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Ökumenisches Heiligenlexikon

Markus

Geburtsname: Johannes Markus

Gedenktag katholisch: 25. April
Fest
Hochfest in Libyen
Fest III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
Es gibt jedoch einigen Feste an den Freitagen der Fastenzeit, die die Tagesliturgie der geprägten Zeiten nicht verdrängen (also nicht gefeiert werden müssen und somit keine Feste II. Klasse sind), aber trotzdem gefeiert statt nur kommemoriert werden können (und somit höher stehen als die als „Gedenktag” III. Klasse bezeichneten, welche nur kommemoriert werden können).

in Australien und Neuseeland: 26. April
in Venedig: 31. Januar (Übertragung der Gebeine)
Erhebung der Gebeine in Alexandria: 13. Juni
Auffindung der Gebeine: 25. Juni
Übertragung der Gebeine ins Kloster auf der Reichenau: 9. April

Gedenktag evangelisch: 25. April

Gedenktag anglikanisch: 25. April

Gedenktag orthodox: 4. Januar, 25. April

Gedenktag armenisch: 9. April, 25. April
liturgische Feier am 5. Dienstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag und am 5. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag

Gedenktag koptisch: 25. April
Weihe seiner Kirche und Gedenktag der Erscheinung seines Kopfes in Alexandria: 27. Oktober
Übergabe der Reliquien von Papst Paul VI. an Kyrillos VI., den Patriarchen von Alexandria, am 22. Juni 1968 in Rom: 9. Juni
Rückkehr der Reliquien nach Alexandria am 24. Juni 1968: 11. Juni
Eröffnung der ihm geweihten Kathedrale in der Nähe des Klosters des heiligen Roweiss am 25. Juni 1968: 12. Juni
Eröffnung der ihm geweihten Kathedrale beim Kloster des heiligen Roweiss am 26. Mai 1968: 13. Juni
bedacht in der Basilius-Anaphora

Gedenktag syrisch-orthodox: 24. April, 25. April, 20. Mai, 2. Juni

25. April" (MMO2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, MRS, s3, soc, sor, sry2) "und 20. Mai" (MRS, sor) "und 2. Juni"

Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Apostel, Evangelist, Bischof von Alexandria (?), Märtyrer
* in Jerusalem (?) in Israel
† 68 (?) in Alexandria (?) in Ägypten


Albrecht Dürer: Markus (links) und Paulus (Ausschnitt), 1526, Alte Pinakothek in München
Albrecht Dürer: Markus (links) und Paulus (Ausschnitt), 1526, Alte Pinakothek in München

Markus war ein zum Christentum bekehrter Jude. Er wurde als Levit Johannes Markus geboren und war der Sohn einer Maria, in deren Haus die frühen Christen während der Zeit der Christenverfolgung ihre Treffen abhielten (Apostelgeschichte 12, 12) und wo nach der Überlieferung auch das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern stattfand. Die hellenistische Abstammung verrät sein Name Markus und seine Beziehung zu dem Zyprioten Barnabas - der Kolosserbrief bezeichnet die beiden als Vettern (4, 10). Petrus nannte ihn Sohn (1. Petrusbrief 5, 13), was auf die persönliche Bindung zwischen den beiden hinweist.

Markus wurde wahrscheinlich unter dem Einfluss von Petrus zum Christentum bekehrt und wirkte von da an als dessen Dolmetscher, da Petrus kaum griechische Sprachkenntnisse besaß. Er zog zusammen mit seinem Vetter Barnabas und Paulus von Jerusalem auf deren erster Reise wohl im Jahr 44 nach Antiochia in Pisidien - heute Ruinen bei Yalvaç in der Türkei - trennte sich jedoch von ihnen in Perge - heute Ruinen bei Antalya -, um nach Jerusalem zurückzukehren (Apostelgeschichte 12, 25 und 15, 38). Er begleitete dann Barnabas um 50 auf dessen Reise nach Zypern, Paulus jedoch weigerte sich, ihn auf weitere Missionsreisen mitzunehmen.

Während Paulus' erster Gefangenschaft um 60 in Rom traf Markus, der sich auf eine Reise nach Kleinasien vorbereitete, wieder mit Paulus zusammen und sie versöhnten sich (Kolosserbrief 4, 10), im 2. Timotheusbrief bezeichnet Paulus ihn als guten Helfer (4, 11). Nach der Legende veranlasste Paulus ihn, sein Evangelium zu schreiben, und schickte ihn zunächst nach Aquileia, anschließend nach Alexandria, um die frohe Botschaft zu verkünden.

Limburg-Brüder: Das Martyrium des Markus, 1413 - 1416, Buchillustrationen für Karl I. von Savoyen, Les Très Riches Heures du Duc de Berry
Limburg-Brüder: Das Martyrium des Markus, 1413 - 1416, Buchillustrationen für Karl I. von Savoyen, Les Très Riches Heures du Duc de Berry

Markus gilt als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums, das er demnach auf der Grundlage von Petrus' Predigten wohl in Rom schrieb. Papias von Hierapolis bezeichnete Markus als Verfasser des zweiten Evangeliums und berief sich dabei auf Petrus.

