Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.




Menue

Ökumenisches Heiligenlexikon

Antonius der Große

Gedenktag katholisch: 17. Januar
gebotener Gedenktag
nicht gebotener Gedenktag im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4. / 5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus
Hochfest auf Menorca
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.

(Übertragung der von Gabriel offenbarten Gebeine nach Vienne: 13. Juni

Gedenktag evangelisch: 17. Januar

Gedenktag anglikanisch: 17. Januar

Gedenktag orthodox: 17. Januar, 18. Januar
bedacht in der Proskomedie

Gedenktag armenisch: 17. Januar
liturgische Feier als dritter Gedenktag nach Theophanie
bedacht in der armenischen Anaphora

Gedenktag koptisch: 17. Januar
Weihe seiner Kirche: 28. Juli
bedacht in der Basilius-Anaphora

Gedenktag syrisch-orthodox: 11. Januar, 17. Januar

Name bedeutet: der vorne Stehende (latein.: aus dem Geschlecht der Antonier)

Einsiedler, Mönchsvater
* um 250 in Come, heute Qiman el Arus in Ägypten
† 356 (?) am Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes Zafarana in Ägypten

Kartenskizze

Antonius wurde als Sohn einer reichen christlichen Bauernfamilie geboren; mit etwa 18 Jahren übernahm er nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog seine jüngere Schwester groß.

Sätze Jesu aus dem Matthäusevangelium veränderten sein Leben: Wenn Du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was Du hast, und gibt es den Armen. (19, 21) und Sorget euch nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. (6, 34) Er verkaufte seinen gesamten Besitz, gab seine Schwester asketisch lebenden Frauen zur Fürsorge und wurde um das Jahr 275 Einsiedler in radikaler Armut, zunächst nahe seines Heimatortes, wo schon einige andere Männer asketisch lebten.

Bald schon zog sich Antonius weiter zurück in größere Einsamkeit an einer Grabstätte. Antonius' kraftvolle Standhaftigkeit als Asket führte zu einer immer stärkeren Verehrung, vor der er sich auf einen Berg jenseits des Nils flüchtete; dort lebte er in einer verlassenen Verteidigungsanlage mitten in der Wüste und bestand der Überlieferung zufolge viele Kämpfe mit Dämonen, die ihn herausforderten. Zwanzig Jahre später kehrte ein äußerlich unveränderter, dennoch völlig verwandelter Antonius zurück, jemand der in tiefe Geheimnisse eingeweiht und gotterfüllt war. Dann ging er an den einsamen Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes Zafarana am Roten Meer. Um 311 ging er nach Alexandria, um die von Kaiser Maximinus verfolgten Christen zu ermutigen. Er setzte sich für Arme und die Gefangenen ein, stand mit Kaiser Konstantin in Briefkontakt; in Briefen an dessen Sohn und Nachfolger versuchte er, diesem die Unterstützung des Arianismus auszureden.

Antonius' Grotte nahe des heutigen Ortes Zafarana

Antonius' Grotte nahe des heutigen Ortes Zafarana

Die Schweine, mit denen Antonius dargestellt wird, stehen für seine berühmten Versuchungen: So erschien ihm nach der Überlieferung der Teufel in Gestalt einer oder mehrerer schöner Frauen; in anderen Fällen wurde er mit Krallen, Zähnen oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während seine Zelle in Flammen aufging, schließlich unter bedrohlichen Angriffen von allen Seiten in die Lüfte gehoben. Tatsächlich hat das Symbol der Schweine seine Begründung darin, dass später der Antoniterorden bevorzugt Schweine hielt - die er als Gottes Geschöpfe aber frei laufen ließ, worauf der Ausspruch frech wie ein Antoniusschwein zurückgeht.

