der Theologe(
der Jüngere)
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Fresko im Kloster Simonopetra auf dem Athos,
18. Jahrhundert 
Gregor war ein reicher, gebildeter Adliger, geboren auf dem bescheidenen Landgut Arianz bei Nazianz in Kappadokien. Seine Mutter Nona war eine fromme Christin, die ihren Mann, Gregor von Nazianz den älteren, zum christlichen Glauben brachte. Erst spät kam Gregor auf die Welt. Er studierte in Cäsarea - dem heutigen Kayseri, in Alexandria, wo er Athanasius kennenlernte, und gegen 348 in Athen, wo er er Basilius begegnete, mit dem ihn eine lebenslange innige Freundschaft verband, und wo er den späteren Kaiser und Christenverfolger Julian Apostata kennen lernte, dessen Untaten er prognostizierte.
Durch seinen Vater wurde er 360 getauft und zum Priester geweiht. Danach begab er sich in die Einsamkeit zu Basilius, der mit einigen Gleichgesinnten am Fluss Iris in strenger klösterlicher Zucht lebte. Ungern trennte er sich, als ihn sein Vater 362 nach Nazianz zurück rief, damit er ihm in seinen bischöflichen Angelegenheiten beistehe.
372 brachte Basilius, inzwischen Bischof von Cäsarea - dem heutigen Kayseri -, Gregor dazu, die Leitung der Diözese von Sasima zu übernehmen, er konnte jedoch sein Amt nicht ausüben, weil er sich gegen die anderen Bischöfe nicht durchsetzen konnte. Gregor fügte sich und verwaltete weiterhin das Amt seines Vaters, bis dieser, hundertjährig, starb. Ab 379 leitete Gregor die nicänische Gemeinde in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul. Aus dieser Zeit stammen fünf Diskurse über die Dreieinigkeit, welche seinen theologischen Ruf als führenden Kirchenvater des 4. Jahrhunderts begründeten.
Byzantinische Ikone, 14. Jahrhundert: Gregor, Johannes
Chrysostomus und Basilius
der Große 
Gregor fand sich mitten in der Auseinandersetzung mit dem Arianismus
wieder. Nur wenige Rechtgläubige hielten noch zu ihrem Bischof, der von allen
Seiten schmähliche Angriffe bis zur tätlichen Verfolgung seiner Person zu
erdulden hatte. Gregor gründete in seinem Haus die Kirche Sankt Anastasia,
Auferstehung
, denn er war fest davon überzeugt, dass der rechte Glaube wieder
auferstehen würde, den er durch Wort und Beispiel zu verbreiten versuchte. Nach
dem zweiten Allgemeinen Konzil, dem 1.
Konzil von Konstantinopel, wurde Gregor 381 von Kaiser Theodosius zum
Erzbischof von Konstantinopel erhoben, damit er die Kirche nach den Wirren des
Arianismus wieder ordne. Da ihm jedoch seine Feinde keine Ruhe ließen und seine
Wahl anfochten, dankte er 383 mit einer ergreifenden Predigt ab, um eine
Ausweitung des Schismas zu verhindern. Er zog sich dann endgültig auf sein
Landgut Arianz zurück. Hier verbrachte er seine letzten Jahre, die er ganz
seiner literarischen Betätigung widmete; er konnte nun zu den theologischen
Fragen seiner Zeit, vor allem der Trinitätslehre und Christologie, gründlich
Stellung nehmen. Jahrelang ertrug er eine sehr schmerzhafte Krankheit, bis er um
390 durch den Tod erlöst wurde.
Gregor war ein begeisternder Prediger, schrieb Briefe und Gedichte und war ein bedeutender Mystiker. 45 seiner Predigten, 243 Briefe sowie 407 dogmatische und moralische Verse sind erhalten. Er gilt als einer der ganz großen Theologen der Kirche. Zusammen mit seinem Freund und Lehrer Basilius dem Großen und mit Gregor von Nyssa war er der Begründer der Orthodoxie gegen den Arianismus, der die Göttlichkeit Christi leugnete. Er bekämpfte die Lehre, wonach der Heilige Geist Gottes Geschöpf sei, die Leugnung der menschlichen Natur Christi und die Taten von Julian Apostata.
Gregor gehört zu den orthodoxen Kirchenvätern
und wird seit dem 5. Jahrhundert wegen seiner überzeugenden Verteidigung des
christlichen Glaubens als der Theologe
bezeichnet. Seine Gebeine
wurden 950 von Arianz - dem heutigen Güzelyurt
- nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul
- gebracht und in die Apostelkirche übertragen; daran gedenkt die Orthodoxe
Kirche am 19. Januar. Während des 4.
Kreuzzuges wurden Reliquien nach der Eroberung Konstantinopels
im Jahr 1204 nach Rom
gebracht, sie ruhten dann in der Peterskirche,
bis Papst Johannes Paul II.
sie im Jahr 2004 dem orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel zurück gab.
Weitere Reliquien sind in Moskau
zu finden.
Attribute:
Bischof am Schreibpult, Taube
Patron
der Dichter; für gute Ernte
Die
Hintergründe der Rückgabe der Reliquien an den orthodoxen Patriarchen von
Konstantinopel und die Meinungsverschiedenheiten schildert Paul Kreiner in
seinem Zeitungsartikel Disput
um heilige Gebeine.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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