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Ökumenisches Heiligenlexikon

Märtyrer der heiligen Bücher

auch: von Abitina, von Numidien

Gedenktag katholisch: 12. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Bari-Bitonto
gebotener Gedenktag in Tunesien: 13. Januar

Gedenktag evangelisch: 7. Januar

Märtyrer
† 304 in Karthago, heute Vorort von Tunis in Tunesien


In der Verfolgung unter Kaiser Diokletian wurde die Zerstörung aller christlichen Kirchen sowie die Verbrennung ihrer Bücher angeordnet und die Messfeier verboten.

Nachdem Fundanus, der Bischof von Abitina - beim heutigen Medjez el-Bab - der Herausgabe seiner Bibelhandschriften zugestimmt hatte, setzte eine Gruppe von Christen die illegalen Gottesdienste fort. Am Sonntag, dem 6. Februar 304, wurden sie während der Feier der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. im Haus des Octavius Felix festgenommenen, zum Forum der Stadt geführt und vor den Magistrat gestellt der beschloss, sie in Ketten zu legen und zur Verurteilung durch den Prokonsul Anulinus nach Karthago zu führen. Unterwegs haben die Gefangenen der Überlieferung zufolge unaufhörlich geistliche Lieder gesungen, an der Spitze des Zuges ging der Priester Saturninus mit seiner Familie und als prominentester Gefangener der Senator Dativus. In Karthago wurden sie am Samstag, dem 12. Februar 304, vom Prokonsul verhört und dabei durch Strecken gefoltert.

Als Erster wurde Dativus verhört, der seinen Glauben bekannte und sich weigerte, den Namen des Leiters ihrer Versammlungen zu nennen, woraufhin er mit eisernen Haken traktiert wurde. Da trat der kräftige Mann Thelica (Tazelita) hervor, bekannte sich als Christ und, dass für ihn nur das Gesetz Gottes gelte, für das er sterben wolle, weshalb er ins Gefängnis gesteckt wurde. Beim weiteren Verhör von Dativus trat der Anwalt Fortunatianus auf, der Bruder der Gefangenen Victoria; er behauptete, Dativus habe seine Schwester sowie Secunda und Restituta mit falschen Versprechungen aus Karthago nach Abitina gelockt. Victoria bekannte, sie sei freiwillig nach Abitina gegangen, aber Dativus wurde so sehr gefoltert, dass der Inhalt seines Brustkorbs sichtbar wurde. Er wurde ins Gefängnis gebracht und starb wie Thelica bald schon an seinen Verletzungen.

Saturninus wurde gefragt, warum er den Gottesdienst abgehalten hatte. Er antwortete, dass dies nicht unterbleiben dürfe, und wurde auch auf der Folterbank gestreckt. Nun meldete sich der Lektor Emeritus zu Wort und bekannte, er habe den Anlass gegeben. Saturninus bekannte, dass das Gesetz Christi den Sonntagsgottesdienst anordne, deshalb wurde so stark gefoltert, dass die inneren Organe offen lagen und dann ins Gefängnis gebracht. Emeritus bestätigte, dass die Gottesdienste in seinem Haus abgehalten wurden, denn die Christen seien seine Brüder, denen er sich nicht verweigern könne. Er bekräftigte die Notwendigkeit der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.feier: sine dominico non possumus, ohne (diese Gabe) Gottes können wir nicht (leben) und bekannte, Gott sei größer als der Kaiser. Daraufhin kam auch er ins Gefängnis.

Anschließend wurde der Gefangene Felix auf der Folterbank mit Prügeln geschlagen, weil er seinen Glauben bekannte; er starb unter den Qualen. Ein weiter, gleichnamiger Gefangener Felix starb nach der Folter im Gefängnis. Der Lektor Ampelius, der tatsächlich die heiligen Schriften in Verwahrung hatte, bekannte sich zur Teilnahme an den Gottesdiensten und kam mit schweren Kopfverletzungen ins Gefängnis. Rogatianus kam nach seiner Vernehmung unverletzt in Haft. Quintus wurde mit Prügeln geschlagen und inhaftiert, ebenso wie Maximianus (Maximus) und ein weiterer Felix sowie der Lektor Saturninus der Jüngere, der Sohn des gleichnamigen Priesters. Als der Prokonsul den übrigen Gefangenen drohte, es werde ihnen ebenso ergehen, bekannten sie sich einmütig zum Christentum und wurden ebenso gefangen gehalten.

Von Victoria erzählt die Legende, dass sie zur Ehe mit einem reichen, jungen Adeligen gezwungen werden sollte, aber am geplanten Hochzeitstag im Vertrauen auf Gott aus dem Fenster gesprungen und vom Wind unverletzt abgefangen worden sei. Danach habe sie sich in eine christliche Kirche geflüchtet und ihre Jungfräulichkeit Gott geweiht. Im Prozess bekannte sie sich zum Christsein; ihr Bruder Fortunatianus versuchte erneut, sie zu verteidigen und behauptete, sie habe den Verstand verloren. Sie wies dies zurück und lehnte auch das Angebot ab, mit ihrem Bruder heimzukehren, da nur die ihre Brüder seien, die die Gebote Gottes hielten. Sie wiederholte, dass sie an den Versammlungen teilgenommen habe. So wurde auch sie mit den übrigen Festgenommenen ins Gefängnis gebracht.

Als letztes versuchte der Prokonsul, Hilarianus umzustimmen, den jüngsten Sohn von Priester Saturninus, der noch ein Kind war. Auch dieser bekannte sich zum Christentum und zur Teilnahme an den verbotenen Versammlungen trotz der Drohung, ihm Nase und Ohren abzuschneiden; deshalb kam auch er ins Gefängnis. Alle Gefangenen wurden etwas später zum Tod verurteilt und starben im Gefängnis an den Folgen der Foltern oder an Hunger.

Von weiteren Märtyrern dieser Gruppe ist nur der Name bekannt:
Felix war ebenfalls ein Sohn des Priesters Saturninus und Lektor
Maria war die Tochter des Priesters Saturninus, die als gottgeweihte Jungfrau lebte
• Die weiteren Namen sind: Rogatus, Januarius, Cassianus, Victorianus, Vincentius, Prima (Primäva), Cäcilianus, Eva, ein weiterer Rogatianus, Givalius, Rogatus, Pomponia, Januaria, Saturnina, Martinus, Clautus, Margareta, Majora, Honorata, Regiola, Victorinus, Pelusius, Faustus, Dacianus, Matrona, Cäcilia, Berectina, eine weitere Matrona und eine weitere Januaria.

Die Leidensgeschichte der Märtyrer und ihre Namen sind in den erhaltenen Prozessakten überliefert.

Die zur Gruppe dieser Märtyrer gehörenden Felix und Regiola werden gelegentlich - fälschlich - mit den Züricher Märtyrern Felix und Regula gleichgesetzt. Die Gleichsetzung der Restituta mit der in Neapel bestatteten == Restituta ist ungewiss. Reliquien von Victoria werden in Neuberg im Burgenland verehrt.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Acta Sanctorum





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.11.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Azedine Beschaouch: Sur la localisation d'Abitina, la cité des célèbres martyrs africains. In: Comptes rendus des séances de l'Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 120ᵉ année, N. 2. Paris 1976. S. 255 - 266