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Silvester zieht in Rom ein und wird von Kaiser Konstantin
empfangen. Fresko, 1246, in der Silvester geweihten Kapelle der Kirche SS.
Quattro Coronati in Rom ![]()
Silvester I. wurde wohl noch vor Beginn der Christenverfolgungen von Kaiser Diokletian im Jahr 284 zum Priester geweiht; er trat sein Amt als römischer Bischof im Jahr 314 an, ein Jahr, nachdem die römischen Kaiser Konstantin der Große und Licinius 313 die christliche Kirche anerkannt und im Edikt von Mailand jedem Bürger des Reiches das Recht auf freie Religionsausübung gewährt hatten. Diese Ereignisse, oft legendär überhöht, begründen Silvesters Bedeutsamkeit, sein eigenes Wirken hat dazu wenig beigetragen.
Die meist im 5. Jahrhundert entstandenen Legenden berichten Silvesters
Standhaftigkeit während der noch andauernden Verfolgungen: Er warnte den
Statthalter, der ihn zwingen wollte, die von ihm verwahrten Besitztümer von
Christen herauszugeben, bis dieser beim Essen an einer Fischgräte erstickte. Er
heilte und bekehrte den angeblich aussätzigen Kaiser; die Legende sagt auch,
dass er Konstantin
getauft habe, was geschichtlich nicht haltbar ist. Diese Legende ging auch in
die Konstantinische Schenkung
ein, eine gefälschte Urkunde, die zur
Legitimation der Besitzansprüche und Herrschaftsrechte des Papsttums diente,
derzufolge Konstantin dem Bischof die Stadt Rom
und das ganze Abendland zu eigen gab und ihm das Tragen der kaiserlichen
Insignien erlaubte.
Die Legenden erzählen von einem Streitgespräch, das Silvester mit zwölf jüdischen Rabbinern geführt habe, weil Helena ihren inzwischen getauften Sohn Konstantin zum Judentum bekehren wollte. Silvester obsiegte im Disput gegen elf der gelehrten Juden; der zwölfte, Zambri, töte einen Stier durch die Nennung des Namens Gottes, den der Stier nicht ertragen konnte, um so die Kraft seines Glaubens zu beweisen. Silvester aber konnte mit Gottes Hilfe sogar den toten Stier zum Leben auferwecken, worauf auch Zambri wie die anderen Rabbiner und Helena sich sofort taufen ließen. Heidnische Priester bekehrte Silvester demnach, indem er einen Drachen bezwang.
Kölner Werkstatt: Silvester wird durch Konstantin
als Papst gekrönt. Detail von der nördlichen Chorschranke im Dom in Köln,
um 1332 ![]()
Weder bei der epochalen Hinwendung Konstantins zum Christentum noch bei der Bewältigung der kirchenpolitischen und dogmatischen Auseinandersetzungen spielte Silvester eine für seine Zeitgenossen erinnerungswürdige Rolle. Er nahm weder 314 an der Reichssynoden in Arles, wo die Auseinandersetzung mit dem Donatismus begann, noch 325 am 1. Konzil von Nicäa mit den wegweisenden Entscheidungen um die Wesensart Jesu Christi und gegen den bedrohlichen Arianismus teil. Den Synodalen von Arles schreib er, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Noch im späten 4. Jahrhundert belasteten die Donatisten Silvester selbst wie seine Vorgänger mit dem Vorwurf des vorübergehenden Abfalls vom Glauben während der Verfolgungen unter Kasiser Diokletian. Das Fernbleiben vom Konzil in Nicäa begründete Eusebius von Cäsarea mit Silvesters hohem Alter, aber er hat das Konzil immerhin noch um ein Jahrzehnt überlebt.
Silvester ließ über den Priscilla-Katakomben eine Kirche bauen. Im Coemeterium der Priscilla wurde er auch bestattet, ob in der von ihm erbauten Kirche oder einem der unterirdischen Gänge ist umstritten. Mitte des 8. Jahrhunderts erfolgte die Überführung seiner Gebeine in die heutige Kirche S. Silvestro in Capite in Rom.
Die erste Redaktion des römischen Papstbuches aus dem früheren 6. Jahrhundert stützte sich schon auf Legenden und listete im wesentlichen die in seiner Amtszeit erfolgten Kirchengründungen und -ausstattungen in Rom und Umgebung auf. Das Älteste erhaltene Bild von Silvester, ein Mosaik in einem Gebäude aus dem 3. Jahrhundert, deutet auf den allmählichen Übergang vom einfachen liturgischen Gedächtnis der Grablegung zur kultischen Verehrung des Bischofs hin.
Fresko: Silvester bekommt von Konstantin
die Papstkrone und einen Schimmel überreicht, 1246, im Kloster SS.
Quattro Coronati in Rom ![]()
Die Älteste Fassung des Actus Silvestri
stammt wohl aus dem im letzten
Jahrzehnt des 4. bis ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhundert, angeregt durch das
damalige römisch-kirchliche Selbst- und Geschichtsbewusstsein. Das Fest für
Silvester wird schon seit dem 5. Jahrhundert im ganzen christlichen Europa
gefeiert. Die Silvesternacht zum Jahreswechsel ist von einer Fülle des
Brauchtums geprägt, Silvesterumzüge waren früher verbreitet.
Patron
der Haustiere; für eine gute Futterernte, ein gutes neues Jahr
Bauernregeln:
Silvesternacht düster oder klar, / deutet auf ein neues Jahr.
Ist's zu Silvester hell und klar, / steht vor der Tür das neue Jahr.
Gefriert's an Silvester zu Berg und Tal, / geschieht auch dies zum letzten Mal.
Wind in St. Silvesters Nacht, / hat nie Wein und Korn gebracht.
Silvester Wind und warme Sunnen / wirft jede Hoffnung in den Brunnen.
Silvesternacht wenig Wind und Morgensonn, / gibt Hoffnung auf Wein und Korn.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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