der Große
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Antonius wurde als Sohn reicher christlicher Eltern geboren; mit zwanzig Jahren übernahm er nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog seine jüngere Schwester groß.
Diego Rodriguez de Silva y Velázquez: Antonius besucht den greisen Paulus
von Theben, mit Hilfe von Löwen bestattet er ihn, wie in der linken
Bildhälfte zu sehen; um 1635, Ausschnitt, Museo del Prado in Madrid
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Ein Satz Jesu im Matthäusevangelium (19, 21) veränderte sein Leben: Wenn Du
vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was Du hast, und gibt es den Armen.
Er verkaufte seinen gesamten Besitz und wurde um 275 Einsiedler in radikaler
Armut und zunehmender Abgeschiedenheit.
Die Schweine, mit denen er dargestellt wird, stehen für seine berühmten
Versuchungen: So erschien ihm nach der Überlieferung der Teufel in Gestalt einer
oder mehrerer schöner Frauen; in anderen Fällen wurde er mit Krallen, Zähnen
oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während
seine Zelle in Flammen aufging, schließlich unter bedrohlichen Angriffen von
allen Seiten in die Lüfte gehoben. Tatsächlich hat das Symbol der Schweine seine
Begründung darin, dass später der Antoniterorden
bevorzugt Schweine hielt - die er als Gottes Geschöpfe aber frei laufen ließ,
worauf der Ausspruch frech wie ein Antoniusschwein
zurückgeht.
Antonius' kraftvolle Standhaftigkeit führte zu einer immer stärkeren
Verehrung, vor der er sich auf einen Berg jenseits des Nils flüchtete. Zwanzig
Jahre später kehrte ein Äußerlich unveränderter, dennoch völlig verwandelter
Antonius zurück, jemand der in tiefe Geheimnisse eingeweiht und gotterfüllt
war. Immer mehr Jünger sammelten sich um ihn, es bildeten sich kleine
Unterkünfte und zahlreiche Einsiedeleien. So stand Antonius am Anfang des
Klosterwesens und wird Vater des Mönchtums
genannt. Die von ihm geprägte Form
des Mönchtums beruht auf Askese und Zurückgezogenheit, sie steht im Gegensatz
zur Regel des Benedikt von
Nursia. Antonius schrieb die Bestimmungen des in seiner Nachfolge
gegründeten Ordens nicht auf, diese Aufgabe übernahm nach seinem Tod sein Freund
Athanasios, der auch eine
Biografie über ihn verfasste, die Antonius weit über Ägypten hinaus bekannt
machte.
Hieronymous Bosch: Mittlere Tafel des Tryptychons Die Versuchung des Antonius
,
1505/06, Museu Nacional de Arte Antigna in Lissabon
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Im Alter von 90 Jahren bewegte ein Traum Antonius, den 110 Jahre alten Einsiedler Paulus von Theben aufzusuchen. Ein Wolf führte ihn durch die Wüste zu ihm, dem der Rabe an diesem Tag zwei Brote statt wie gewohnt nur eines brachte. Auch dessen Tod wurde Antonius später durch ein Gesicht kund: er fand den Entschlafenen in betender Haltung und bestattete ihn mit Hilfe zweier Löwen, die das Grab scharrten. Als Vermächtnis nahm Antonius das aus Palmstroh geflochtene Gewand mit sich.
Sein Leben in Einsamkeit und Abgeschiedenheit hatte Antonius weder menschenscheu noch unpolitisch gemacht. Mehrfach verließ Antonius seine Einsiedelei. Um 311 stand er den von Kaiser Maximinus verfolgten Christen in Alexandria bei. Er setzte sich für Arme und Gefangene ein, stand ständig mit Kaiser Konstantin in Briefkontakt. In Briefen an dessen Sohn und Nachfolger versuchte er, diesem die Unterstützung des Arianismus auszureden. 350 reiste Antonius nach Alexandria und unterstützte öffentlich Athanasios im Kampf gegen den Arianismus.
Matthias Grünewald: Antonius,
Isenheimer Altar, linker Flügel, um 1515, im Musée d'Unterlinden in Colmar
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Antonius soll 105 Jahre alt geworden sein. Als seine Jünger ihn begruben, wurden Engel um ihn stehend gesehen. Von den unter seinem Namen mitgeteilten Briefen gelten sieben lateinisch überlieferte als echt, ferner der Brief über die aufrichtige Reue.
