war Heidenchrist, von Beruf Arzt (Kolosserbrief 4, 14). Über seine Bekehrung zum Christentum ist nichts überliefert. Lukas schloss sich in Troas - heute Ruinen bei Tevfikiye - Paulus an und begleitete diesen als Gefährte und treuer Freund auf dessen zweiter und dritter Reise, der Romreise und während der Gefangenschaft in Rom (Römerbrief 16, 21; 2. Timotheusbrief 4, 11).
Dieser Lukas gilt traditionell als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums und als Autor der Apostelgeschichte, als deren Entstehungszeit heute allgemein die Jahre zwischen 70 und 80 angesehen werden; die Identifizierung des Autors dieser Schriften mit dem bei Paulus erwähnten Lukas ist aber unsicher.
Das Lukasevangelium war vorrangig für die Unterweisung von Nichtchristen bestimmt. Der Evangelist war bestrebt, Person und Wirken Jesu in einen zeit- und weltgeschichtlichen Rahmen zu rücken; auch seine Geschichte und Vorgeschichte der Geburt Jesu (Lukasevangelium 1, 1 - 2, 20) soll auf die universale Bedeutung Christi hinweisen. Deutlich ist Lukas' Interesse zu erkennen, das Heil, das in Jesus in die Welt gekommen ist, als universal darzustellen, nicht einzugrenzen durch nationale, rassische oder religiöse Barrieren. Die Apostelgeschichte zeigt, wie die Verkündigung geradezu unaufhaltsam ins Herz- und Machtzentrum der damaligen Welt, nach Rom, vorstieß. Wichtig war Lukas die Betonung von gerechten sozialen Beziehungen, insbesondere zwischen Armen und Reichen, das Bemühen um die Sünder und Geächteten der Gesellschaft sowie Jesu Wohlwollen gegenüber den Frauen.
Legenden lassen Lukas einen Martertod erleiden, demnach wurde er an einem Olivenbaum gekreuzigt. Hieronymus berichtet, dass er mit 84 Jahren in Bithynien - nach anderen Quellen in der Achaia, - sein Leben friedlich vollendet habe. Wegen der Schilderung der Maria in den ersten Kapiteln seines Evangeliums gilt Lukas als Marienverehrer, ist nach späteren Legenden Maler des ersten Madonnenbildes und wird oft als Maler von Marienbildern dargestellt.
Lukas' Gebeine sollen 356/57 in die Apostelkirche von Konstantinopel - das heutige Ístanbul - überführt worden sein. Reliquien liegen auch in Padua, sein Kopf im russisch-orthodoxenen Panteleimon-Kloster auf dem Berg Athos.
Dem Vieh gab man früher am Lukas-Tag geweihte Zettel mit Bibelversen seines
Evangeliums zum Essen, um es vor Seuchen und Unfällen zu schützen. Lukas-Zettel
wurden auch unheilbar Kranken und Frauen bei schwerer Geburt gegeben. Der
Lukas-Tag bedeutet für Bauern den Beginn der Rübenernte. Lukas-Gilden
sind
Vereingungen christlicher Ärzte.
Attribute:
Stier, denn Lukas deutet am innigsten auf den Opfertod Christi hin; Marienbild
Patron
von Bologna,
Padua
und Reutlingen;
der Ärzte, Chirurgen, Kranken, Künstler, Goldschmiede, Glasmaler, Bildhauer,
Sticker, Buchbinder, Notare und Metzger; der christlichen Kunst; des Viehs und
des Wetters
Bauernregeln:
St. Lukas mild und warm, / Winterkält' dass Gott erbarm'.
Wer an Lukas Roggen streut, / es im Jahr d'rauf nicht bereut.
An Lukas soll das Korn gesät sein.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Über
das Lukas-Grab in
Padua informiert ausführlich Erich Künzi auf seiner Website.
Cimabue: Lukas (Detail), 1280 - 83, Fresko in der Oberen Kirche San Francesco in
Assisi
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