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Michelangelo Caravaggio: Hieronymus in der Höhle, um 1606, Galleria Borghese in
Rom
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Sophronius Eusebius Hieronymus wurde als Sohn wohlhabender christlicher Eltern, die ihn allerdings nicht taufen ließen, in Stridon - dem heutigen Štrigova an der Grenze der römischen Provinzen Dalmatien und Pannonien, geboren. Er studierte in Mailand und in Rom Dort stürzte sich seinem Temperament entsprechend ins Leben der Weltstadt, fühlte sich mehr zu den Philosophen Cicero und Platon hingezogen als zur Bibel, bis ihm nach der Legende im Traum ein Engel die Bücher aus der Hand nahm und ihn vor den himmlischen Richter brachte. Dies führte zu seiner Bekehrung, 366 wurde er getauft.
Domenico Ghirlandaio: Hieronymus bei seinen Studien, 1480, Fresko in der Chiesa
di Ognissanti in Florenz
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Hieronymus setzte seine Studien in Trier
fort, wo er das Klosterleben kennen lernte, dann in Aquileia,
wo er sich 373 dem asketischen Bund Chor der Seligen
anschloss. Eine Wallfahrt
ins Heilige Land führte ihn für fünf Jahre zu Einsiedlern in die Wüste Chalkis
bei Aleppo - dem heutigen Halab
- in Syrien. Die Löwenlegende * erzählt, wie ein hinkender
Löwe die Mönche in die Flucht jagte, Hieronymus ihm aber einen Dorn aus der
Tatze zog und die Wunde pflegte, worauf der geheilte Löwe als Haustier blieb und
täglich den das Holz für die Mönche herbeitragenden Esel auf die Weide zu
begleitete. Dabei schlief er einmal ein, worauf eine vorüberziehende Karawane
den Esel raubte. Beschuldigt, den Esel gefressen zu haben, musste nun der Löwe
das Holz herbeitragen, bis er eines Tages die zurückkehrende Karawane mit dem
Esel als Leittier erblickte. Mit donnerndem Schweifschlagen und Brüllen brachte
er den Esel zu Hieronymus zurück, der nahm aber die Karawanenleute freundlich
auf und erhielt reichen Lohn für das Kloster.
Hieronymus verließ die Mönchsgemeinschaft aufgrund interner Streitigkeiten
und kam 375 nach Antiochien - dem heutigen Antakya
- wo er die Heimreise krankheitshalber abbrechen musste, Griechisch und
Hebräisch erlernte und Schüler bei Apollinaris von Laodicea wurde; 379 wurde er
zum Priester geweiht. Zusammen mit dem griechischen Kirchenlehrer Gregor
von Nazianz verbrachte er drei Jahre in Konstantinopel; hier beschäftigte er
sich auch mit den Schriften von Origines
und lernte von ihm, obwohl er ihn später in seinen Werken verleugnete und
kritisierte. 382 kehrte Hieronymus nach Rom
zurück und wurde Sekretär des römischen Bischofs Damasus
I. Seine Weihe zum Bischof wird in den Legenden des 15. Jahrhunderts als
Kardinalswürde berichtet. Damasus beauftragte Hieronymus, der sieben Sprachen
beherrschte, mit der Übersetzung der Bibel ins Lateinische; Hieronymus
übersetzte aus den Urtexten in Hebräisch und Griechisch und schuf die nun und
bis heute für die katholische Kirche verbindliche Vulgata
.
Lukas Cranach der Ältere:
Hieronymus als Büßer, 1502, Kunsthistorisches Museum in Wien
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Hieronymus wurde in Rom auch als guter Seelsorger geschätzt, v.a. bei den Aristokratinnen, die sich zu einem asketischen Leben entschlossen hatten, unter ihnen Marcella sowie die adlige römische Witwe Paula und deren Tochter Julia, die ihm später ins Heilige Land folgten. Nach dem Tod seines Gönners Damasus wollten einige Anhänger ihn auf den Stuhl Petri wählen; andere, denen seine deutliche Kritik am Klerus missfiel und die ihn ob seiner Wirkung auf Frauen verleumdeten, verhinderten dies. Enttäuscht verließ er 385 Rom und ging mit einer Gruppe von Frauen über Zypern, Antiochia - das heutige Antakya - und Alexandria in Ägypten nach Bethlehem, wo er zusammen mit Paula aus deren Vermögen vier Klöster gründete: drei Nonnenklöster und eines für Mönche, dessen Leitung er übernahm.