In seiner Einsiedelei besuchten ihn immer mehr Menschen und suchten Rat, Kranke erbaten Heilung, Geistliche und Asketen wollten von ihm lernen. Immer mehr Jünger sammelten sich um ihn, es bildeten sich kleine Unterkünfte und zahlreiche Einsiedeleien. So stand Antonius am Anfang des Klosterwesens und wird Vater des Mönchtums genannt. Die von ihm geprägte Form des Mönchtums beruht auf Askese und Zurückgezogenheit, anders als die Regel des Benedikt von Nursia. Antonius schrieb die Bestimmungen des in seiner Nachfolge gegründeten Ordens nicht auf, diese Aufgabe übernahm nach seinem Tod sein Freund Athanasios, der um 360 auch eine Biografie über ihn verfasste, die Antonius weit über Ägypten hinaus bekannt machte. Um 337 soll er auf Bitten der örtlichen Priester und von Patriarch Athanasios noch einmal nach Alexandria gekommen sein, um gegen die Anhänger des Arianismus aufzutreten.

Hieronymous Bosch: Mittlere Tafel des Tryptychons 'Die Versuchung des Antonius', 1505/06, Museu Nacional de Arte Antigna in Lissabon

Hieronymous Bosch: Mittlere Tafel des Tryptychons Die Versuchung des Antonius, 1505/06, Museu Nacional de Arte Antigna in Lissabon

Dieses Bild weiterverwenden?

Im Alter von 90 Jahren bewog der Überlieferung zufolge ein Traum Antonius, den 110 Jahre alten Einsiedler Paulus von Theben aufzusuchen. Ein Wolf führte ihn durch die Wüste zu ihm, dem der Rabe an diesem Tag zwei Brote statt wie gewohnt nur eines brachte. Auch dessen Tod wurde Antonius später durch ein Gesicht kund: er fand den Entschlafenen in betender Haltung und bestattete ihn mit Hilfe zweier Löwen, die das Grab scharrten. Als Vermächtnis nahm Antonius das aus Palmstroh geflochtene Gewand mit sich.

Sein Leben in Einsamkeit und Abgeschiedenheit hatte Antonius weder menschenscheu noch unpolitisch gemacht. Er soll 105 Jahre alt geworden sein und seinen Tod selbst verausgesagt haben. Als seine Jünger ihn begruben, seien Engel um ihn stehend gesehen worden. Von den unter seinem Namen mitgeteilten Briefen gelten sieben lateinisch überlieferte als echt, ferner der Brief über die aufrichtige Reue.

Antonius' Verehrung begann schon im 5. Jahrhundert. Seine Reliquien wurden 561 nach der Entdeckung seines angeblichen Grabes nach Alexandria überführt und kamen 635 - nach der Eroberung Ägyptens durch die Muslime - nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul, dann um 1000 der größere Teil davon nach Südfrankreich in die Klosterkirche in St-Didier-de-la-Tour; diese wurden 1491 in die Kirche St-Julien in Arles gebracht, seit deren Profanisierung nach der Zerstörung durch deutsche Bomben 1944 sind sie in der Kathedrale der Stadt. Um 1074 kamen Reliquien auch in die Dauphiné; diese wurden bald nach La-Motte-aux-Bois gebracht, wo das Stammkloster des Antoniterordens entstand; 1083 wurde der Ort deshalb in St-Antoine-l'Abbaye umbenannt. Matthias Grünewald schuf später seinen Isenheimer Altar für die Antoniter.

Durch die Reliquien nahm die Verehrung im Westen regen Aufschwung. Um 1065 wurde in La-Motte-aux-Bois - dem heutigen St-Antoine-l'Abbaye - eine nach Antonius benannte Laienbruderschaft zur Versorgung von Pilgern gegründet als Vereinigung von Rittern, die in Antonius, der aus vornehmer Familie stammte und gegen Dämonen kämpfte, ihr Urbild sahen. Daraus entwickelte sich in den nächsten zwei Jahrhunderten der Antoniter-Chorherrenorden; dessen Ordenszeichen T - wohl eine stilisierte Krücke - wurde zum Symbol für Antonius. Als im 12. Jahrhundert in Frankreich eine pestartige Krankheit wütete, die man das heilige Feuer nannte, weil sie furchtbare Schmerzen und höllisches Brennen hervorrief und die Glieder abfallen ließ, erwiesen sich Antonius' Reliquien als wirksam gegen dasselbe und die Krankheit wurde Antonius-Feuer genannt. Dagegen half Antonius-Wasser - oder -Wein.

