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Ökumenisches Heiligenlexikon

Eusebius von Cäsarea

auch: Pamphili

Name bedeutet: der Gottesfürchtige (griech.)

Bischof von Cäsarea, Kirchengeschichtsschreiber
* um 263 in Israel
† 338 (?)


Eusebius, der sich zu Ehren seines Lehrers Pamphilus nannte, war der Hoftheologe von Kaiser Konstantin.

André Thevet (1502-1590): Eusebius
André Thevet (1502-1590): Eusebius

Als seine Lehrer nennt Eusebius in seiner Kirchengeschichte den Bischof == Meletius aus Pontus, der zur Zeit der Verfolgung nach Palästina geflohen war, und den Presbyter Pamphilus aus Cäsarea. An der Bibelschule des Pamphilus in Cäsarea wirkte auch Eusebius dann als Lehrer. Nach Pamphilus' Märtyrertod floh er 309 nach Tyrus - dem heutigen Sur im Libanon -, dann nach Ägypten. Nach Ende der Verfolgungen wurde er um 313 Bischof von Cäsarea. Um 315 nahm er Teil an der Weihe der Kirche in Tyrus und hielt eine Rede. Vermutlich verfasste um diese Zeit seine Kirchengeschichte sowie seine Einleitung ins Neue Testament, Demonstratio evangelica.

Nicht nur in seiner Kirchengeschichte finden sich mehrfach Märtyrergeschichten, er verfasste auch zwei Werke über die Märtyrer selbst: De Martyribus Palaestinae über Glaubenszeugen in Palästina mit einem eigenen Kapitel über die Verfolgungen unter Kaiser Diokletian und Synagoge Martyrum, das verloren ist, aber in Werke von Hieronymus oder Simeon Metaphrastes aufgenommen sei. Eusebius' Arbeit ist von unschätzbarem Wert für die Kirchengeschichtsschreibung. Zudem verfasste Eusebius ein vierbändiges biblisch-geographisches Werk über das Heilige Land, von dem nur der Registerband erhalten ist, der aber auch Angabe über die Lage, Geschichte und Sehenswürdigkeiten der in der Bibel genannten Orte enthält und über die Wiedergabe bei Hieronymus jahrhundertelang eine der wichtigsten Quellen zur Landeskunde wurde.

325 war Eusebius einer der Wortführer der Mittelpartei beim 1. Konzil von Nicäa, die zwischen der Partei von Arius, dem Vertreter des Arianismus auf der einen und Alexander von Alexandria zu vermitteln suchte. Eusebius setzte sich damit durch, sein eigenes Taufbekenntnis zur Grundlage des neuen Bekenntnisses zu machen, wollte aber die klar gegen den Arianismus gewandte Formeln, Jesus Christus sei gezeugt, nicht geschaffen und aus dem Wesen des Vaters, nicht unterschreiben; erst auf Druck von Kaiser Konstantin tat er es doch. Da er dennoch als Anhänger des Arianismus gilt, wird er von der katholischen Kirche als Ketzer betrachtet.

Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Kirchengeschichte

Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Eusebius umfassende und fundierte Informationen.

Werke von Eusebius auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

Schriften von Eusebius gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• Johann Evangelist Stadler, Franz Joseph Heim: Vollständiges Heiligen-Lexikon, 1. Band. B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• Othmar Keel, Max Küchler u. a.: Ort und Landschaften der Bibel, Bd. 1. Benziger Zürich und Köln/Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1984