35 Jahre lang wirkte Hieronymus zurückgezogen, aber mit intensiver
schriftstellerischer Tätigkeit, wurde zu einem der bedeutendsten Theologen aller
Zeiten, oft in seiner Gelehrsamkeit mit Augustinus
verglichen; 19 seiner Briefe an diesen sind erhalten. Er verfasste
Bibelkommentare, die wegen des reichen historisch-archäologischen Wissens
geschätzt wurden, und vollendete die Übersetzung der Vulgata
. Die erste
christliche Literaturgeschichte De viris illustribus
über die ausgezeichneten
Männer
der Kirchengeschichte lobt die Heiligen- und Reliquienverehrung.
Ein unter Hieronymus' Namen weit verbreiteter Heiligenkalender steht in dieser
Tradition, stammt aber nicht von ihm, sondern entstand im 5. Jahrhundert in
Oberitalien.
Giovanni Bellini: Hieronymus liest in der Landschaft, 1505, in der National
Gallery of Art in Washington
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Die drei Mönchsviten über Paulus
von Theben, den Hieronymus als ersten Mönch
vor Antonius,
Hilarion und Malchus
entdeckte, führten ein die Unterscheidung der Mönche in Anachoreten - das sind
die nach urchristlichem Vorbild und in Einsamkeit Lebendenen, die sich aus allen
menschlichen Bindungen lösen, um sich ganz der Askese und dem Gebet zu verschreiben
- und Koinobiten - das sind jene, die gemeinsam in
einer Mönchssiedlung leben und gewisse Regeln befolgen. Hieronymus übersetzte
auch die Regeln und Katechesen von Pachomius
und einiger Schriften seiner Schüler.
Hieronymus beteiligte sich an den Kontroversen mit dem Mönch und Theologen Rufinus mit Augustinus über die Gnadenlehre und mit Jovinianus über die Jungfräulichkeit der Maria und das asketisch-ehelose Leben, mit Vigilantius sowie mit den Anhängern des Pelagianismus; in diesen Kampfschriften zeigte sich Hieronymus als satirischer Polemiker, der seine Position verteidigt, ohne Argumente seiner Gegner wirklich ernst zu nehmen. In diesen Auseinandersetzungen musste er sich zwei Jahre lang versteckt halten; kurz nach seiner Rückkehr nach Bethlehem starb er.
Albrecht Dürer: Hieronymus in
der Wildnis, um 1495, National Gallery in London
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Hieronymus blieb für das ganze Mittelalter die große Lehrautorität, besonders in Bibelfragen und für das asketische und Kloster-Leben. Im 13. Jahrhundert wurden Hieronymus' Gebeine nach Rom überführt.
Attribute:
als Kardinal oder Einsiedler, mit Totenkopf oder Löwe
Patron
von Dalmatien
und Lyon;
der Schüler, Studenten, Lehrer, Gelehrten, Theologen, Übersetzer, der
theologischen Fakultäten, wissenschaftlichen Vereinigungen, Bibelgesellschaften
und Asketen; gegen Augenleiden
Bauernregel:
Von Michel und Hieronymus, mach' aufs
Weihnachtswetter den
Schluss.
* Die Löwen-Legende von Hieronymus ist dieselbe wie bei Gerasimos vom Jordan. Hieronymus (Geronimus) wurde diese ursprünglich zu Gerasimos gehörende Legende wohl durch Verwechslung der Namen und die Ähnlichkeit zwischen den beiden Einsiedlern zugeschrieben.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Werke
von Hieronymus auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der
Université Fribourg.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Marinus van Reymerswaele: Hieronymus als Bibelübersetzer, 1541, Museo del Prado
in Madrid ![]()
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