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Ökumenisches Heiligenlexikon

Servatius von Tongern

Gedenktag katholisch: 13. Mai
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Aachen
Diözesankalender Liège, Utrecht
Übertragung der Gebeine: 7. Juni

Name bedeutet: der Gerettete (latein.)

Bischof von Tongern, Märtyrer (?), Eisheiliger
* Anfang des 4. Jahrhunderts in Armenien (?)
† 13. Mai 384 (?) in Maastricht in den Niederlanden


Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien und entstammte der Heiligen Sippe. Er wurde um 340 Bischof von Tongern - der erste dort bezeugte Bischof. Servatius wird allgemein mit dem Mitte des 4. Jahrhunderts als Teilnehmer mehrerer Konzilien erwähnten Servatius/Sarbatios / Aravatius identifiziert; demnach war er ein Hauptgegner der Lehre des Arianismus, Teilnehmer der SynodenSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Sardica - dem heutigen Sofia - im Jahr 343, Köln im Jahr 346 und 348 sowie Rimini 359. Eine Gesandtschaft zu Kaiser Konstantin 350 zeigt Servatius' kirchenpolitische Bedeutung.

Neuerdings sind diese Daten aber umstritten, manche Forscher sehen Servatius eher in der Mitte des 5. Jahrhunderts lebend. Die Servatius allgemein zugeschriebene Verlegung des Bischofssitzes nach Maastricht erfolgte erst unter einem seiner Nachfolger, möglicherweise unter Falko.

Ein Engel soll Servatius von Jerusalem nach Tongern/Tongeren geführt, ihm Ring und Stab des verstorbenen Vorgängers auf dem Bischofsstuhl von Maastricht, die auf dem Altar bereitlagen, überreicht und ihn damit selbst zum Bischof geweiht haben. Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet. Als er predigte, erfüllte ihn der Geist und alle verstanden ihn in ihrer Muttersprache. Ein Adler habe den am Wegrand eingeschlafenen bischöflichen Pilger vor den heißen Sonnenstrahlen mit seinen Flügeln beschattet und geschützt, nach anderer Überlieferung die Servatius bedrohenden Hunnen unter Attila mit Steinwürfen abgewehrt; eine andere Version erzählt, Attila habe sich ob des fürsorglichen Adlers bekehrt. Hunnen und feindlich gesinnte Einwohner vertrieben ihn, er bat in Rom um Asyl. Während einer Reise nach Rom und einem Besuch am Grab von Petrus erschien ihm dieser und reichte ihm einen silbernen Schlüssel, mit dem er allen, die darum bitten, das ewige Leben aufschließen möge.

Legenden erzählen, er sei mit einem Holzschuh erschlagen worden; andere berichten, dass Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in Maastricht, vor den damaligen Mauern der Stadt, an der Straße nach Köln.

Gregor von Tours ist die älteste Quelle für Servatius' Leben und der Überlieferer mancher Legenden, darunter das Schneewunder an seinem Grab. Nach dem Vandaleneinfall von 406, den Servatius prophezeit habe, nahm sein Kult in ganz Westeuropa großen Aufschwung, sein Grab war schon im 5. Jahrhundert Wallfahrtsort und wurde einer der bedeutendsten des Mittelalters. Weitere Lebensgeschichten erschienen um 780, im 9. und mehrfach im 10./11. Jahrhundert. Auf dem Höhepunkt seiner Verehrung um 1175 verfasste Heinrich von Veldeke seine in der maasländischen Sprache gehaltene Dichtung Sente Servas. Im 11. Jahrhundert wurde die Servatius-Verehrung auch nach Quedlinburg übertragen. Ab dem 13. Jahrhundert wird er als Enkel der Emeria, der Schwester von Anna, der Großmutter Jesu bezeichnet; demnach gehört Servatius zur Heiligen Sippe.

Für das Jahr 1496 sind über 100.000 Pilger als Teilnehmer am Servatius-Fest bezeugt. Er gehört zu den Eisheiligen. Die Servatius-Kirche in Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande und dort die einzige über dem Grab eines Heiligen. Seit 1829 findet die Wallfahrt wieder im Sieben-Jahres-Rhythmus statt, zuletzt 2011; dabei werden sein Brustkreuz, seine Abendmahlsgefäße und der Goldschrein mit seinen Gebeinen in der Prozession mitgeführt.

Attribute: Holzschuh, Schlüssel, Drache, Adler
Patron von Maastricht, Goslar, Limburg an der Lahn und Quedlinburg; der Lahmen; der Schlosser und Tischler; gegen Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen, das Lahmen von Tieren
Bauernregeln: Servatius ist einer der Eisheiligen.
Servaz muss vorüber sein, / will man vor Nachtfrost sicher sein.
Vor Servati kein Sommer, nach Servati kein Frost.
War vor Servatius kein warmes Wetter / wird es nun von Tag zu Tag netter.
Servatius' Mund der Ostwind ist, / hat schon manches Blümchen totgeküsst.
Pankratz und Servaz sind zwei böse Brüder, / was der Frühling gebracht, zerstören Sie wieder.
Mamertus, Pankratius, Servatius / stehn für Kälte und Verdruss.
Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, / ist nicht sicher vor Kälte der Mai.
Nach Servaz / findet der Frost keinen Platz.
Pankrazi, Servazi, Bonifazi / sind drei frostige Bazi, / und am Schluss fehlt nie / die kalte Sophie.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/Eisheilige.htmll
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000
• Lexikon der christlichen Ikonographie, begr. von Engelbert Kirschbaum. Hrsg. von Wolfgang Braunfels, 4. Bd., Herder, Freiburg im Breisgau 1972 und 8. Bd., Herder, Freiburg im Breisgau 1976