der Große
Gedenktag katholisch: 17. Januar
gebotener Gedenktag
Gedenktag evangelisch: 17. Januar
Gedenktag anglikanisch: 17. Januar
Gedenktag orthodox: 17. Januar
18. Januar
Gedenktag armenisch: 17. Januar
liturgische Feier als dritter Gedenktag nach Theophanie
Gedenktag koptisch: 17. Januar
Weihe seiner Kirche: 28. Juli
Gedenktag syrisch-orthodox: 17. Januar
11. Januar
Name bedeutet: der vorne Stehende (latein.: aus dem Geschlecht der Antonier)
Antonius wurde als Sohn reicher christlicher Eltern geboren; mit etwa 18 Jahren übernahm er nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog seine jüngere Schwester groß.
Diego Rodriguez de Silva y Velázquez: Antonius besucht den greisen Paulus
von Theben, mit Hilfe von Löwen bestattet er ihn, wie in der linken Bildhälfte zu sehen; um 1635, Ausschnitt, Museo
del Prado in Madrid 
Sätze Jesu aus dem Matthäusevangelium veränderten sein Leben:
Wenn Du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was Du hast, und gibt es den Armen.
(19, 21) und Sorget
euch nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen.
(6, 34) Er verkaufte seinen
gesamten Besitz, gab seine Schwester asketisch lebenden Frauen zur Fürsorge und wurde um das Jahr 275 Einsiedler
in radikaler Armut, zunächst nahe seines Heimatortes,
wo schon einige andere Männer asketisch lebten.
Bald schon zog sich Antonius weiter zurück in größere Einsamkeit an einer Grabstätte. Antonius' kraftvolle
Standhaftigkeit als Asket führte zu einer immer stärkeren Verehrung, vor der er sich auf einen Berg jenseits des Nils
flüchtete; dort lebte er in einer verlassenen Verteidigungsanlage mitten in der Wüste und bestand der Überlieferung
zufolge viele Kämpfe mit Dämonen, die ihn herausforderten. Zwanzig Jahre später kehrte ein äußerlich unveränderter,
dennoch völlig verwandelter Antonius zurück, jemand der in tiefe Geheimnisse eingeweiht und gotterfüllt
war.
Dann ging er an den einsamen Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes
Zafarana am Roten Meer. Um 311 ging er nach
Alexandria, um die von Kaiser Maximinus
verfolgten Christen zu ermutigen. Er setzte sich für Arme und die Gefangenen ein, stand mit Kaiser
Konstantin in Briefkontakt; in Briefen an dessen Sohn und
Nachfolger versuchte er, diesem die Unterstützung des Arianismus auszureden.
Die Schweine, mit denen Antonius dargestellt wird, stehen für seine berühmten Versuchungen: So erschien ihm nach
der Überlieferung der Teufel in Gestalt einer oder mehrerer schöner Frauen; in anderen Fällen wurde er mit Krallen,
Zähnen oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während seine Zelle in Flammen aufging,
schließlich unter bedrohlichen Angriffen von allen Seiten in die Lüfte gehoben. Tatsächlich hat das Symbol der Schweine
seine Begründung darin, dass später der Antoniterorden bevorzugt Schweine hielt
- die er als Gottes Geschöpfe aber frei laufen ließ, worauf der Ausspruch frech wie ein Antoniusschwein
zurückgeht.
In seiner Einsiedelei besuchten ihn immer mehr Menschen und suchten Rat, Kranke erbaten Heilung, Geistliche und
Asketen wollten von ihm lernen. Immer mehr Jünger sammelten sich um ihn, es bildeten sich kleine Unterkünfte und
zahlreiche Einsiedeleien. So stand Antonius am Anfang des Klosterwesens und wird Vater des Mönchtums
genannt.
Die von ihm geprägte Form des Mönchtums beruht auf Askese und Zurückgezogenheit, anders als die Regel des
Benedikt von Nursia. Antonius schrieb die Bestimmungen des in
seiner Nachfolge gegründeten Ordens nicht auf, diese Aufgabe übernahm nach seinem Tod sein Freund
Athanasios, der auch eine Biografie über ihn verfasste, die Antonius weit
über Ägypten hinaus bekannt machte. Um 337 soll er auf Bitten der örtlichen Priester und von Patriarch
Athanasios noch einmal nach
Alexandria gekommen sein, um gegen die
Anhänger des Arianismus aufzutreten.
Hieronymous Bosch: Mittlere Tafel des Tryptychons Die Versuchung des Antonius
, 1505/06, Museu Nacional de Arte
Antigna in Lissabon 
Im Alter von 90 Jahren bewog der Überlieferung nach ein Traum Antonius, den 110 Jahre alten Einsiedler Paulus von Theben aufzusuchen. Ein Wolf führte ihn durch die Wüste zu ihm, dem der Rabe an diesem Tag zwei Brote statt wie gewohnt nur eines brachte. Auch dessen Tod wurde Antonius später durch ein Gesicht kund: er fand den Entschlafenen in betender Haltung und bestattete ihn mit Hilfe zweier Löwen, die das Grab scharrten. Als Vermächtnis nahm Antonius das aus Palmstroh geflochtene Gewand mit sich.
Maestro del 1328: Buchmalerei: Antonius zähmt Wölfe, aus der Vita Sancti
Antonii Eremitae
, um 1320 in Bologna
entstanden, das älteste bekanntes Beispiel einer illustrierten Antonius-Vita