Antonius' Verehrung begann schon im 5. Jahrhundert. Seine Reliquien
wurden 561 nach Alexandria
überführt, kamen 635 nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul,
dann um 1000 nach Südfrankreich. 1491 wurden sie nach Arles
in Südfrankreich gebracht; Reliquien liegen auch im Stammkloster des Ordens der
Antoniter in St-Antoine-l'Abbaye
im Dauphiné. Matthias Grünewald
schuf seinen Isenheimer Altar
für die Antoniter.
Nach der Gründung einer nach Antonius benannten Laienbruderschaft zur
Versorgung von Pilgern um 1065 in La-Motte-aux-Bois - dem heutigen St-Antoine-l'Abbaye
-, die sich in den nächsten zwei Jahrhunderten zum Antoniter-Chorherrenorden
entwickelte, nahm seine Verehrung im Westen regen Aufschwung. Das Ordenszeichen
T - wohl eine stilisierte Krücke - wurde zum Symbol. Als im 12. Jahrhundert in
Frankreich eine pestartige Krankheit wütete, die man das heilige Feuer
nannte,
weil sie furchtbare Schmerzen und höllisches Brennen hervorrief und die Glieder
abfallen ließ, erwiesen sich Antonius' Reliquien
als wirksam gegen dasselbe und die Krankheit wurde Antonius-Feuer
genannt.
Auf der spanischen Insel Mallorca werden zu Antonius' Ehren in der Nacht vor dem Gedenktag überall Scheiterhaufen angezündet: Dämonen und Teufel tanzen um das Feuer und symbolisieren die Versuchungen, die Antonius in seiner Einsamkeit als Einsiedler quälten. Am Tag finden bunte Umzüge mit Reitern und Wagen statt, in denen typisch Szenen aus dem ländlichen Leben Mallorcas und Szenen aus dem Leben des Heiligen dargestellt werden. Den Heiligen Antonius selbst verkörpert ein Mann im Mönchsgewand mit Maske, hinter dem die roten Teufel herjagen. Auch auf dem Festland, vor allem in der Region um Valencia, in Aragonien und in Madrid, wird Antonius gefeiert.
Russische Ikone, Nowgorod,
16. Jahrhundert ![]()
Im Osten wird besonders der Mönchsvater, im Westen mehr der Wunderheiler
geschätzt. Antonius wird gelegentlich als Nothelfer angerufen; er gehört zwar
nicht zu den vierzehn
Nothelfern, aber er ist einer der vier
heiligen Marschälle. In Italien wurde der Gedenktag als Volksfest begangen:
die Tiere durften nicht arbeiten, auch vornehme Herren mussten deshalb zu Fuß
gehen. In Rom
wird, beginnend mit seinem Gedenktag, jährlich das einwöchige Fest der Weihe der
Haustiere vor der Antoniuskirche begangen. In Österreich wurde an seinem
Gedenktag Bedürftigen das Fleisch der Antonischweine
geschenkt.
Attribute:
T, Schwein, Teufel, Bettlerglocke
Patron
von St.
Tönis, heute Ortsteil von Tönisvorst bei Krefeld; der Haustiere, vor allem
der Schweine; der Schweinehirten, Bürsten-, Korb- und Handschuhmacher, Ritter,
Weber, Metzger, Zuckerbäcker, Bauern, Totengräber; gegen Feuersnot, Wundrose,
Geschwüre, Hautkrankheiten, Lepra, Pest, Syphilis, Feuer und Viehseuchen
Bauernregeln:
Wenn Antoni die Luft ist klar / gibt's bestimmt ein trocknes Jahr.
Große Kälte am Antoniustag, / machmal nicht lange halten mag.
Antonius mit dem weißen Bart, / regnet's nicht, er mit dem Schnee nicht spart.
Um Antonius nehmen die Tage zu / um eine kleine Mönchesruh'.
Maestro del 1328: Buchmalerei: Antonius zähmt Wölfe, aus der Vita Sancti
Antonii Eremitae
, um 1320 in Bologna
entstanden, das Älteste bekanntes Beispiel einer illustrierten Antonius-Vita
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Maestro del 1328: Buchmalerei: Antonius wehrt einen Drachen ab, aus der Vita
Sancti Antonii Eremitae
, um 1320 in Bologna
entstanden ![]()
Bilder aus der Ausstellung Die
Versuchung des heiligen Antonius
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Catholic Encyclopedia: Leben
Catholic Encyclopedia: Ordensregeln
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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