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Ökumenisches Heiligenlexikon

Pankratius


Glasfenster im Naumburger Dom, wohl um 1250
Glasfenster im Naumburger Dom, wohl um 1250

Die Legende erzählt, dass Pankratius, der verwaiste Sohn eines reichen Römers 303 mit seinem Onkel Dionys nach Rom reiste und dort Christ wurde. Mit seinem ererbten Vermögen half er nun den verfolgten Christen, besonders den um ihres Glaubens willen Gefangenen. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius von einem der Verfolgungsbefehle Kaiser Diokletians erfasst und vor den Kaiser gebracht. Der 14-Jährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen, deshalb wurde er öffentlich enthauptet, sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Eine Christin barg ihn unter Lebensgefahr und setzte ihn in den dann nach ihm benannten Katakomben unter der heutigen Kirche S. Pancrazio an der Via Aurelia bei.

Über Pankratius' Grab errichtete Papst Symmachus im Jahr 500 eine Basilika, die von Papst Honorius um 630 zur heutigen Kirche S. Pancrazio ausgebaut wurde. Das Martyrologium des Hieronymus verzeichnete Pankratius, die Verehrung breitete sich schnell in ganz Europa aus. Gregor von Tours nannte ihn als Patron des Eides. Kaiser Arnulf von Kärnten schrieb seine Eroberung Roms am 12. Mai 896 dem Bittruf an Pankratius zu, worauf die Verehrung des Heiligen v. a. in Mitteleuropa weiter aufblühte und er zum Patron der Ritter wurde. Pankratius ist einer der fünf Eisheiligen.

Attribute: Herzogshut, Schwert
Patron der Erstkommunikanten und Kinder, der Ritter, der jungen Saat und Blüte; gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen
Bauernregeln: Pankratius ist einer der Eisheiligen.
Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.
Wenn's an St. Pankratius gefriert / wird viel im Garten ruiniert.
Mamertus, Pankratius, Servatius / stehn für Kälte und Verdruss.
Pankratz und Servatius sind zwei böse Brüder, / was der Frühling gebracht, zerstören Sie wieder.
Pankratius und Servatius sieht man ungern, / denn dies sind zwei gestrenge Herrn!
Pankrazi, Servazi, Bonifazi / sind drei frostige Bazi, / und am Schluss fehlt nie / die kalte Sophie.
Pankratius hält den Nacken steif, / sein Harnisch klirrt vor Frost und Reif.
Pankratz und Urban ohne Regen / versprechen reichen Erntesegen.
Pankratz / macht erst dem Sommer Platz.

Pankratius - Legende und Historie


Legenda Aurea: Pancratius

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.01.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/eisheilige.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998