der Große
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griechisches Mosaik: Konstantin und seine Mutter Helena
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Konstantin war Sohn des Heerführers und späteren Kaisers Konstantius I. und
dessen Konkubine Helena. 293 kam er an
den Hof von Kaiser Diokletian in Nikomedia - dem heutigen Ízmit
in der Türkei, wo er als Geisel gehalten wurde zur Sicherung des Gleichgewichts
unter den drei römischen Herrschern. 305 flüchtete er zu seinem Vater, der 306
in einer Schlacht gegen die Pikten in Eboracum - dem heutigen York
in England - starb. Der 33-jährige Konstantin ließ sich von den Truppen zum
Kaiser ausrufen und wurde neben Severus II. zum Mitherrscher im Westen des
römischen Reiches, erhielt den Titel Caesar
und residierte in Gallien. 307
heiratete er Fausta, die Tochter des Kaisers Maximinianus.
Diokletians zweiter Nachfolger Galerius hatte 303 die schrecklichste aller Verfolgungen der Christen ausgelöst, um sich des Beistandes der römischen Götter zu versichern. Nachdem dies aber keinen Erfolg hatte, beendete er - kurz vor seinem krankheitsbedingten Tod, schon schwer gezeichnet - 311 die Verfolgungen; kurz darauf starb er.
Raffael: Konstantins (legendäre) Taufe durch Papst Silvester
I., 1517 - 1525, im Sala di Constantino im Vatikan
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Im Kampf um die Oberherrschaft im Römischen Reich zog Konstantin
nach Rom
und errang dort am 29. Oktober des Jahres 312 an der Milvischen
Brücke einen Sieg über seinen Schwager und Konkurrenten Maxentius; der Sieg war erstaunlich, weil
die Stadt zum Schutz gegen die Einfälle der Germanen von hohen Mauern umgeben war und
Maxentius die stärkeren Truppen befehligte. Am Tag danach verweigerte Konstantin
das übliche Siegesopfer für den römischen Gott Jupiter. Die Legende lässt ihm
schon in Gallien und dann wiederholt in Rom im Traum das Christus-Monogramm
mit den Worten in hoc signo vinces
, in diesem Zeichen wirst du siegen
,
erscheinen, worauf Konstantin dies auf die Feldzeichen habe schreiben lassen und
damit tatsächlich den Kampf siegreich beendete.
Bischof Eusebius von Cäsarea, Zeitgenosse, erster Verfasser einer Kirchengeschichte und zu Konstantins Hoftheologe avanciert, berichtet von einem Kreuz mit entsprechender griechischer Inschrift, das Konstantin in der Sonne sah und schildert das Geschehen ähnlich der Bekehrung von Paulus nach Apostelgeschichte 22, 6. Diese Parallele wird bis heute in der Liturgie der orthodoxen Kirchen bekannt.
Raffael: Die Vision des Konstantin: In hoc signo vinces
, 1520 - 1525, Sala di
Constantino im Vatikan
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Im Februar 313 vereinbarte Konstantin mit Licinius, dem Herrscher im Osten
des Reiches, bei einem Treffen in Mailand,
den Christen und allen anderen Religionsfreiheit zu gewähren. Durch diesen Erlass, das
Mailänder Edikt
, von Licinus im Juni 313 für seinen Ostteil des Reiches
veröffentlicht, wird es geschehen, dass die göttliche Huld, die wir in so
großen Dingen erfahren haben, für alle Zeit den Erfolg unserer Unternehmungen
sichert.
Konstantin selbst verstand sich nun selbst wie ein Bischof und
bezeichnete sich als episkus ton ektos
, Bischof für alle Menschen
; er berief
SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.,
förderte den Einfluss der Christen.
Konstantin gab den christlichen Bischöfen richterliche Befugnisse und setzte 321 den Sonntag als den wöchentlichen Feiertag fest - der judenfeindliche Kaiser wollte damit auch die Sabbatruhe bekämpfen. 325 wurde das Christentum der römischen Religion gleichgestellt, alle einschränkenden Gesetze und Verordnungen wurden aufgehoben, Kirchen und Friedhöfe zurückerstattet. Im selben Jahr berief Konstantin das Konzil von Nicäa ein, das wesentliche Weichenstellungen für das Christentum brachte.
