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Ökumenisches Heiligenlexikon

Papias von Hierapolis

Gedenktag katholisch: 22. Februar

Gedenktag orthodox: 22. Februar

Name bedeutet: ?

Bischof von Hierapolis, Apostolischer Vater, Märtyrer (?)
* um 60 (?)
† um 135 (?)


Papias, Bischof von Hierapolis - heute Ruinen bei Pamukkale in der Türkei -, verfasste um 130 die Darstellung der Herrenworte in fünf Büchern, eine Sammlung von Nachrichten über Worte und Taten Jesu, der Jünger und Apostel sowie der Apostelschüler. Deshalb zählt er zu den Apostolischen Vätern, auch wenn der Wert seiner Schriften umstritten ist. Als seine Quellen nannte er einen Presbyter Aristion und Johannes. Papias bezeichnete Matthäus als Verfasser des nach ihm benannten Evangeliums, Markus als Dolmetscher von Petrus und Verfasser des nach diesem benannten Evangeliums sowie Johannes als Autor der Offenbarung. Späteren Legenden zufolge starb Papias als Märtyrer. Erhalten sind von seinen Schriften nur Zitate in späteren Werken.

Schon Irenäus von Lyon nannte Papias einen Mann der Anfänge und Hörer des Johannes und zählte ihn zu den Apostolischen Vätern. Eusebius von Cäsarea bezeichnete ihn als geistig beschränkten Theologen und tadelte seine naive Eschatologie. Hippolyt von Rom und Victorinus von Pettau schätzten seine Darstellung der Herrenworte.

Worte des Heiligen

Irenäus von Lyon gibt Papias als Gewährsmann an für ein Bildwort Jesu, das keinen Eingang in die Evangelien gefunden hat. Papias versteht es wörtlich. Es handelt sich jedoch um ein Bildwort für das Wachstum des Gottesreiches aus nachjesuanischer Zeit, dessen etwas schwülstiger Stil den uns überlieferten Evangelien fremd ist. Papias’ Bildwort gibt Irenäus folgendermaßen wieder:

Dann, wenn auch die erneuerte und befreite Schöpfung eine Menge sämtlicher Speisen hervorbringen wird, aus dem Tau des Himmels und aus der Fruchtbarkeit der Erde: Wie zum Beispiel sich die Presbyter erinnern, die Johannes, den Jünger des Herrn, gesehen haben, von ihm gehört zu haben, wie der Herr von jenen Zeiten lehrte und sagte:
Es werden Tage kommen, in denen Weinstöcke wachsen, wobei die einzelnen zehntausend Rebschöße haben, und an einem Rebschoß (sind) 10 000 Zweige, und an einem Zweig wirklich 10 000 Ranken, und an jeder Ranke 10 000 Trauben, und an jeder Traube 10.000 Beeren, und jede ausgepresste Beere wird geben 25 Maß Wein. Und wenn einer der Heiligen von ihnen eine Traube ergreift, wird eine andere Traube rufen: Ich bin besser, nimm mich; durch mich preise den Herrn!
Ähnlich werde auch ein Weizenkorn 10.000 Ähren hervorbringen, und jede Ähre werde haben 10.000 Körner, und jedes Korn fünf Doppelpfund reines, leuchtendes Mehl.
Aber auch die übrigen Früchte und Saaten und Kräuter würden dementsprechend folgen. Und alle Tiere würden sich mit den Speisen nähren, die sie von der Erde empfangen, und sie würden friedlich und zutraulich zueinander sein, den Menschen untertan in aller Untertänigkeit.

Dies aber sagt auch Papias, Hörer des Johannes, Gefährte aber des Polykarp, ein Mann des Ursprungs (das heißt aus unmittelbar nachapostolischer Zeit), durch schriftliches Zeugnis im vierten seiner Bücher; fünf Bücher nämlich sind von ihm geschrieben worden.

Quelle: Die Apostolischen Väter. Griechisch-deutsche Parallelausgabe, übersetzt von Andreas Lindemann und Henning Paulsen. Tübingen 1992, S. 289

Zitat über Papias:

Nach Eusebius von Cäsarea war Papias ein Christ der dritten Generation, der vor allem der mündlichen Überlieferung vertraute; Eusebius schreibt aber auch:

Papias selbst allerdings stellt es in der Einleitung seines Werkes so dar, Hörer und Augenzeuge der heiligen Apostel sei er nicht gewesen; vielmehr lehrt er, er habe die (Dinge) des Glaubens empfangen von solchen, die jenen nahestanden. Er sagt: Ich zögere aber nicht, für dich auch das, was ich von den Presbytern genau erfahren und genau im Gedächtnis behalten habe, mit den Erklärungen zu verbinden, mich verbürgend für dessen Wahrheit. Denn nicht hatte ich, wie die meisten, Freude an denen, die vieles reden, sondern an denen, welche das lehren, was wahr ist; auch nicht an denen, die die fremdartigen Gebote im Gedächtnis haben, sondern an denen, die die vom Herrn dem Glauben gegebenen und von der Wahrheit selbst kommenden (Gebote im Gedächtnis haben). Wenn aber irgendwo jemand, der den Presbytern nachgefolgt war, kam, erkundigte ich mich nach den Berichten der Presbyter: Was hat Andreas oder was hat Petrus gesagt, oder was Philippus oder was Thomas oder Jakobus oder was Johannes oder was Matthäus oder irgendein anderer der Jünger des Herrn … Denn ich war der Ansicht, dass die aus Büchern (stammenden Berichte) mir nicht so viel nützen würden wie die (Berichte) von der lebendigen und bleibenden Stimme.

Quelle: Die Apostolischen Väter. Griechisch-deutsche Parallelausgabe, übersetzt von Andreas Lindemann und Henning Paulsen. Tübingen 1992, S. 291

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung


Das antike Hierapolis

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Papias gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.10.2019

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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