Markus zog der Überlieferung nach um 65 nach Alexandria und gründete dort die Koptische Kirche; als Bischof von Alexandria überfielen ihn demnach christenfeindlich gesinnte Einwohner am Altar und schleiften ihn mit einem Strick um den Hals im Jahr 68 zu Tode. Ein Unwetter hinderte die Mörder, ihn zu verbrennen; sein Leichnam blieb unberührt liegen, bis Christen ihn bestatten konnten.

Die alexandrinische Markus-Tradition beruht auf einem Brief von Clemens von Alexandria (dessen Echtheit in Frage steht) und der Überlieferung bei Eusebius von Cäsarea. Die Patriarchen von Alexandria haben sich zur Begründung ihrer Bedeutung immer auf den Apostelschüler Markus berufen, die nicht-Nennung des Evangelisten ist auffallend. In Alexandria wurde Markus in der Baukalis-Kirche verehrt. Von seinem Martyrium berichtete erst eine Leidensgeschichte aus dem 5. Jahrhundert.

In der Alten Kirche wurde der neutestamentliche Markus selbstverständlich mit dem Evangelisten gleichgesetzt und deshalb hoch verehrt. In späteren Dokumenten wird Markus auch als Schüler von Johannes dem Täufer oder Jesu selbst dargestellt und ihm Missionstätigkeit in Antiochia - dem heutigen Antakya, Seleukia am Kalykadnos - dem heutigen Silifke, Cäsarea - dem heutigen Kayseri, auf Zypern oder in der Kyrenaika in Libyen zugeschrieben.

Wandgemälde: Markus (rechts) mit Paulus, in der Karanlık-Kirche im Freilicht-Kirchenmuseum in Göreme
Wandgemälde: Markus (rechts) mit Paulus, in der Karanlık-Kirche im Freilicht-Kirchenmuseum in Göreme

Nach der Abspaltung des Bistums Neu-Aquileia in Grado vom Patriarchat Aquileia im 6. Jahrhundert entstand in Grado die Legende von der Bistumsgründung durch Markus im Auftrag von Petrus; Kaiser Heraclius schenkte Grado deshalb 630 die wohl aus Syrien stammende Markus-Kathedra. Der angeblich apostolische Ursprung von Neu-Aquileia wurde in einer Fälschung des 13. Jahrhunderts aus dem Kloster Lorch bei Schwäbisch Gmünd auch für die Gründungslegende des Bistums Passau gebraucht.

Mit verschiedenen Wundern wird die abenteuerliche Überführung der Gebeine von Alexandria nach Venedig berichtet, die tatsächlich wohl erst im 9. Jahrhundert aus Gründen der Konkurrenz zu Neu-Aquileia / Grado erfolgte. Ihren Platz fanden sie in der Kapelle der Dogen, später entstand dort zwischen 1063 und 1073 der Dom San Marco. Dabei soll nach der Legende ein Maurer vom Gerüst gefallen, nach seinem Gebet zu Markus aber unverletzt geblieben sein; deshalb wurde Markus Schutzheiliger der Maurer. Reliquien liegen seit 830 auch im Kloster Mittelzell auf der Insel Reichenau im Bodensee.

Die Koptische Kirche hält daran fest, die Kopfreliquie von Markus zu besitzen. 1968 gab Papst Paul VI. als ökumenisches Zeichen Teile der Reliquien aus Venedig an Patriarch Cyrill VI. von Alexandria zurück.

Bei Bauern gilt der Markustag als Lostag für das Wetter. Bittprozessionen über Felder am Markustag haben heidnischen Ursprung.

Attribute: schreibend mit geflügeltem Löwe, denn er betont die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung
Patron von Venedig und der Insel Reichenau; der Bauarbeiter, Maurer, Glaser, Glasmaler, Laternenmacher, Korbmacher, Mattenflechter, Notare und Schreiber; gegen Unwetter, Blitz, Hagel, Krätze, Qualen und unbußfertigen oder jähen Tod; für gutes Wetter und gute Ernte
Bauernregeln: St. Georgi und St. Marks/dräuen oft viel Arg's.
Vor dem Markustag, / sich der Bauer hüten mag.
Gibt's an Markus Sonnenschein, / so erhält man besten Wein!
Ist auf Markus die Buche grün, gibt's ein gutes Jahr.
Was St. Markus an Wetter hält, / so ist's auch mit der Ernt' bestellt.
So lang es vor St. Markustag warm ist, so lang es nachher kalt ist.
Leg erst nach Markus Bohnen, / er wird`s dir reichlich lohnen.
Bauen um Markus schon die Schwalben, / so gibt's viel Futter, Korn und Kalben.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia
Catholic Encyclopedia: Evangelium

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.04.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/april.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997