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Ökumenisches Heiligenlexikon

Andreas

orthodoxer Beiname: der Wundertäter

Gedenktag katholisch: 30. November
Fest
Hochfest in Schottland und im Erzbistum Warmia/Ermland
Regionalkalender England
Diözesankalender von Amlafi-Cava de' Tirreni
Fest II. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die II. Klasse einem Fest.
Die Feste II. Klasse werden auch in den geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) gefeiert und verdrängen die Tagesliturgie.
: 30. November (Todestag)
Tag der Weihe zum Bischof von Patras: 5. Februar
Berufung zum Apostel (Jünger): 27. Februar
Übertragung der Gebeine nach Konstantinopel unter Kaiser Konstantin: 3. März
Übertragung des Kopfes nach Rom: 12. April
Übertragung der Gebeine nach Konstantinopel: 8. Mai
Übertragung der Gebeine von Achaia nach Konstantinopel und später nach Amalfi: 9. Mai
Übertragung der Gebeine nach Mailand in die Basilika an der Porta Romana: 9. Mai
Übertragung der Gebeinenach Benevent: 13. Juni
in Amalfi: 27. Juni
Weihe des Altares: 21. August
Übertragung des Kopfes von Rom nach Patras 1964: 26. September
Mannawunder: 29. November
bedacht im Eucharistischen      Die Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Hochgebet I, im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet und im Keltischen Hochgebet I

Gedenktag evangelisch: 30. November

Gedenktag anglikanisch: 30. November

Gedenktag orthodox: 30. November
in Georgien: 29. April
Übertragung der Gebeine: 25. August
Übertragung der Gebeine und Kleider: 20. Juni
Übertragung des Kopfes von Rom nach Patras 1964: 26. September
in Georgien: Gedenktag seiner Ankunft: 30. November

Gedenktag armenisch: 30. November
liturgische Feier am 9. Samstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag

Gedenktag koptisch: 30. November
Gedächtnis seiner vielen Wunder, Übertragung der Gebeine im Jahr 357: 24. Juli
Gedenktag eines Wunders: 23. August

Gedenktag syrisch-orthodox: 16. Mai, 30. Juni, 16. September, 17. September, 30. Oktober, 31. Oktober, 30. November

Name bedeutet: der Mannhafte (griech.)

Apostel, Bischof von Patras (?), Märtyrer
* in Bethsaida, heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien,
oder in Kafarnaum, heute abgegangener Ort am See Gennesaret in Israel
† 30. November 60 (?) in Patras in Griechenland (?)


El Greco: Andreas, 1606, Museo del Greco, Toledo
El Greco: Andreas, 1606, Museo del Greco in Toledo

Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer (Markusevangelium 1, 16); er stammte aus Bethsaida - heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien - (Johannesevangelium 1, 14) oder aus Kafarnaum - - ein heute abgegangener Ort am See Gennesaret (Markusevangelium 1, 29). Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes' des Täufers (Johannesevangelium 1, 35 - 40). Im Kreise der zwölf Jünger wird er an unterschiedlichen Stellen in der Rangfolge genannt. Nach dem Markusevangelium (13, 3) gehörte er zu einem der nur vier Jünger, denen Jesus eine Rede über die Endzeit mitteilte. Bei der Speisung der 5000 nach dem Johannesevangelium wies er auf den Jungen mit den Broten und Fischen hin (6, 8f). Nach Johannesevangelium 12, 22 war er zusammen mit Philippus der Fürsprecher für Griechen, die Jesus sehen wollten; er scheint also über gute Griechischkenntnisse verfügt zu haben. Er war beim Abendmahl in Jerusalem, bei der Himmelfahrt und an Pfingsten anwesend, sonst wird er nicht besonders genannt.

Nach Pfingsten bildete er möglicherweise mit seinem Bruder Petrus ein Missionspaar, auch wenn er in der Liste der Apostel (Apostelgeschichte 1, 13) erst als vierter genannt wird, Petrus aber natürlich als erster. Die Legende lässt Andreas dann das Evangelium in Pontus und Bithynien südlich des Schwarzen Meers in Kleinasien, in Thrakien, in Epirus und in der Achaia in Griechenland sowie in den Donauländern verkündigen. In Mirmidonia - möglicherweise in Thessalien gelegen - befreite er demnach den gefangenen Matthias und gab dem Geblendeten das Augenlicht wieder. Zahlreiche weitere Wunder, Heilungen und Erweckungen werden berichtet. Schließlich hielt er sich in der Achaia auf, baute Kirchen und bewirkte zahlreiche Bekehrungen. Spätere orientalische Überlieferung nennt auch Kurdistan und Armenien als sein Missionsgebiet, die Kirche von Georgien gedenkt seiner Ankunft und Missionsarbeit in ihrem Land.

