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Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm von Aquitanien

okzitanischer Name: Guilhem, französisch: Guillaume
auch: von Gellone

Gedenktag katholisch: 28. Mai

Name bedeutet: Wille und Schutz (althochdt.)

Laienbruder, Klostergründer
* um 745
† 28. Mai 812 in Gellone, heute St-Guilhem-le-Désert in Frankreich


Giovanni Lanfranco (1582-1647): Wilhelm (links) und Augustinus bei der Krönung der Maria, im Louvre in Paris
Giovanni Lanfranco (1582-1647): Wilhelm (links) und Augustinus bei der Krönung der Maria, im Louvre in Paris

Wilhelm, Sohn des Grafen Theuderich von Autun und der Aldana/Aude aus der Verwandtschaft der Karolinger, war mütterlicherseits wohl ein Enkel von Karl Martell. 788 wurde er von Karl dem Großen aufgrund seiner Stellung als Heerführer zum Grafen von Toulouse ernannt. 791 bekämpfte er erfolgreich Aufstände der Basken, 793 unterlag er den Sarazenen bei deren Beutezug am Zusammenfluss von Aude und Orbiel, 801 nahm er teil an der erfolgreichen Belagerung von Barcelona, einige Zeit übter er dann Herrschaftsrechte in Katalonien aus.

804 gründete Wilhelm mit Unterstützung durch Kaiser Ludwig den Frommen die Benediktinerabtei Gellone - das heute nach ihm benannte St-Guilhem-le-Désert -, die von Aniane aus besiedelt wurde. 806 trat er dort selbst als Laienbruder ein; Benedikt von Aniane habe ihn persönlich als Mönch aufgenommen. Dabei brachte er eine Reliquie des Kreuzes Jesu mit, die er von Karl dem Großen geschenkt bekam, der sie vom Patriarchen von Jerusalem erhalten hatte. Diese Reliquie zog viele Pilger an, sie wird bis heute in der Klosterkirche verehrt. Wilhelm selbst habe im Kloster auch die einfachsten Arbeiten erledigt, zeitweise lebte er auch als Einsiedler.

Schon bald nach seinem Tod wurde Wilhelm hoch verehrt. Sein Grab in Gellone war wegen der Kreuzesreliquie eine wichtige Station für die Pilger auf ihrem Weg zu Jakobus nach Santiago de Compostela, so wurde auch Wilhelms Grab häufig besucht. Zuverlässig Zeugnis von Wilhelm geben Quellen aus dem Umfeld von Ludwig dem Frommen und Benedikt von Aniane; die im 12. Jahrhundert verfasste Lebensgeschichte tritt dahinter in ihrem Wert zurück. Um 1000 wurden Wilhelms Gebeine erstmals erhoben, 1138 bei der erneuten Erhebung aus Anlass des Neubaus der Kirche in ihrer heutigen Grundform wurden sie in einen alten Sarkophag neben den Altar der Kirche gelegt. Im 12. Jahrhundert wurde auch der Name Gellone zu Saint-Guilhem-le-Désert heiliger Wilhelm von der Wüste geändert.

Das Chanson de geste verherrlicht Wilhelms Leben als Kriegsheld und Mönch unter dem Namen Guillaume d'Orange, es diente Wolfram von Eschenbach als Vorlage für sein Versepos Willehalm. Das Kloster wurde in der französischen Revolution 1790 aufgelöst. Bei einer schweren Überschwemmung wurden 1817 die meisten von Wilhelms Reliquien zerstört, außerdem wurden im 19. Jahrhundert viele Skulpturen und zerstört, Teile des Kreuzgangs kamen ins Museum nach New York.

Kanonisation: Die Kanonisation erfolgte 1066.
Patron der Waffenschmiede

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Eine französische Website informiert über Wilhelm, Gellone und die Gegend um Saint-Guilhem-le-Désert.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Reliquienkasten mit den Resten der Gebeine Wilhelms, in der Klosterkirche in Saint-Guilhem-le-Désert
Reliquienkasten mit den Resten der Gebeine Wilhelms, in der Klosterkirche in Saint-Guilhem-le-Désert

Die Kirche und der Kreuzgang des Klosters in St-Guilhem-le-Désert können besucht werden, das Kloster selbst ist von Karmelitinnen bewohnt. Kirche und der Kreuzgang sind täglich von 7.30 bis 18 Uhr geöffnet, der Kreuzgang ist zwischen 12 und 14.30 Uhr geschlossen. Das Museum am Kreuzgang zeigt Skulpturen aus dem Kloster und einen Film über die Skulturen, es ist von Mai bis September jeden Tag von 10.30 bis 12 Uhr (außer sonntags) und von 13 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter von 13 bis 17 Uhr und kostet 2,50 € Eintritt.
Der örtliche Parkplatz ist alternativlos und kostet nach Belegungsdauer, pro Minute 5 Cent. (2014)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.05.2016

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.