Mitherrscher Licinius begann dennoch 320 mit neuen Christenverfolgungen. In Auseinandersetzungen um den Einfluss auf dem Balkan kam es 324 zum Krieg zwischen Konstantin und Licinius; Konstantin besiegte den Kollegen und ließ ihn töten, als Alleinherrrscher förderte er nun zunehmend das Christentum und ließ viele Kirchen bauen; auf Konstantin gehen die Gründung der früheren Peterskirche in Rom im Jahr 325, der Grabeskirche in Jerusalem, der Geburtskirche in Bethlehem, der nicht erhaltenen Sophienkirche in Trier sowie der Urbau der Apostelkirche in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - zurück.
Fragment einer Kolossalstatue, wohl um 314, heute am Palazzo
dei Conservatori in Rom ![]()
Die Frage, ob Konstantin wirklich Christ war, ist schwer zu beantworten
- auf dem Hintergrund des römischen Religionsverständnisses ist sie eigentlich
auch gar nicht zu stellen: die innere Überzeugung ist dabei nämlich nicht
entscheidend, wesentlich ist Religion als staatstragender Überbau. Sicher war
sein Religionswechsel nicht Ausfluss von Taktik oder Opportunismus, Religion war
für einen römischen Kaiser eine Frage der Identität. So verstand sich Konstantin
nun sicher als Verehrer eines höchsten Gottes, dem der Christen; Christus
kommt dagegen nur in drei seiner Briefe vor. In einem Gesetz von 325 verbot er,
Gefangenen das Gesicht zu entstellen, denn das sei Gleichnis der himmlischen
Schönheit
.
Im Zuge einer Neuorganisation des Reiches verlegte Konstantin 330 den Regierungssitz von Rom nach Konstantinopel - das heutige Ístanbul. Die Legende lässt ihn schon von Papst Silvester, der ihn vom Aussatz geheilt hatte, getauft werden - seine eigentliche Taufe fand aber erst 337 auf dem Totenbett im Palast in Ankyron, dem heutigen Dorf Hereke bei Ízmit, durch Bischof == Eusebius von Nikomedia statt; dabei machte Konstantin der Kirche - angeblich - umfangreiche Schenkungen, vor allem große Gebiete um Rom, auf die sich der Vatikan noch im 20. Jahrhundert berief.
Bestattet wurde Konstantin auf seinen Wunsch hin in der Apostelkirche in
Konstantinopel; er verstand sich selbst als 13. Apostel
und er wird bis heute
in der orthodoxen Kirche als Apostelgleicher
verehrt. Bei der
Eroberung durch die Türken 1453 verschwanden seine Reliquien. Ein kirchlich
anerkannter Kult existiert nur in der Ostkirche; die Taufe durch == Eusebius von
Nikomedia, einem Anhänger des Arianismus,
machte ihn zum Ketzer
und verhinderte die förmliche Anerkennung als Heiliger
durch die katholische Kirche; dennoch wird ihm im Namenstagskalender gedacht.
Fraglos ist die Hinwendung zum Christentum bei Konstantin - anders als bei seiner Mutter Helena - weniger auf Grund einer Bekehrung und durch Glaubenstiefe begründet, als vielmehr aufgrund der Überlegung, mit der Anerkennung des im ganzen Reich schon weit verbreiteten und sich gegen alle Vernichtungsversuche resistent zeigenden Christentums wieder einen einheitlichen ideolgischen Überbau zu schaffen. Seine Handlungen waren durchweg geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; seinen Schwiegervater, Kaiser Maximianus, ließ er 310 erhängen, seinen Schwager Licinius erwürgen, dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn tot schlagen; Crispus, seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine Frau, ließ er 326 ermorden, weil er die beiden verdächtigte, eine Beziehung miteinander eingegangen zu sein. Folge des Todes von Fausta war, dass ihr gesamter Besitz aus dem Erbe der Laterani endgültig an den Papst kam.
Der bedeutende Historiker Jacob Burckhardt nannte Konstantin einen
Macchiavellisten, Voltaire meinte, er sei ein politisch nicht unbegabter
Krimineller
gewesen; manche berichten, das Volk habe ihn Steifhals
genannt.
Sein Hoftheologe Eusebius
von Cäsarea sah in ihm den neuen == Mose
, der Rom
und die damalige Welt aus der Sklaverei des Heidentums befreit und ins gelobte Land des Christentums
geführt habe. Unbestritten aber haben die Entscheidungen Konstantins die
Geschichte der Kirche und Europas bis heute geprägt: die konstantinische
Wende war maßgeblich für das Verhältnis von Kirche und
Staat in ganz Europa bis zur französischen Revolution von 1789, in Deutschland
bis zum Ende des Kaiserreichs 1918.
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