Jusepe de Ribera: Andreas' Kreuzigung, 1628 Museum der schönen Künste in Budapest
Jusepe de Ribera: Andreas' Kreuzigung, 1628 Museum der schönen Künste in Budapest

In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenüber gestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk, himmlisches Licht verhüllte den Sterbenden. Ägeas verhöhnte ihn, wurde daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und starb, ehe er sein Haus wieder erreichte. Maximilla ließ Andreas mit großen Ehren bestatten.

Die einst umfangreichen Andreasakten aus dem späten 2. Jahrhundert sind heute nur noch in geringen Resten vorhanden; aus ihnen ergab sich die Legendenbildung. Sie berichten von seiner Missionsarbeit im Stile einer christlichen Odyssee. Die Acta Andreae et Matthiae apud anthropophagos, Andreas und Matthias unter den Menschenfressern, die einst wohl Teil der Andreasakten waren, schildern die Abenteuer der beiden bei den Kannibalen, die Andreas demnach in sieben Tagen bekehrte. In Anlehnung daran entstanden in Ägypten die Acta Andreae et Bartholomaei, die die Bekehrung des Kynokephalos berichten, sowie die koptisch überlieferten Acta Andreae et Philemonis, welche von der Wiedererweckung eines getöteten Kindes erzählen.

Andreas' Gebeine wurden 357 von Patras in die Apostelkirche in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - gebracht. Sie genießen eine große Verehrung und haben für die Ostkirche eine solche Bedeutung wie Petrus und Paulus für Rom. Einige Reliquien wurden dort vom vom Kardinal von Amalfi, Petrus von Capua, entwendet und in seine Stadt überführt, wo sie seit dem 8. Mai 1208 in der Krypta des Domes S. Andrea aufbewahrt sind. Dort sondern sie das Manna des heiligen Andreas ab, eine flüssige, etwas klebrige, bernsteinfarbige Substanz. Der Ausfluss ist unbeständig, er wird in einer Ampulle aufgefangen und jedes Jahr am 28. Januar, 26. Juni, 1., 21. und 29. November sowie 7. Dezember entnommen, um ihn den Kranken zu geben; auch aus Konstantinopel wurde schon von der heilkräftigen Flüssigkeit berichtet, die von den Reliquien des Hl. Andreas hervorquoll. Reliquien liegen auch in der Kirche St-Vincent in Carcassonne. Die Kopfreliquie, die 1462 auf der Flucht vor den Türken in den Petersdom nach Rom gebracht und 1964 wieder nach Patras zurückgegeben wurde, wird in ihrer Echtheit angezweifelt.

Brunnen Sant' Andrea, 1760, auf dem Domplatz in Amalfi
Brunnen Sant' Andrea, 1760, auf dem Domplatz in Amalfi

In Amalfi wird Andreas besonders am 27. Juni gefeiert: an diesem Tag im Jahr 1544 soll er die Stadt mit Hilfe des Evangelisten Matthäus aus den Fängen des Freibeuters Kairud-Din - auch Ariadeno Barbarossa genannt - befreit haben. Mit einem großen Umzug gedenkt Amalfi bis heute dieser wundersamen Rettung: Nach einem Festgottesdienst am Abend beginnt der Aufmarsch: unter Jubel, Böllerschüssen und Glockengeläut tragen Männer die 800 Kilo schwere Silberbüste aus dem 16. Jahrhundert die Treppe am Dom hinab, dann biegt der Zug auf die bunt beleuchtete Uferpromenade ein und wendet sich dem Strand zu, wo Boote sich nahe dem Ufer versammelt haben, um den Segen des Heiligen zu erhalten; die Matrosen tragen die Statue dann zurück, wo der Bischof auf der Treppe vor dem Dom den Segen sprcht; zum Abschluss gibt es auf dem Meer ein großes Feuerwerk.