Maestro del 1328: Buchmalerei: Antonius wehrt einen Drachen ab, aus der Vita
Sancti Antonii Eremitae
, um 1320 in Bologna
entstanden 
Sein Leben in Einsamkeit und Abgeschiedenheit hatte Antonius weder menschenscheu noch unpolitisch gemacht. Er soll 105 Jahre alt geworden sein und seinen Tod selbst verausgesagt haben. Als seine Jünger ihn begruben, seien Engel um ihn stehend gesehen worden. Von den unter seinem Namen mitgeteilten Briefen gelten sieben lateinisch überlieferte als echt, ferner der Brief über die aufrichtige Reue.
Antonius' Verehrung begann schon im 5. Jahrhundert. Seine Reliquien wurden
561 nach der Entdeckung seines angeblichen Grabes nach
Alexandria überführt und kamen 635 - nach
der Eroberung Ägyptens durch die Muslime - nach Konstantinopel - dem heutigen
Ístanbul, dann um 1000 der größere Teil davon
nach Südfrankreich in die Klosterkirche in
St-Didier-de-la-Tour; 1491 wurden sie in die
Kirche St-Julien in Arles
gebracht; Reliquien liegen auch im Stammkloster des Ordens der Antoniter
in St-Antoine-l'Abbaye in der
Dauphiné. Matthias Grünewald schuf seinen Isenheimer Altar
für die Antoniter.
Durch die Reliquien nahm die Verehrung im Westen regen Aufschwung. Um 1065
wurde in La-Motte-aux-Bois - dem heutigen
St-Antoine-l'Abbaye - eine nach
Antonius benannte Laienbruderschaft zur Versorgung von Pilgern gegründet als Vereinigung von Rittern, die in Antonius,
der aus vornehmer Familie
stammte und gegen Dämonen kämpfte, ihr Urbild sahen. Daraus entwickelte sich in
den nächsten zwei Jahrhunderten der Antoniter-Chorherrenorden; dessen Ordenszeichen
T - wohl eine stilisierte Krücke - wurde zum Symbol für Antonius. Als im 12. Jahrhundert in Frankreich eine pestartige
Krankheit wütete, die man das heilige Feuer
nannte, weil sie furchtbare Schmerzen und höllisches Brennen
hervorrief und die Glieder abfallen ließ, erwiesen sich Antonius' Reliquien als wirksam gegen dasselbe und die
Krankheit wurde Antonius-Feuer
genannt. Dagegen half Antonius-Wasser
- oder -Wein
.
Russische Ikone, Nowgorod, 16. Jahrhundert

In vielen Gemeinden besonders in Österreich wurde früher ein Antonius-Schwein
gehalten, das von der
Allgemeinheit versorgt wurde und mit einem Glöckchen um den Hals sich frei bewegen konnte; es wurde am 23. Dezember
oder an Antonius' Gedenktag geschlachtet und das Fleisch an die Armen verteilt. In Italien wurde der Gedenktag als
Volksfest begangen: die Tiere durften nicht arbeiten, auch vornehme Herren mussten deshalb zu Fuß gehen. In Rom wird,
beginnend mit seinem Gedenktag, jährlich das einwöchige Fest der Weihe der Haustiere vor der Kirche
S. Antonio Abate begangen.
Auf der spanischen Insel Mallorca werden zu Antonius' Ehren in der Nacht vor dem Gedenktag überall Scheiterhaufen angezündet: Dämonen und Teufel tanzen um das Feuer und symbolisieren die Versuchungen, die Antonius in seiner Einsamkeit als Einsiedler quälten. Am Tag finden bunte Umzüge mit Reitern und Wagen statt, in denen typische Szenen aus dem ländlichen Leben Mallorcas und Szenen aus dem Leben des Heiligen dargestellt werden. Den Heiligen Antonius selbst verkörpert ein Mann im Mönchsgewand mit Maske, hinter dem die roten Teufel herjagen. Auch auf dem Festland, vor allem in der Region um Valencia, in Aragonien und in Madrid, wird Antonius gefeiert.
Matthias Grünewald: Antonius, Isenheimer Altar, linker Flügel,
um 1515, im Musée d'Unterlinden in Colmar

Im Osten wird besonders der Mönchsvater, im Westen mehr der Wunderheiler geschätzt. Antonius wird gelegentlich als Nothelfer angerufen; er gehört zwar nicht zu den vierzehn Nothelfern, aber er ist einer der vier heiligen Marschälle.
Attribute:
T-förmiges Kreuz, Schwein, Teufel, Bettlerglocke
Patron
von St. Tönis, heute Ortsteil von Tönisvorst
bei Krefeld; der Haustiere, vor allem der Schweine; der Schweinehirten, Bürsten-, Korb- und Handschuhmacher, Ritter,
Weber, Metzger, Zuckerbäcker, Bauern, Totengräber; gegen Feuersnot, Wundrose, Geschwüre, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen,
Lepra, Pest, Syphilis, Feuer und Viehseuchen
Bauernregeln:
Wenn Antoni die Luft ist klar / gibt's bestimmt ein trocknes Jahr.
Große Kälte am Antoniustag, / machmal nicht lange halten mag.
Antonius mit dem weißen Bart, / regnet's nicht, er mit dem Schnee nicht spart.
Um Antonius nehmen die Tage zu / um eine kleine Mönchesruh'.
Bilder aus der Ausstellung Die Versuchung des heiligen Antonius
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Catholic Encyclopedia: Leben
Catholic Encyclopedia: Ordensregeln
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Vielleicht gefällt Ihnen die kleine Statue, wohl eine Prozessionsfigur, des heiligen Antonius, die ich im Oratoire Saint-Antoine in Calvi auf Korsika aufgenommen habe, ebenso wie mir und vielleicht können Sie mit dem Foto etwas anfangen, was mich freuen würde.
Dr. Michael Kraus aus Berlin über E-Mail, 8. Februar 2012
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