Russische Ikone, Nowgorod, 16. Jahrhundert

Russische Ikone, Nowgorod, 16. Jahrhundert

Dieses Bild weiterverwenden?

In vielen Gemeinden besonders in Österreich wurde früher ein Antonius-Schwein gehalten, das von der Allgemeinheit versorgt wurde und mit einem Glöckchen um den Hals sich frei bewegen konnte; es wurde am 23. Dezember oder an Antonius' Gedenktag geschlachtet und das Fleisch an die Armen verteilt. In Italien wurde der Gedenktag als Volksfest begangen: die Tiere durften nicht arbeiten, auch vornehme Herren mussten deshalb zu Fuß gehen. In Rom wird, beginnend mit seinem Gedenktag, jährlich das einwöchige Fest der Weihe der Haustiere vor der Kirche S. Antonio Abate begangen.

Auf der spanischen Insel Mallorca werden zu Antonius' Ehren in der Nacht vor dem Gedenktag überall Scheiterhaufen angezündet: Dämonen und Teufel tanzen um das Feuer und symbolisieren die Versuchungen, die Antonius in seiner Einsamkeit als Einsiedler quälten. Am Tag finden bunte Umzüge mit Reitern und Wagen statt, in denen typische Szenen aus dem ländlichen Leben Mallorcas und Szenen aus dem Leben des Heiligen dargestellt werden. Den Heiligen Antonius selbst verkörpert ein Mann im Mönchsgewand mit Maske, hinter dem die roten Teufel herjagen. Auch auf dem Festland, vor allem in der Region um Valencia, in Aragonien und in Madrid, wird Antonius gefeiert.

Im Osten wird besonders der Mönchsvater, im Westen mehr der Wunderheiler geschätzt. Antonius wird gelegentlich als Nothelfer angerufen; er gehört zwar nicht zu den vierzehn Nothelfern, aber er ist einer der vier heiligen Marschälle.

Attribute: T-förmiges Kreuz, Schwein, Teufel, Bettlerglocke
Patron von St. Tönis, heute Ortsteil von Tönisvorst bei Krefeld; der Haustiere, vor allem der Schweine; der Schweinehirten, Bürsten-, Korb- und Handschuhmacher, Ritter, Weber, Metzger, Zuckerbäcker, Bauern, Totengräber; gegen Feuersnot, Wundrose, Geschwüre, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen, Lepra, Pest, Syphilis, Feuer und Viehseuchen
Bauernregeln: Wenn Antoni die Luft ist klar / gibt's bestimmt ein trocknes Jahr.
Große Kälte am Antoniustag, / machmal nicht lange halten mag.
Antonius mit dem weißen Bart, / regnet's nicht, er mit dem Schnee nicht spart.
Um Antonius nehmen die Tage zu / um eine kleine Mönchesruh'.

Salvator Rosa, um 1645, in der Pinacoteca Rambaldi im Museo di Villa Luca in Coldirodi bei San Remo Das Kloster St-Antoine-l'Abbaye


Salvator Rosa, um 1645, in der Pinacoteca Rambaldi im Museo di Villa Luca in Coldirodi bei San Remo Bilder aus der Ausstellung Die Versuchung des heiligen Antonius


Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia: Leben
Catholic Encyclopedia: Ordensregeln

Schriften von ntonius gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon


Web 3.0 - Leserkommentare:

Antoniusstatue

Vielleicht gefällt Ihnen die kleine Statue, wohl eine Prozessionsfigur, des heiligen Antonius, die ich im Oratoire Saint-Antoine in Calvi auf Korsika aufgenommen habe, ebenso wie mir und vielleicht können Sie mit dem Foto etwas anfangen, was mich freuen würde.

Dr. Michael Kraus aus Berlin über E-Mail, 8. Februar 2012



Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/januar.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• http://www.timediver.de/antoniterorden.html
• http://www.sopos.org/aufsaetze/47df0295bebb8/1.phtml
• http://news.ferienwelt.de/ferienwelt_inside/veranstaltungen/zum-antoniusfest-im-januar-nach-mallorca-003053
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993