Andreas' angebliche Kreuzreliquie befindet sich in der ehemaligen Abtei neben der Kirche Notre-Dame in Beaune; der Legende zufolge ließ der burgundische Graf Stephan im 12. Jahrhundert das Kreuz ins Kloster St-Victor nach Marseille schaffen; 1438 kamen Teile davon in die Brüsseler Palastkapelle, überbracht von Herzog Philipp dem Guten von Burgund, der 1429 unter Andreas' Patronat den Orden vom Goldenen Vlies gestiftet hatte; das Andreaskreuz wurde zum Feldzeichen und Emblem von Burgund. Das Diagonalkreuz entstammt aber tatsächlich erst spätmittelalterlicher Überlieferung.

Der Mönch == Regulus habe um das Jahr 300 * Reliquien nach Schottland gebracht; andere Überlieferung nennt Acca von Hexham als Überbringer von Andreas-Reliquien nach Schottland und Gründer der dortigen Stadt St Andrews; jedenfalls kamen kleine Reliquien 1879 und 1969 nach Schottland, sie sind in der St. Mary's Cathedral in Edinburgh verwahrt.

Brunnen Sant' Andrea, 1760, auf dem Domplatz in Amalfi
Brunnen Sant' Andrea, 1760, auf dem Domplatz in Amalfi

Seit dem 5. Jahrhundert findet sich Andreas als Patron auch im Westen, so für Ravenna. Gregor von Tours schrieb im 6. Jahrhundert ein Buch über seine Wunder. Das Hieronymus zugeschriebene Martyrologium nennt neben Andreas' Todestag auch den 5. Februar als Tag seiner Einsetzung als Bischof von Patras in Griechenland.

In der Reihe der Apostel steht Andreas traditionell an zweiter Stelle, er gilt als Verfasser des 2. Glaubensartikels. In Rivalität mit Roms Apostelfürsten Petrus und Paulus entwickelte Konstantinopel - für den von Jesus Erstberufenen (Protoklitos) - eine besondere Andreas-Verehrung; ihm wird die Gründung des Bischofssitzes zugeschrieben. In Russland und in Schottland wird Andreas als Landespatron besonders verehrt.

In der Andreasnacht zum 30. November zogen Kinder maskiert von Haus zu Haus, sangen lustige Verse und wurden dafür beschenkt. Dem Volksglauben zufolge können heiratswillige Mädchen in der Andreasnacht den Zukünftigen im Spiegel sehen. Für Bauern war der Andreastag ein wichtiger Lostag für das Wetter, die Andreasnacht gilt als günstig für Orakel und Schatzhebung. Ein X-förmiges Kreuz nennt man nach den Berichten von Andreas' Martyrium Andreas-Kreuz, es steht weltweit vor Bahnübergängen.

Attribute: unbeschuht, mit Fisch, Strick und (seit dem 14./15. Jahrhundert) dem X-förmigen Kreuz
Patron von Russland, Rumänien, Schottland, Spanien, Griechenland, Sizilien, Niederösterreich, Burgund und der Achaia in Griechenland; von Neapel, Ravenna, Brescia, Amalfi, Mantua, Bordeaux, Brügge und Patras; der Fischer und Fischhändler, Bergleute, Seiler, Metzger und Wasserträger; für Ehevermittlung, Eheglück und Kindersegen; gegen Gicht, Halsschmerzen, Krämpfe und Rotlauf (Andreaskrankheit), des Erzbistum Warmia/Ermland, der Diözese Amlafi-Cava de' Tirreni; des Patriarchats von Bukarest
Bauernregeln: Andreasschnee / tut Korn und Weizen weh.
Wirft herab Andreas Schnee, / tut's dem Korn und Weizen weh.
Andreasschnee / tut den Saaten weh.
Hält St.Andrä den Schnee zurück, / so schenkt er reiches Saatenglück.
Es verrät dir die Andreasnacht / was wohl so das Wetter macht.
Schau in der Andreasnacht, / was für Gesicht das Wetter macht:
So wie es ausschaut, glaub's fürwahr, / bringt's gutes oder schlechtes Jahr.

St. Andreas macht das Eis. St. Georg bricht das Eis.
St. Andreas macht uns den Winter weiß

* Tatsächlich gibt es den ersten Nachweis des Christentums in Schottland erst ums Jahr 400.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Legenda Aurea: Andreas

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Manfred Görg, Bernhard Lang (Hg.): Neues Bibellexikon, Bd. I, Benziger, Zürich 1991
• http://www.bauernregeln.net/november.html
• http://www.britischebotschaft.de/de/news/features/st_andrews_day.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Christoph Schmitt. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XVIII, Herzberg 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• http://www.domradio.de/themen/kirchenjahr/2015-06-27/amalfi-wird-der-apostel-andreas-verehrt